Itzehoer Straßennamen

Offizielle, inoffizielle, im Volksmund geläufige und ehemalige Namen für Ortsteile, Straßen und Wege in Itzehoe.

(An diesem Artikel wird derzeit noch gearbeitet, letzte Änderung: 01.05.2018 11:22 CEST)

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Stadtpläne

1588 · 1651 · 1657 · 1794 · 1848 · 1881 · 1900 · 1910 · 1947 · 1960 · 1968 · 1974 · 2018


Topographische Karten (1:25.000, analog: Blatt 2023, digital: Kacheln s3_15_32 und s3_16_32)

1900 · 1925 · 1954


Itzehoe
Zu Herkunft und Deutung des Namens "Itzehoe", nach Rudolf Irmisch: "Geschichte der Stadt Itzehoe", Itzehoe 1960 (IR2), S.60f. Teilweise ergänzt und behutsam angepaßt (BR):

Die älteste Form des Itzehoer Ortsnamens, erwähnt von Saxo Grammaticus in der Zeit um 1200 ist Ezeho oder auch Etzeho, daneben Eziho. Auch die von Helmold gebrauchte Form Echeho ist als Etzeho zu lesen. Im Mittelalter schrieben die mönchischen Chronisten so, wie sie hörten. Orthographische Genauigkeit darf man vor dem 19. Jahrhundert nicht erwarten. Bis ins 13. Jahrhundert hinein überwiegt der Anfangsbuchstabe E, dann beginnt E in I überzugehen, erstmalig 1247 in Itceho und 1281 sogar Ytzeho. Von 34 Erwähnungen zwischen 1247 und 1327 begegnen uns neun Formen mit einem I. Dann tritt Etzeho zurück; zum letzten Mal finden wir es 1343.
Was bedeutet nun der Name Itzehoe? Darüber sind sich die Gelehrten bis heute noch nicht einig. Die Deutung des Wortes gehört zu den schwierigsten Problemen der Ortsnamenforschung in Schleswig-Holstein. Es kann nicht die Aufgabe dieser Stadtgeschichte (Rudolf Irmisch: "Geschichte der Stadt Itzehoe" von 1960) sein, in die Einzelheiten der älteren und modernen Sprachphilologie hineinzusteigen und alles Für und Wider dieses oder jenes Deutungsversuchs aneinanderzureihen oder kritisch zu beleuchten. Es würde ein kleines Buch für sich werden. Bis zum heutigen Tag ist es jedenfalls noch nicht gelungen,
  1. den Nachweis zu führen für den Zusammenhang des karolingischen Esesfeld und des schauenburgischen Etzeho (Ezeho);
  2.  eine jedes Bedenken ausräumende, alle Sprachforscher überzeugende Erklärung des Namens Itzehoe zu geben.

Mehrsilbige Ortsnamen bestehen im allgemeinen aus zwei Teilen, dem Bestimmungswort und dem Grundwort, in unserem Falle "etze" und "ho". Am meisten Schwierigkeiten bereitet die Erklärung des Bestimmungsworts etze.

  1. Reimer Hansen dachte an einen Bach namens Etze oder einen Personennamen wie Eso oder Ezo;
  2. Detlef Detlefsen deutete Etze zum ersten Mal als Eki = Eiche. "Er fügte hinzu: "Wenn Hansen vermutet, der Name der Stadt sei von dem Bach entlehnt, der zwischen dem jetzigen Itzehoe und dem anstoßenden Dorfe Sude, früher Otzehude, in die Stör fällt, so begeht er damit die große Kühnheit, zur Erklärung des Rätsels ein neues aufzugeben; denn bisher war dieser Bach namenlos". Was Detlefsen sagt, trifft den Nagel auf den Kopf und zeigt, wie klar und scharfsinnig er dachte. Es gibt nicht eine einzige mittelalterliche oder neuzeitliche Quelle, die den aus dem, klösterlichen Vorderholz entspringenden und von da aus in Richtung Planschbecken und hinter dem ehemaligen Fabrikgelände von Gruner & Sohn (Werk I) dahinplätschernden, einst in das Nordende des Suder Teiches einmündenden Wasserlauf "Etze" nennt. Wenn neuerdings im Volksmund oder bei örtlichen Heimatschriftstellern der Bach so bezeichnet wird, ist das reine Konstruktion. Wir kennen aus älteren Karten des 18. Jahrhunderts nur die Bezeichnung Forellenbach für den Oberlauf, Mühlenbach für den Unterlauf.
  3. Wolfgang Laur, heute der beste Kenner der schleswig-holsteinischen Ortsnamen, geht mit Detlefsen insofern konform, als auch er die Erklärung des Wortes Etze zu ek = Eiche stellt. Jedenfalls kommt er am Schluß seines bei aller Kürze doch gründlichen und erschöpfenden Aufsatzes zu dem Ergebnis, daß ein ursprüngliches Eki - ho mit palatalisiertem k nicht unwahrscheinlich ist.

Auch über das Grundwort ho gehen die Meinungen auseinander:

  1. Mensing denkt an "hoch";
  2. P. Dohm an das englische Wort hoe = hakenförmiger Vorsprung und erinnert an die Windungen, die die Stör bei Hodorf und Itzehoe macht. Bei Hodorf habe es nie Wald gegeben; daher könne man "ho" nicht als Wald erklären;
  3. A. Gloy deutet "ho" als Bruchwald oder Bruchlandschaft;
  4. K. Mühlenhoff schloß aus Analogien auf ein altsächsisches Wort ho = Wald, und seitdem neigt man allgemein zu dieser Erklärung.

Welche Deutung die beste ist, ist schwer zu sagen. Beim Blick auf Itzehoes topographische Verhältnisse hat jede der vier genannten etwas für sich. Im alten Itzehoe gab es Wald, Unterholz, Bruch, Sumpf und Wasser im Überfluß. In alter Zeit pflegten die Menschen neu entstehende Siedlungen nach Eigenarten des Bodens und seiner Bewachsung zu nennen, die ihnen besonders auffielen. Wie sah es nun vor 800 Jahren in und um Itzehoe aus? Die Hänge nach Norden und Nordosten und vor allem der hohe Geestrücken selbst trugen herrliche Eichenwälder, wogegen die Ränder des Störtals im Süden und Südosten von dichtem Buschwald und unzugänglichen Sumpfwiesen bedeckt waren. Eichenwald und Bruchniederung geben dem ältesten Itzehoe das Gepräge. Ob beide bei der Entstehung des Ortsnamens mitgewirkt haben? Wir wissen es nicht, können es nur vermuten.
Die spätere Entwicklung der Form unseres Ortsnamens zeigt keine klare Linie. Bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts findet man nur "Itzeho", dazu die latinisierte Form "Itzehoa", ohne das Dehnungs-e am Ende. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wechseln Itzeho und Itzehoe. Seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts hat sich die heutige Form Itzehoe durchgesetzt. Versuche, das mittelalterliche "Etzeho" mit dem karolingischen Wort Eses(feld) zusammenzubringen, werden aus sprachphilologischen Gründen von modernen Forschern abgelehnt oder wenigstens für höchst unsicher erklärt.

Im Anhang unter Nachträge ergänzt Irmisch (IR2) auf S. 486:

Erst nach Drucklegung des Buches "Geschichte der Stadt Itzehoe" 1960 erschien das großartige Werk für die Ortsnamenkunde unseres Landes "Die Ortsnamen in Schleswig-Holstein" von Wolfgang Laur. Auf den Seiten 17, 22, 28, 37f., 267, 306, 332 und 376 bzw. 77, 291 und 395 sind die Namen Itzehoe und Sude behandelt. Zu dem auf den Seiten 60ff. dieses Buches Gesagten sei angefügt, was Laur über Itzehoe und Esesfeld schreibt: "Wir müssen ... die Frage aufwerfen, ob das (t)z im Bestimmungswort von Itzehoe nicht aus dem Zusammenstoß von Dental und s entstanden ist. Wir kämen dann auf eine Ableitung mit einem s-Suffix, die vielleicht... als eine Gewässerbezeichnung aufzufassen wäre, wie schon R. Hansen vermutete. Eine solche Gewässerbezeichnung, vielleicht ein alter Name der Stör oder eher wohl eines Baches, eines Zuflusses, wie schon früher angenommen wurde, müßte der Bildung nach alt sein. Der Platz, an dem sich heute Itzehoe befindet, ist sicherlich, wie die vorgeschichtlichen Gegebenheiten, besonders die uralten Heerwege zeigen, schon in den frühesten Zeiten von Bedeutung gewesen. Man käme dann beim Bestimmungswort auf ein altes *Edisa oder *Etisa, das schwer zu deuten ist. Dabei erhebt sich immer wieder die Frage, ob Eses- bzw. Essesfeld, die Bezeichnung des Platzes im 9. Jahrhundert, und Ezeho zusammengehören. Die geographischen und geschichtlichen Gegebenheiten könnten nur in bezug auf das Bestimmungswort als einem eventuellen alten Namen der Stör dafür sprechen, da nach einer freundlichen Mitteilung von Herbert Jankuhn nach den neuesten Forschungsergebnissen Esesfeld und Itzehoe dem Platz nach wohl nicht identisch waren; die sprachlichen Gegebenheiten machen Schwierigkeiten, wie ich mich auch in anderem Zusammenhang für eine Trennung beider Namen ausgesprochen habe. In Analogie zu anderen alten -feld Namen könnte man im Bestimmungswort wiederum einen Gewässernamen sehen und käme dann von der lautlichen Ähnlichkeit Etze- und Eses- doch auf einen Zusammenhang. Schwierigkeiten macht die Form Eses-; sie sieht wie ein starker Genitiv aus, der aber bei solchem Namen eigentlich nicht zu erwarten wäre. Bei Esesfeld könnten wir an die Wurzel idg. *as- = 'brennen' denken, die in unserem Wort Esse und ähnlichen Ortsnamen enthalten ist, oder an *ed- = 'essen', wohl auf Weideland bezogen, das in verschiedenen Bezeichnungen vorliegt. . . Von hier aus ergäbe sich aber m.E. keine Verbindung zu Ezeho. Um eine solche herzustellen, könnte man bei Eses- eventuell an einen Ausfall t vor s denken, d.h. man müßte vom genannten *Edisa bzw. *Etisa ausgehen. Da die mundartliche Form idso (Betonung auf o) lautet und alle Belege vom 12. Jahrhundert an ein tz bzw. z enthalten, ist dieses tz wohl nicht als Schreibung für ein scharfes ss . . . aufzufassen (S. 267)."

Auch nach allem, was jetzt von Laur gesagt worden ist, scheint eine feste Deutung des Namens Itzehoe noch immer nicht möglich zu sein.

Über "Sude" -siehe etwas weiter unten- sagt Laur auf Seite 77: "Die Umgestaltung des Bestimmungswortes (Otze zu Itze) beruht ohne Zweifel. .. auf dem Einfluß des benachbarten Ortsnamens Itzehoe."

( Wolfgang Laur: Itzehoe, eine ortsnamenkundliche Studie. In: ZSHG, Bd. 81 (1957), S. 247-251.)


Ortsteile und Siedlungen

Altstadt
Der Teil Itzehoes der auf hochwassersicherer Geest liegt. Der mittelalterliche Kern Itzehoes besteht aus: Breite Straße, Kirchenstraße, Bekstraße, Anfängen der Feldschmiede und des Sandbergs, Stiftstraße, Holzkamp, St.-Jürgen-Straße, Hohe Straße und Kleine Paaschburg. (BR)

Edendorf
Das Dorf Edendorf soll zwischen 800 und 1400 zunächst gänzlich zerstört und später von Sude her neubesiedelt worden sein. Damit findet sich auch eine plausible Erklärung für seinen Namen. Es war für viele Jahre das "öde Dorf" am Heerweg auf der heutigen Koppel Ohlendörp. Vorüberziehende und Nachbarn nannten es so, und als die Suder im 14. Jahrhundert das Dorf neu besiedelten, nannten sie den Platz des alten Dorfes zu Unterscheidung vom neuen Wohnplatz Ohlendörp. Der Name Edendorf (= ödes Dorf, dat öde Dörp?) blieb für das neuentstandene Dorf. Das ist eine einleuchtende Erklärung, für die es allerdings keinen Beweis gibt. Hüttmann (in der Chronik des Dorfes Edendorf aus dem Jahre 1936) führt den Namen auf einen Gafen Edo zurück, ohne allerdings Anhaltspunkte für diese Vermutung zu haben.
Ein Schulleiter der Schule des gleichnamigen Dorfes Edendorf bei Bevensen in der Lüneburger Heide erklärte, befragt nach einer ihm bekannten Deutung des Namens Edendorf, daß man auch von dem Dorf eines Grafen Edo bei Heimatforschern lesen könne. Allerdings seien eindeutige Beweise dafür nicht gegeben. Ganz nebenbei heißt es dann in seinem Brief: "Am östlichen Rande des Ortes führt die alte Heerstraße von Braunschweig nach Lübeck vorbei.'' Zweimal Edendorf, und beide Male führt am Rande des Dorfes eine alte Heerstraße vorbei - ein Zufall? Oder waren sie beide einst öde Dörfer, verwüstet von vorbeiziehenden Soldaten?
Die in einer Karte aus dem Jahre 1794 zu lesende Schreibweise ''Egendorf'' ist eindeutig falsch. In der Urkunde von 1408 und in vielen Urkunden des Klosters Itzehoe zwischen 1408 und 1794 heißt es immer wieder Edendorp(e) oder Edendorf. (BR,RA)

Klosterforst
Benannt nach dem gleichnamigen Forst der nördlich des Stadtteils sich anschließt und dem Kloster Itzehoe gehört. Er entstand erst nach Aufgabe der Hanseaten- und Gallwitzkaserne (in der dänischen Besatzungszeit von 1950 bis 1958 Borgard- und Richmond-Barracks) ab 1998. Das Gelände nördlich der 1929 angelegten Umgehungsstraße Langen Peter war ursprünglich Kleingartengelände. Bürgermeister Adolf Rohde wollte Ende der 1920er Jahre die Kasernen gleich nach Nordoe verlegen und aus der Fläche ein Wohngebiet schaffen, konnte sich aber gegen die Pläne der Reichswehrverwaltung in Berlin nicht durchsetzen. Neben dem zentralen Hanseatenplatz am Langen Peter wurde die Straßen auf westlicher Seite nach bedeutenden Komponisten, auf östlicher Seite nach Städten benannt mit denen eine Städtepartnerschaft besteht. (BR)

Kratt
Kratt ist eine für Schleswig-Holstein eigentümliche Bezeichnung. Es bedeutet soviel wie Gestrüpp, Unterholz, besonders Eichenbuschwerk. Neben einigen kleinen Wegen ist der Stadtteil nur über die Jahnstraße erreichbar. (IR3)

Neustadt

Pünstorf
Pünstorf war im Mittelalter ein kleines, selbständiges Dorf. Es gehörte wie Edendorf und Sude dem Kloster Itzehoe. Dieses "legte" im Jahre 1526 die dörfliche Siedlung, d.h. zerstörte das Dorf und degradierte es zu einer großen Schäferei; denn Wolle stand im 16. Jahrhundert hoch im Kurs. 1915 kaufte die Stadt den Landbesitz von Pünstorf, verkaufte ihn aber schon 1920 weiter, um ihn unter Bürgermeister Petersen mitten im zweiten Weltkrieg 1941 für 243.000 Mark erneut zurückzukaufen. Wie gut und vorteilhaft diese Transaktion gewesen ist, zeigt die Situation nach 1960. Damals konnte die Stadt Neusiedlern, unter ihnen eine Reihe von Lotsen, prächtiges, waldumsäumtes Bauland nicht allzu teuer zur Verfügung stellen, aus dem dann die wunderschöne Fortsetzung der östlichen Pünstorfer Straße und ihre nach Singvögeln genannten Nebenstraßen entstanden. Ob das Bestimmungswort "Püns" mit niederdeutschem pünt - Schöne Form, Schmuck zusammenhängt? Es wäre möglich und paßt jetzt ganz gut auf den schmucken Ortsteil. (IR3)

Sude
Der Kern des alten, mittelalterlichen Sude war das Gebiet um die Dorfstraße. Nachfolgend die Namensbedeutung von Sude nach Rudolf Irmisch (IR2), S.61f:

Da Sude heute zu Itzehoe gehört, muß auch über diesen Ortsnamen etwas gesagt werden. Hinsichtlich der mittelalterlichen Form des Namens Sude geben uns Klosterarchiv und Stadtarchiv sichere Kunde. Die älteste Bezeugung findet sich im Klosterarchiv in einer Urkunde des Jahres 1298, in der als Zeuge ein Hasso de Otteshudhe erwähnt wird. Im 14. Jahrhundert lesen wir in fünf Urkunden die Formen Otteshude, Otzehude und Otzhude. Im Jahre 1408 verkaufen Detlef Hoke und sein Sohn Gherd der Äbtissin Wygburghe und dem Konvent des Klosters zu Ytzeho ihren Hof Ytzehude für 1280 Mark Silber. 1411 werden ein Tymme und ein Henneke Idzehude genannt, 1435 ein Johannes de Ytzehude. 1448 und 1463 findet sich aber doch wieder die alte Form Otzehude. Dann liest man 120 Jahre nichts mehr von Sude. Und als dann, im Jahre 1583, der Name wieder auftaucht, trägt er die schon modern anmutende Form Zude, also ohne die Vorsilben Otze oder Ytze. 1610 erscheint zum ersten Mal Sude und von da ab stets so, bis auf zwei Ausnahmen in Urkunden des Jahres 1632, wo es das eine Mal Suiede und das nächste Mal Suede, also mit einem Längen-e, heißt. Seitdem liest man nur noch Sude.
Die älteste Namensform Sudes ist unstreitig Otteshude gewesen, wobei die Schreibung variiert. Seit dem Anfang des 15. Jahrhunderts lesen wir plötzlich Ytzehude und sogar Idzehude, aber auch noch Otzehude. Wir stellen fest: O und Y wechseln im Anlaut. Wie ist das zu erklären? Im Mittelalter unterschied man in der Schrift noch nicht o und ö. Nur so ist das Nebeneinander von Otzehude und Ytzehude verständlich. Die alten Suder sprachen im 14. und 15. Jahrhundert nicht Otzehude, sondern Ötzehude, und von da bis hin zu einem reinen Ytzehude ist es nicht weit, Ötzehude und Ytzehude sind längere Zeit nebeneinander gesprochen worden, wie Etzeho und Itzeho. Im
15. Jahrhundert hat sich dann das hellere "I" durchgesetzt. Gleich blieb zu allen Zeiten immer das Grundwort "hude". Auf ihm hat der Ton gelegen; denn sonst wäre es uner­klärlich, daß gegen Ende des 16. Jahrhunderts das Bestimmungswort fehlt und unser Ort nur noch "Zude" heißt. Innerhalb von 120 Jahren ist Otze- bzw. Ytzehude zu Itzude und schließlich zu Zude geworden. Von da bis zu unserer heutigen Form Sude war dann nur noch ein kleiner Schritt. Das einmalige "uie" bzw. "ue" in den Urkunden des Jahres 1632 kennzeichnet nur die Länge des Vokals "u" (wie "e" in Itzehoe).
Und die Bedeutung des Namens Sude? Grundwort ist, wie wir gesehen haben, hude. Das Anfangs-s rührt her von der Vorsilbe Ütz - oder ötz -, deren Vokal im Laufe des
16. Jahrhunderts abgeschwächt wurde und schließlich verstummte. Hude ist ein uraltes sächsisches Wort. Es bedeutet so viel wie Stapelplatz, Bergungsplatz. Die Angelsachsen führten es im 5. Jahrhundert n. Chr. in der Form "hithe" in England ein. Im Englischen heißt heute noch "to hide" verbergen, verstecken. Bei Heiligenstedten gab es eine Wenerhude, nördlich davon liegt Huje (= Hude), bei Kellinghusen liegt Grönhude. Im Mittelalter gab es an der Stör eine Oelixdorfer Hude.
Und das Bestimmungswort? Mit einem Otto, Jägermann und v. Schröder denken sogar an Kaiser Otto I., hat der Name nichts zu tun: Dann müßte die Namensform Ottenhude sein. Die Vorsilben Otze und Ytze entsprechen denen in Etzeho und Ytzeho. In der Klosterurkunde von 1408 werden beide Orte nebeneinander genannt, "Ytzeho" und "Ytzehude". Hansen denkt auch bei Ötzehude an die Etze, die Itzehoe von Sude trennt. Da aber, wie schon gesagt, es einen Bach namens Etze nicht gegeben hat (IR2, S. 60), kann ich mich Hansens Ansicht nicht anschließen. Immerhin ist möglich, daß der Übergang von Ötzehude zu Itzehude auf eine Angleichung an den größeren Nachbarort Itzeho zurückzuführen ist. Da Otze - und Etze - offensichtlich dasselbe ist, darf man auch Otze auf ek = Eiche zurückführen.

Sude-West
Sude-West ist einer der jüngeren Itzehoer Stadtteile. Er ist erst nach 1957 entstanden und ist heute (2014) nach Erweiterung des Wohngebietes auf die Fläche westlich des Baches Sieversbek noch nicht fertiggestellt. Sude-West liegt im Nordwesten der Stadt, nördlich der äußeren Lindenstraße und westlich der Edendorfer Straße, im Winkel der Bundesstraßen 206 und 204. Bei den ersten Planungen des Wohngebiets um 1960 galt es, nicht weniger als 14 neue Straßennamen ausfindig zu machen, und das war für die städtischen Körperschaften eine harte Nuß. Man entschloß sich dem gesamten Straßenkomplex Namen aus der frühesten Geschichte des Itzehoer Stadtfeldes zu geben, der der Esesfeldburg. Seit den Ausgrabungen an der im Westteil von Sude-West gelegenen Oldenburgskuhle in den Jahren 1958 und 1959 wissen wir, daß die uralte Karolingerburg nicht, wie man bis dahin wähnte, im Norden der Neustadt, sondern im äußersten Nordwesten des heutigen Itzehoer Stadtgebietes, dicht an der Grenze zur Gemarkung Heiligenstedten, gelegen hat. Welch Glück für Itzehoe, daß dem so gewesen ist! Sonst hätte die Stadt gar kein historisch begründetes Recht besessen, im Jahre 1960 ihr 1150-jähriges Jubiläum zu feiern. Was lag näher, als nun, bei der Straßenbenennung, für Sude-West, als demjenigen Stadtteil Itzehoes, der den Standort der Karolingerburg räumlich mit umfaßte, Namen zu finden, die sich auf die karolingische Zeit beziehen. So haben die Itzehoer Stadtväter, voll Stolz auf die Bedeutung, die unsere Gegend um das Jahr 810 für das Frankenreich hatte, fast allen neuen Straßen in dem Neubaugebiet Sude West Namen aus der Karolingerzeit gegeben.
Wir haben seit 1964 eine Karolinger- und eine Göttrikstraße, den Graf-Egbert-Ring, einen Widukindweg, die Einhard-, Ansgar-, Wikinger-, Stormarn- und Friesenstraße, dazu den Holsten- und Normannenweg. Nur die Schauenburger Straße, der Weg "Kogge" und die Hansestraße fallen zeitlich etwas aus dem Rahmen. Alle 14 der karolingischen Zeit entnommene und dazu einigermaßen bekannte Namen hatte man nicht finden können und mußte eine Anleihe aus späterer Zeit machen.
Mit der Erweiterung auf das Gebiet westlich des Baches Sieversbek in den 1990er Jahren wurden wieder neue Straßennamen fällig. Sie stammen alle von Frauen die wissenschaftlich oder wirtschaftlich aktiv und bedeutend waren, und das im 18. und 19. Jahrhundert, einer Zeit, in dem dem weiblichen Geschlecht eine höhere Ausbildung oder Studium an einer Universität weitgehend verwehrt blieb. (BR,IR3)

Tegelhörn
Tegel ist Ziegel, Hörn (Horn) ist ein Vorsprung im Gelände, höher als die Umgebung. Tatsächlich, Tegelhörn liegt höher als Itzehoe, auf einer vorspringenden Endmoräne aus der zweiten Vereisung.
Die Straßennamen in Tegelhörn umfassen eine 44 Namen lange Liste, davon ist die Hälfte aus bedeutenden Orten Ostdeutschlands ausgewählt. Tegelhörn scheint heute, einzig und allein von den Namen der Straßen aus betrachtet, ein ostdeutscher Ort zu sein; soll heißen, daß die meisten Tegelhörner der Anfangszeit nach 1945 ihre frühere Heimat im Osten unseres Vaterlandes hatten, in und um Königsberg, Stettin, Torn, Schneidemühl oder in und um Posen, Breslau und dem Sudetenland. Tegelhörn ist ihnen inzwischen zweite Heimat geworden. Da war es klug und weise, daß das Stadtregiment Itzehoe auf dem Rathaus in den fünfziger Jahren sich entschloß, alle die Straßen, die damals westlich des Ostlandplatzes und der Alten Landstraße entstanden, nach ostdeutschen Städten zu benennen. Es wollte damit den Wunsch kundtun, daß Einheimische und Flüchtlinge gute Nachbarn werden möchten und zu einer Gemeinschaft zusammenwüchsen. Im Osten des Stadtteils, dem älteren, sollten schleswig-holsteinische Landsnamen dominieren, im neuen Stadtteil im Westen dagegen die alten, nach dem zweiten Weltkrieg aufgegebenen ostdeutschen Städte.
Nach topographischen Gesichtspunkten geordnet: Es sind vier ostpreußische Namen: Königsberger Allee, Preußisch-Holland-Straße, Allensteiner Weg, Memeler Weg; zwei westpreußische Namen: Danziger Straße, Marienburger Platz; vier pommersche Namen: Stettiner-, Stargarder-, Kolberger- und Kösliner Straße; zwei schlesische Namen: Breslauer Straße, Oppelner Weg; zwei Sudetenland-Namen; Gablonzer Weg, Reichenberger Weg; zwei Brandenburger Namen: Küstriner Straße, Brandenburger Weg; ein Posener Name: Posener Weg. Man sieht, bei der Auswahl ist kein Gebiet vergessen worden. Zu den eigentlichen Ostlandstraßen gesellen sich die weiter westlich liegenden Wege, die nun nicht mehr Städten ihren Namen danken, sondern mitteldeutschen Ländern. Es sind dies die von Osten nach Westen liegenden kleinen Parallelstraße, sämtlich westlich der Suder Allee: der Mecklenburger Weg, der Brandenburger Weg, der Thüringer Weg und der Sachsenweg. Entstanden sind alle Namen im Laufe der 1950er Jahre.
Inmitten Tegelhörns liegt der von der Alten Landstraße durchschnittene Ostlandplatz, neben dem Marienburger Platz, dem Kaufzentrum Tegelhörns. (BR,IR3)

Wellenkamp
Welna ist die Flächenbezeichnung des ganzen mittleren Störgebiets für Jahrhunderte geblieben. Der Name geht zurück auf das Wort "Welanao", eine Rast- und Zufluchtsstätte für christliche Missionare und Wanderer zu Anfang des 9. Jahrhunderts. Diese "Cellna Welanao" wurde im Jahr 823 von Kaiser Ludwig, dem Sohn und Nachfolger Karls des Großen, auf der Geestinsel südlich von Itzehoe gestiftet, damals, in Urzeiten unserer Geschichte, als es noch gar kein Itzehoe gab. Aus Welanao ward Welna und aus Welna Wellen. So hießen viele Jahrhunderte lang die Waldhöhen westlich von Münsterdorf und ostwärts der Bundesstraße 5 "Wellenberge" und heißen noch heute so. Seit 1189 trägt das uralte Welanao den neuen Namen "Münsterdorf".
Am 1. Januar 1956 erhielt sich der mächtig entwickelnde Stadtteil - die Itzehoer sprachen bis dahin vom "Kremper Weg" - den Namen Wellenkamp. Das Grundwort "-kamp" seit altersher in "Lübscher Kamp" enthalten, hat eine Reihe von Kämpen gezeugt: Kamper Weg, Alsenskamp, Schröders Kamp, Heiligenstedtener Kamp, Bornkamp. (IR3)

Siedlung Am Kaiserberg
Die Siedlung Kaiserberg im äußersten Osten des Stadtgebietes trägt einen stolzen Namen. Um 1820 war der Hügel und seine Umgebung im Besitz des wohlhabenden Itzehoer Gerichtshalters Paul Scheel. Da der Name "Kaiserberg" erst seit den 1820er Jahren bezeugt ist, vermute ich, daß Scheel mit Besitzerstolz ihm den Namen gegeben haben wird, weil man damals von seiner Höhe aus die schönste und "majestätischste" Aussicht in Richtung Süden und Südwesten hatte. "Bei heiterer Luft", schreibt der alte Stadthistoriker Carl Friedrich Jägermann, "entdeckt man von hier die Turmspitzen von Hamburg." Leider ist schon um 1835 durch Waldbepflanzung auf der Südseite diese Aussicht gestört worden.
Um 1870 gehörte der Kaiserberg dem früheren Bürgermeister Friedrich Rötger, der ihn und seine Umgebung zu einem schönen, gepflegten Waldgarten machte. Nach Rötgers Tod wurde 1875 "der reizende Besitz Kaiserberg, einer der herrlichsten Punkte in unserer an Naturschönheiten so reichen Umgebung" ("Itzehoer Nachrichten" 1875 Nr. /4) der Stadt geschenkt unter der Bedingung, daß die Waldanlagen und Waldwege weiter, wie bisher, in Ordnung gehalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden. Ob Rötger bei der Namengebung etwa auch an Kaiser Karl den Großen gedacht hat, ist unbekannt, erscheint mir aber unwahrscheinlich.
Im Jahre 1894 ließ die Stadtverwaltung durch das hiesige Eisenwerk von E. Düring auf dem Kaiserberg einen 16 m hohen, eisernen Turm mit einer festen Wendeltreppe errichten, von dessen Plattform aus man über die Bäume im Vordergrund hinaus einen wundervollen Ausblick hatte. Mitten im Ersten Weltkrieg, 1916, mußte der Turm wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Er wurde nie wieder erneuert, und das ist schade. Wenn man den Hügel erklimmt, sieht man noch heute die Fundamentreste des einstigen Turms. - In der Bronzezeit, vor 3500 Jahren, war der weite Kreis um den Kaiserberg und dieser selbst dicht bewohnt. Der erwähnte Gerichtshalter Scheel hat um 1830 an der Ostseite des Hügels graben lassen und dabei außer Totenurnen ein Schwert, einen Dolch, mehrere Streitäxte, ein Opfermesser und andere kleine Gegenstände gefunden. (IR3)

Siedlung Trotzenburg


Gewässer
Die bestehenden und historischen Gewässer Itzehoes und der Umgebung werden ausführlich beschrieben in:
C. Loeser: Die Gewässersysteme Itzehoes und Umgebung nördlich der Stör, Oelixdorf 2012 ( PDF, 3 MB).

Zu den beschriebenen Gewässern gehören unter anderem: Bach und Teiche Charlottenberg, Bach und Teiche am Westrand des Breitenburger Gehölzes, Bassener Bach, Bekmannsche Tonkuhle, Dellswiesenbach (Delfswiesenbach), Fischteiche Pünstorf, Fischteiche im Breitenburger Gehölz, Forellenbach, Große Edendorfer Tonkuhle, Großen Tonkuhle, Harbek (zu Ottenbütteler Mühlenbach), Horstbach, Horstteiche am Dieksdamm, Hühnerbach (Honerbeke), Itze, Kleine Edendorfer Tonkuhlen, Kleine Tonkuhle, Klosterbrunnenteich, Klosterhofteich, Kollmoorer Wettern, Lübscher Brunnen, Malzmüllerwiesenteich, Moorwettern an der Grenze zwischen Heiligenstedten und Bekmünde, Mühlenbach, Mühlengraben, Osterhofer Teich, Ottenbütteler Mühlenbach, Planschbecken, Quellen am Sandberg, Quellen am Wunderberg, Quellen in der Katzenkuhle, Quellen zwischen Coriansberg und Ochsenmarktskamp, Quellteich auf Hof Basten, Schlangenbach, Schmabek, Schusterteich, Schweineteich, Sieversbek (Sieversbach), Stormsteich, Stormsteichbach / Schlotfelder Graben, Suder Teich, Swinsbek, Teich Carl-Stein-Straße, Teiche östlich des Krankenhauses, Teichkette am Hof Klosterholz, Wasserlauf Holzkamp - Stiftstraße, Wasserlauf Sandberg - Breite Straße.

Auch die an den Gewässern liegenden Mühlen und Orte der Mühlen werden beschrieben:
Breitenburgische Kornmühle, Clavenholter Mühle, Graupenmühle, Gravertsche Mühle, Klösterliche Mühle, Lohmühle, Malzmühle, Mühle von Oesau, Ölmühle, Rote Mühle, Rothenmühle(n), Stampfmühle, Walkmühle, Westermühle(n), Winseldorfer Papiermühle.


Straßennamen
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Aaron-Rieder-Straße (04.03.2002, vormals Heinrich-Hornig-Straße (04.11.1964))
Nach Aaron Rieder (*1897; +1945(?)), Inhaber eines Schuhgeschäftes am Sandberg 11 (ab 1937 Armbruster). Die Familie Rieder kamen 1923 nach Itzehoe. Im Jahre 1936 verließen sie Itzehoe in Richtung Humene (Tschechoslowakei), kamen 1944 in das Ghetto Uzhgorod und wurden im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Die vorherige Benennung der Straße erfolgte nach Heinrich Hornig (*12.10.1876; +08.10.1958), einem deutschen Lehrer, in Oesau bei Schlotfeld geboren, Itzehoer Heimatdichter und Autor. (BR)

Adenauerallee (10.02.1977)
Nach Konrad Adenauer (*05.01.1876; +19.04.1967), dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis 1963. Die vierspurige Bundesstraße B77 wurde von 1975 bis 1977 auf dem verfüllten westlichen Arm der Störschleife vom Delftor bis zum Bahnhof als Durchbruchstraße angelegt und nahm den überörtlichen Verkehr aus der Neustadt heraus. Die zweite im Rahmen der Flächensanierung der Neustadt angelegte große Durchbruchstraße war die Schumacherallee. (BR)

Adler
Ein inoffizieller Namen für den Platz im Verlauf der Lindenstraße zu dem der Adler offiziell gehört. Ein Kreisverkehr regelt hier an der Kreuzung LindenstraßeEdendorfer StraßeLehmwohldstraße und Liethberg den Verkehr. Im Jahr 1891 erbaute der Gastwirt Kock an exponierter Stelle an der Ecke Lindenstraße / Edendorfer Straße in der damaligen Landgemeinde Sude eine Gastwirtschaft, die schon 1894 an den Gastwirt Heinrich Dammann verkauft wurde. Dieser erweiterte in den nachfolgenden Jahren das Haus um eine Durchfahrt und einen Pferdestall, baute einen Saal für 400 Personen und ließ für seine Gäste einen herrlichen Garten herrichten. Dammann brachte vor seiner Eingangstür einen ausgestopften Adler an, fortan führte die Wirtschaft den Namen "Adler". In der Bevölkerung setzte sich "Adler" auch als Ortsbezeichnung schnell durch. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der "Adler" 1947 der Familie Dammann zurückgegeben und diente unter anderem als Wärmehalle. Im Jahr 1948 wurde der Saal zum dritten Kino in Itzehoe. Der Adler ist heute nur noch ein Hotel. (BR,FÜ)

Adolf-Rohde-Straße (02.08.1945, vormals Stresemannstraße (22.06.1930, Südteil), Nordschleswigplatz (ehemals Höhe Poelstraße gelegen (22.06.1930)) und Johannesstraße (1897, Nordteil), später Horst-Wessel-Straße (1937))
Nach Adolf Rohde (*02.08.1880; +12.06.1955), Bürgermeister von Itzehoe von 1919 bis 1933. Die Adolf-Rohde-Straße zwischen dem Lornsenplatz im Südosten und der Edendorfer Straße im Nordwesten soll an den Planer und Gestalter der langen, schönen Straße erinnern, der die Ratsversammlung im Jahre 1930 einen Namen gab. Sie hieß zunächst in ihrem südlichen Teil Stresemannstraße und in ihrem nördlichen Suder Teil Johannesstraße. Die Johannesstraße wurde 1897 bis 1898 vom Suder Bauern Johannes Gloyer auf eigene Kosten erbaut und weitere fünf Jahre von ihm unterhalten. Die Verbindung zum südlichen Teil entstand erst in den 1930er Jahren mit dem Graupenmüllerdamm (Graupenmüllersteichdamm) über das Tal der Itze. Im Jahr 1937 wurde der Südteil dann von den Nationalsozialisten in Horst-Wessel-Straße, nach Horst Wessel (*09.10.1907, +23.02.1930) aus Berlin umbenannt, einem ermordeten SA-Sturmführer.
Den heutigen Namen erhielt die Straße dann am 2. August. 1945 nach dem ehemaligen Bürgermeister Adolf Rohde. Es sollte für Rohde ein Geburtstagsgeschenk sein, der am 2. August seinen Geburtstag begehen konnte. Damit wollte die Staat dem damals noch lebenden Altbürgermeister für alles danken, was er während seiner Amtszeit getan hatte; und das war nicht wenig. Rohde hat in den 14 Jahren seiner Amtsführung mit unbändiger Tatkraft, trotz erbitterten Widerstands eines großen Teils der Bürgerschaft, den Norden der Innenstadt um den Langen Peter, den Lornsenplatz und die Adolf-Rohde-Straße planerisch entwickelt und gestaltet, Rohde war von Beruf Tiefbauingenieur. Was hat Rohde an Schwierigkeiten und Rückschlägen überwinden müssen, ehe er zum Ziel kam! Viele Mitglieder der städtischen Kollegien von bedächtiger, langsamer Denkweise vermochten nicht dem Höhenflug des Rohdeschen Geistes zu folgen. Die Stadt Itzehoe hat Adolf Rohde viel zu danken, er war der erste moderne große Stadtplaner und Städtebauer Itzehoes. (BR,IR3,WI)

Ahornweg
Die Ahorne bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Rosskastaniengewächse innerhalb der Familie der Seifenbaumgewächse. (WI)

Albert-Schweitzer-Ring
Nach Albert Schweitzer (*14.01.1875; +04.09.1965), einem deutsch-französischen Arzt, evangelischen Theologen, Organisten, Philosophen und Pazifisten und Universalgelehrten. Verleihung des Friedensnobelpreises 1952 und im Jahr 1954 der Friedensklasse des Ordens Pour de Merite. Der Albert-Schweitzer-Ring ist eine lange Ringstraße, deren Enden von der Alten Landstraße im Südosteil von Edendorf in weitem Bogen um die kleine Emil-von-Behring-Straße herumführen. Der nördliche Teil war vormals ein Feldweg mit dem Namen Osterloh. (BR)

Allensteiner Weg
Nach Allenstein, Ermland im südlichen Ostpreußen (polnisch Olsztyn). Sie ist die Hauptstadt der heutigen polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. (WI)

Alsenskamp (1888)
Wie ganz Wellenkamp, an dessen Ostseite der Alsens Kamp liegt, so hängt auch der engste zusammen mit der Geschichte der Alsenschen Portland-Cementfabrik. Sie hat dem ganzen Stadtteil sein Gepräge gegeben. Der Alsens Kamp gehört zu den ganz wenigen Straßen, die bei der großen Namengebung bzw. Umbenennung der Itzehoer Straßen im Jahre 1888 "getauft" wurden Schöpfer des heute so gewaltigen Industriewerks war Otto Friedrich Alsen (*1805; +1872); die Gründung selbst erfolgte im April 1863. Alsen und seine Nachkommen haben dafür gesorgt, daß das Wort "Alsen" seit Jahrzehnten für Itzehoe und ganz Norddeutschland zum Inbegriff des Riesenwerks geworden ist, das Itzehoe in der Welt der Wirtschaft bekannt gemacht hat. Die Familie Alsen hat neben der wirtschaftlichen Entwicklung des Betriebs sehr bald auch an die sozialen Bedürfnisse ihrer Arbeiter gedacht. Seit 1879 wurde in der Nähe der Fabrikanlagen eine große Zahl "solider Arbeiterhäuser" errichtet, die an die Werktätigen des Betriebs mietfrei vergeben wurden. Damals entstand auch die Straße Alsens Kamp. Die Schreibung ist umstritten; man liest auch Alsens Kamp und Alsenkamp. (IR3)

Alte Landstraße (um 2000 v. Chr., vormals Heerweg und Ochsenweg)
Das Alter der vorgeschichtlichen Wege von der Art der Alten Landstraße schätzt die Forschung auf 3.000 bis 4.000 Jahre. Funde haben bewiesen, daß diese Wege schon in der Bronzezeit von großer Bedeutung waren. In den kriegerischen Auseinandersetzungen des Mittelalters erhielten sie dann als Heerwege einen zweifelhaften Ruf. Später, in der Blütezeit des Ochsenhandels, wurden Ochsenwege aus ihnen. Der als Alte Landstraße bezeichnete westliche Heer- und Handelsweg verband die Stör mit der Eider. Von der Breiten Straße in Itzehoe führte der Weg zum Klosterbrunnen und zu den Twietbergen, den höchsten Kuppen der Endmoränen in Edendorf, und verlief weiter nach Stahfast (Ottenbüttel). Er überschritt hier den Ottenbütteler Mühlenbach und erstreckte sich weiter zur Kaaksburg an der Bekau. Von dort verlief der Weg bis zum früheren Gasthaus Breitenfelde, bog ab nach Hadenfeld (hier noch in seiner ganzen Breite erhalten) und ging weiter über Siezbüttel, Aasbüttel zum Krug Keller, dann über Grünenthal, Albersdorf, Nordhastedt nach Heide und Lunden, wo er die Eider erreichte. Von dieser Alten Landstraße zweigt in Richtung Westen in Edendorf eine weitere Alte Landstraße ab, siehe Kirchweg. (BR,RA)

Am Born
Born ist die historische oder historisierend-poetische Bezeichnung für einen Brunnen. (WI)

Am Brookhafen
Der Brookhafen war ein im Jahre 1887 bis 1891 angelegter Kaihafen an der westlichen Störschleife auf dem ehemaligen Brookgelände. Da im Brookhafen bald ein lebhafter Umschlagsverkehr einsetzte, wurde nach langen, schon im Jahre 1890 begonnenen Verhandlungen, die Legung eines Bahngeleises vom nahen neuen Bahnhof der Marschbahn in der Länge von 410 m durchgeführt, was die Stadt ca. 11.000 Mark kostete. Diese Hafenbahn wurde 1909 erweitert, so daß die Gleislänge seitdem ca. 1100 m betrug. Der in den letzten Jahrzehnten seines Bestehens kaum noch genutzte Brookhafen bestand noch bis zur Zuschüttung der Störschleife in den Jahren 1974/1975. Die Störschleife im Bereich des Brookhafens wurde größtenteils durch die Adenauerallee überbaut, die Ladestraße "Am Brookhafen" blieb als Gewerbegebiet bestehen. (BR)

Am Faltergrund

Am Forellenbach
Als Forellenbach wird der Oberlauf des Baches Itze bezeichnet die hier am Paradies nahe der Rendsburger Chaussee ihren Ursprung hat. (BR)

Am Galgenberg (22.06.1930)
Der Weg um den Galgenberg / das Germanengrab herum zwischen Krohnstraße und Juliengardeweg erhielt 1930 den Namen Am Galgenberg mit Bezug auf den früheren Zweck des Galgenberges als Richtstätte des Klosters Itzehoe. Eine weitere 1930 um das Germanengrab herum angelegte Straße war die Fritz-Reuter-Straße. (BR)

Am Gehölz (1949)
Am Gehölz ist die südöstliche Straße des älteren Tegelhörn zwischen Pünstorfer Straße und Sihistraße. Der Name spricht für sich selbst. Die kleine Straße blickt auf das Gehölz des Klosterwaldes. (IR3)

Am Kählerhof (1988)
Der Kählerhof ist ein alter Bauernhof an der Abzweigung des Lübschen Kamps vom Kamper Weg. Er ist heute Teil der Freien Waldorfschule Itzehoe. (BR)

Am Klosterbrunnen
Siehe Klosterbrunnen.

Am Lehmwohld (1950)
Die Straße Am Lehmwohld hat wie die Lehmwohldstraße, dessen nördliche Verlängerung sie bis zum Ostlandplatz ist, den Namen nach dem klösterlichen Lehmwohld erhalten, an dessen Nordwestrand sie sich hinziehen. Den Namen erhielt die Straße 1950. (IR3)

Am Paradies
Das Paradies ist der Flurname für den Hang westlich der Rendsburger Chaussee / des Sandbergs am Ortsausgang von Itzehoe. Der Bach Itze, hier Forellenbach genannt, hat hier seine Quelle. (BR)

Am Vogelsang

Amalienweg
Nach Amalie Wilhelmine Sieveking (*25.07.1794; +01.04.1859), Mitbegründerin der organisierten Diakonie in Deutschland. Als Philanthropin gilt sie mit ihrem Weiblichen Verein für Armen- und Krankenpflege, ihren Initiativen zur Arbeitsbeschaffung und Berufsausbildung für Arme und Aktionen für den Wohnungsbau und Bau von Spitälern als eine Vorreiterin der modernen Sozialarbeit in Deutschland. Sie verfasste sowohl Schriften zur Sozialarbeit als auch theologische Abhandlungen.(WI)

Amselweg
Die Amsel oder Schwarzdrossel ist eine Vogelart der Familie der Drosseln. (WI)

An der B206
Die heutige Bundesstraße B206 folgt weitgehend dem Verlauf der alten Lübschen Trade, einem alten Handelsweg von Lübeck bis nach Dithmarschen der in Ost-West-Richtung verläuft. In Itzehoe kreuzt sie den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Ochsenweg, dessen Verlauf heute etwa die Bundesstraße B77 entspricht. (BR)

An der Bahn
Zwischen Oberer Dorfstraße und Alter Landstraße an der ehemaligen Bahnlinie Itzehoe -Wrist gelegen. (BR)

An der Post (1989)
Ein Verbindungsweg von der Adenauerallee zum Theodor-Heuss-Platz / ZOB, an dem die 1989 neu erbaute Post –heute das Landgericht- lag. (BR)

Anker (1960)
Die kurze Sackgasse Anker zweigt vom Fischdiek in Wellenkamp ab. Mit dem Namen Anker ist es eine eigenartige Sache. Es gibt da keinen Flurnamen, die Gegend trägt keinen individuellen Charakter. Es war schwer, einen passenden Namen zu finden. Da kam der Kulturausschuß des Stadtparlamenentes im Jahre 1960 auf die Idee, die Gasse nach ihrer gebogenen Form zu benennen. Ursprünglich hatte das Bauamt den vom Fischdiek abzweigenden Weg zweischenklig geplant. Das sah vom Fischdiek aus wie die zwei Arme eines Ankers. Und schon hatte man den Namen "Anker", auch wenn hinterher nur ein Arm, schräg gegen den Fischdiek, gebaut wurde. (IR3)

Anna-Seghers-Straße
Nach Anna Seghers (*19.11.1900; +01.06.1983)), einer deutsche Schriftstellerin. (BR)

Ansgarstraße (20.08.1964)
Nach Ansgar von Bremen (*801; +03.02.865), einem Mönch des Benediktiner-Ordens, Erzbischof von Hamburg und Bremen und Missionsbischof für Skandinavien. Die in Sude-West liegende Ansgarstraße zieht sich vom Graf-Egbert-Ring im Bogen um das Altenheim Timmannhaus herum bis hin zur Einhardstraße. Ansgar ist auf seinen ausgedehnten Reisen oft durch Itzehoe gepilgert. Er kehrte gern in dem uralten Welanao, dem heutigen Münsterdorf, ein und gönnte sich dort einige Tage Ruhe. Welanao, das spätere Welna, war im Jahre 823 im Auftrag Kaiser Ludwigs des Frommen als eine Rast- und Zufluchtsstätte christlicher Missionare vor heidnischer Verfolgung gegründet worden. Die Ansgarstraße erhielt ihren Namen im Jahre 1964 im Zug der Erschließung des jetzigen Sude- West. (BR,IR3)

Arnold-Zweig-Straße
Nach Arnold Zweig (*10.11.1887; +26.11.1968), einem deutschen Schriftsteller. (BR)

Asternweg
Die Astern (Aster) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler. (WI)


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Bachstraße (1911)
Die Bachstraße ist die Fortsetzung der Jahnstraße nach Osten hin, südlich der Kleinen Tonkuhle. Sie erhielt zusammen mit der benachbarten Waldstraße im Jahre 1911 den Namen. Namensgeber war nicht wie man zunächst vermuten mag der Komponist Johann Sebastian Bach sondern nur ein kleiner Bach - von Nordosten hinter der Straße vorbeifließend und sich in die Kleine Tonkuhle ergießend. Bach- und Waldstraße gehören zum Freudenthaler Kratt. (BR, IR3)

Bahnhofstraße (14.02.1881)
Beginnend am Dithmarscher Platz ist sie die zweite Verbindung zum neuen Bahnhof (1878) der Marschbahn neben der Viktoriastraße. Vor dem Bau der Adenauerallee 1977 ging die Bahnhofsstraße noch etwas weiter nach Süden bis zum Beginn des Brookhafens um dann nach Osten über eine Drehbrücke über die Störschleife in die Wallstraße einzumünden. Dieser letzte Teil existiert nicht mehr und ist Grünanlage, ab dem Bahnhof sind die Häuser heute der Adenauerallee zugeordnet. (BR)

Bargkoppel (1947, vormals Brunnenweg, und Hühnerweg)
Die Straße Bargkoppel ist eine stark befahrene Verbindung zwischen Brunnenstieg bzw. Lübscher Brunnen und der Oelixdorfer Straße. Ein schlichter Name: Koppel am Berg. Koppel ist ein durch Wall oder Zaun eingefriedetes Landstück größeren Ausmaßes. Und die niedere Anhöhe zum Lübschen Brunnen hinaus war eben ein Berg. Der ursprünglich uns bekanntgewordene Name war "Brunnenweg". Neben ihm floß, vom Lübschen Brunnen herkommend, ein kleiner Bach - der Hühnerbach.

Basten
Basten ist zwar keine Straße, sondern ein großer Bauernhof ganz am Ortsrand des Itzehoer Stadtfeldes, nordöstlich der Siedlung Trotzenburg gelegen. Es führt aber ein hübscher Waldweg von Itzehoe nach Basten, und ihn hätte man Bastener Weg nennen können. Basten gehört seit dem Jahre 1303 zu Itzehoe, wurde städtischerseits aber kaum genutzt, war Ödland. Am 27. September 1731 verkauften Bürgermeister und Rat der Stadt den Hof Basten für ganze 100 Mark und eine jährliche Grundhäuer von 50 Mark an die Brüder Peter und Johann Ehlers. Aus Basten, einst "ein Ohrt Landes, welcher mehrendeils höckerig, voll Busch und einer Wildniß ähnlich war", entstand unter den fleißigen Händen der Familie Ehlers in zwei Jahrhunderten ein in hoher Kultur stehender Hof, in dem durch sechs Generationen alle Besitzer die Kulturarbeit ihrer Väter und Vorgänger tatkräftig, fleißig und sparsam fortsetzten. Noch heute gehört Hof Basten mit ca. 50 ha der Familie Ehlers.
Der südöstliche Waldbestand des Trotzenburger Gehölzes hieß und heißt noch heute bei den Anwohnern "Der Bassen", "Großes Bassener Holz", und "Kleines Bassener Holz". Der Wald reichte ursprünglich viel weiter nach Osten zu, erfaßte noch die Mulde, in der heute der Hof liegt. Die Ehlers haben aber viel gerodet. Und der Name? Er ist wohl abgeleitet von dem niederdeutschen Wort Basse = Schwein. So mag die Talmulde im Osten des Trotzenburger Gehölzes vor Zeiten Wühl- und Schnüffelplatz unzähliger Borstentiere, später auch Weide für Kühe und Kälber gewesen sein, deren Besitzer, sämtlich Itzehoer Bauernbürger, sie sich zu Sommerzeiten selbst überließen. (BR,IR3)

Bauernweg

Beethovenstraße
Nach Ludwig van Beethoven (*17.12.1770; +26.03.1827), einem deutschen Komponisten der Wiener Klassik und Wegbereiter der Romantik. (BR)

Bekstraße
Nach dem Bach (Itze, Etze, Mühlenbach, Oberlauf auch Forellenbach), der vom Suder Teich über die Brookstraße zum Prinzeßhof kommend und dann weiter zur Malzmühle in der Breiten Straße geleitet wurde. An der Mündung in die ehemalige Störschleife an der Ecke zum Störgang lag die Alte Winde. Den Platz des heutigen Hochhauses -eines der ersten in Itzehoe- nahm vormals die in den 1950er Jahren abgebrochene Oelmühle des Fabrikanten Hirschberg ein. Der Durchbruch von der Bekstraße zur Viktoriastraße wurde erst 1959 angelegt. (BR,IR3)

Bellerkrug
Man meint Bellerkrug sei vielleicht entstanden aus "bi Ellernkrog'' = "beim Erlenkrug'' und Elembroke sei ,,Erlenbruch''. Das ist möglich, aber nicht sicher. Die Ortsbezeichnung Elembroke taucht ebenfalls hier südwestlich der Stör auf, kann aber auch nicht eindeutig zugeordnet werden. (BR)

Bentweide

Bergstraße
Nach der Anhöhe über die sie führt und die zum Teil abgetragen ist. Sie verbindet die Breitenburger Straße und die Große Paaschburg. Westlich der Bergstraße lag parallel noch der alte Fußsteig In de Höv. (HA,BR)

Berliner Platz (17.06.1957, vormals Mittelstraße (04.01.1894))
Berlin, Residenz- und Hauptstadt Brandenburgs, Preußens und des Deutschen Reichs bis 1945, geteilte Stadt von 1945 bis 1989 und Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland seit 1990. Der Raum, den heute der Berliner Platz einnimmt, ist neueren Datums und gehört nicht zum alten Stadtbild Itzehoes, auch wenn er inmitten der ältesten Altstadt liegt. Von alters her gab es von der Breiten Straße zur Paaschburg nur die beiden 3,50 bzw. 3,30 Meter breiten, also sehr schmalen Gassen beiderseits des Hauses Sandberg 12, der damaligen Deutschen Bank. Dies wurde Ende des 19. Jahrhunderts als schlimmer Verkehrsengpaß empfunden. So beschloß man im Rathaus einen Durchbruch, das war 1893. Nach schwierigen Verhandlungen mit den Grundeigentümern wurde der Durchbruch 1895/1896 durchgeführt. Man nannte den neu gewonnenen Verbindungsweg zwischen Breiter Straße und Großer Paaschburg, wohl um seine zentrale Bedeutung für das städtische Verkehrswesen zu kennzeichnen, im Jahre 1894 Mittelstraße. Diesen reichlich farblosen Namen trug der Platz bis 1957. Am 17. Juni dieses Jahres, dem Tag der deutschen Einheit, wurde die Mittelstraße in Berliner Platz umgetauft. Man wollte auch in Itzehoe der engen Verbundenheit zur alten, in der Zeit des kalten Krieges so bedrohten Reichshauptstadt sichtbaren Ausdruck gegeben. (WI,BR,IR3)

Bert-Brecht-Straße
Nach Bertolt Brecht (*10.02.1898; +14.08.1956)), einem einflußreichen deutschen Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. (BR)

Birkenweg
Die Birken bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Birkengewächse. Birken sind oft Pionierpflanzen auf freien Flächen und nährstoffarmen Böden. (WI)

Bismarckstraße (02.09.1898)
Nach Otto von Bismarck (*01.04.1815; +30.07.1898), dem Deutschen Reichskanzler von 1871 bis 1890. Der große Gründer des Zweiten Deutschen Kaiserreiches war zwar bei seiner Entlassung im Jahre 1890 bei Kaiser Wilhelm II. in Ungnade gefallen, ruhte dafür um so fester in den Herzen seiner Deutschen. Bei Bismarcks Tode ging tiefe Bewegung voll ehrerbietigem Dank durch die deutschen Lande. Sie führte dazu, daß überall da, wo es sie noch nicht gab, Bismarckstraßen entstanden. So auch in dem alten Dorf Sude, das damals noch selbständig war und nicht zu Itzehoe gehörte. Am 2. September 1898, dem Sedantage, beschlossen die patriotischen Gemeindevertreter Sudes, der neuen von den Herren Fehrs und Andreßen herzustellenden Straßen von der Brückenstraße bis zur Einmündung in den Liethberg den Namen Bismarckstraße zu geben (Protokollbuch der Gemeindevertretung Sude). Es wundert uns heute nicht wenig, daß nicht die Gemeindevertretung als politisches Organ des Ortes für die Schaffung neuer Straßen verantwortlich zeichnete, sondern zwei Privatpersonen. So war das damals. Das Gelände beiderseits der neuen Straße gehörte den Grundeigentümern Fehrs und Andreßen. Nicht die Gemeinde, sondern sie wurden verantwortlich gemacht für die erste Chaussierung der Straße die bereits 1895 begann. Dafür parzellierten sie später die Grundstücke beiderseits des neuen Weges und verkauften sie nutzbringend. (BR,FÜ,IR3)

Blauer Lappen
Die Gastwirtschaft "Blauer Lappen" an der Rendsburger Chaussee ( B77), der außerörtlichen Verlängerung des Sandbergs nach Norden in Richtung Rendsburg liegt noch auf Itzehoer Gemeindegebiet. Die Straße folgt einem alten Ochsen- bzw. Heerweg. Das Grundstück wird 1898 für den Landmann Paulus Kruse geführt. Von ihm kaufte am 1. März 1908 Peter Maaß das Anwesen. 1957 erhält Ernst Maaß das Grundstück und 1973 geht es in den Besitz von Peter Maaß über, der 1976/1977 einen großen Hotelanbau vornimmt. Den Namen "Blauer Lappen" erklärt der folgende Spruch:
"Aus Dänemark vor vielen Jahren kamen Männer mit Ochsen und Kühen, verkauften sie und stärkten sich in dieser Wirtschaft bei Schnaps und Bier. Dabei blieb manch blauer Lappen hier. Ein Hundertmarkschein, der ist bekannt, darum wird dieses Haus 'Blauer Lappen' genannt." (BR,WT2)

Bocksberg

Bodelschwinghstraße (1959)
Nach Friedrich von Bodelschwingh (der Ältere) (*06.03.1831; +02.04.1910), einem deutschen evangelischen Pastor und Theologen. Er arbeitete in der Inneren Mission und war Gründer der Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel. Das erste Haus in der kleinen, von der Oelixdorfer Straße abzweigenden Stichstraße wurde für ein modernes, schönes Rentnerwohnheim aus kirchlichen und städtischen Mitteln errichtet. (BR,IR3)

Bornkamp
Ein alter Flurname. Born steht für die historische oder historisierend-poetische Bezeichnung für einen Brunnen (BR,WI)

Brahmsweg (22.06.1930)
Nach Johannes Brahms (*07.05.1833; +03.04.1897), einem deutschen Komponisten. (BR)

Brandenburger Weg
Brandenburg (niedersorbisch Bramborska; niederdeutsch Brannenborg) ist ein zweisprachiges Land im Nordosten der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Potsdam und grenzt unmittelbar an den Stadtstaat Berlin. Die historische Mark Brandenburg umfaßte zusätzliche die Altmark und Neumark und war Kernland des Preußischen Gesamtstaates unter der Herrschaft der Hohenzollern. (WI)

Branteweinsgang
Ein ehemaliger Fußsteig zwischen der nördlichen Reichenstraße und dem östlichen Stadtarm der Störschleife, er querte ebenfalls die Salzstraße. Um 1900 ist der östliche Teil ab der Salzstraße bis zur Störschleife bereits verschwunden, das westliche Teilstück wird in den Stadtplänen aus dieser Zeit nun Feuersteig genannt. (BR)

Breite Straße
Auf der Geest gelegen, eine breite Straße der Kaufleute (Krämer). Die Ecke an der Kirchenstraße hieß früher "Am Hagedorn", der Teil an der Langen Brücke auch Ravelin, nach den alten Schanzen. Die Breite Straße - heute erscheint sie uns gar nicht breit. Aber unsere Altvorderen dachten in anderen, bescheideneren Kategorien. Das Prädikat "breit" im Namen einer Straße hat für eine Stadt meist eine ganz besondere Bedeutung. Es will zum Ausdruck bringen, daß es sich um eine bedeutende, vielleicht sogar die bedeutendste Kaufmannsstraße der Stadt handelt und eine sehr alte dazu; man denke nur an die Breite Straße in Lübeck oder den Breiten Weg in Magdeburg. Unsere Breite Straße hat erst im 19. Jahrhundert der Reichenstraße in der Neustadt den Rang abgelaufen, war aber in der Altstadt unstreitig von vornherein die führende. Wenn wir heute daran denken, daß die Breite Straße bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts durch einen von Steinwänden eingefaßten Wasserlauf in der Mitte unterteilt war, so müssen wir über das "breit" im Namen lächeln. Nein, breit war sie wahrlich nicht, unsere Breite Straße. Aber sie war die Haupteinkaufsstraße Itzehoes und ist es, zusammen mit der weit jüngeren Feldschmiede, noch heute. Erst im Zuge der umfangreichen Straßenpflasterungen in den Jahren 1826 und 1827 wurde der Graben, dessen Wasser aus Quellen am oberen Sandberg und dem Ochsenmarktskamp gespeist wurde, zugeschüttet, und so die Straße wirklich verbreitert. Im Jahr 1996(?) wurde die ehemalige Hauptstraße Richtung Norden dann niveaugleich zur Fußgängerzone umgestaltet. Mit dem seit 1972 bestehenden Holstein-Center war aber bereits zwei Jahrzehnte vorher eine Verlagerung der Einkaufszone Richtung Norden zur Feldschmiede eingetreten. Die Schließung des Kaufhauses Hertie (vormals Karstadt, Plath und Timman) führte zu einer weiteren Ausdünnung der Geschäfte. (BR,HA,IR3)

Breitenburger Straße (1888, vormals Bleichenstraße, Redoute, Breitenburger Weg)
Die Breitenburger Straße hat ihren Namen 1888 erhalten und zwar nach dem Weg zum Schloß Breitenburg der heutigen gräflichen Rantzauischen Familie. Schloß und Festung Breitenburg wurden 1531 von Ritter Johann Rantzau, dem Begründer des Ruhmes des edlen Geschlechts, an der Stelle eines alten Mönchshofes erbaut. Mit ihm begann die Herrschaft der Rantzaus über das mittlere Störtal, wozu auch das Kirchspiel Itzehoe gehörte. Ein beträchtlicher Teil des heutigen Stadtgebiets, der ganze Süden von der Ritterstraße und der Großen Paaschburg war jahrhundertelang breitenburgisch, unterstand dem Oberamtmann auf Breitenburg und nicht dem Bürgermeister im Rathaus. Erst 1861 mit der Aufhebung der vier Jurisdiktionen der Stadt kam der breitenburgische Teil zur Stadt Itzehoe. (HA,IR3)

Breitenburger Weg
Der Breitenburger Weg ist die Fortsetzung der Breitenburger Straße außerhalb des Stadtgebietes von Itzehoe nach Osten am südlichen Rand des Breitenburger Gehölzes entlang, beginnend ab Einmündung Große Paaschburg. Es ist der Weg zur Breitenburg und verläuft auf Oelixdorfer Gemeindegebiet am Störtal entlang. Am Breitenburger Weg liegen der Osterhof (abgebrochen), das Eichtal (Eichthal), der Neuhof, Voßkate, Amönenhöhe, Charlottenberg, der Eiskeller, Weinberg, Charlottenhöhe und abgelegen im Breitenburger Gehölz das Forsthaus Friedrichsholz. (BR)

Breslauer Straße
Breslau, Niederschlesien, Wroclaw (polnisch), Stadt an der Oder, viertgrößte Stadt Polens, Hauptstadt der heutigen Woiwodschaft Niederschlesien. (WI)

Brookstraße
Brook (niederdeutsch) bezeichnet einen Bruchwald, ein Sumpf mit Busch- oder Waldbestand. Die Brookstraße folgt dem Verlauf der hier seit dem 19. Jahrhundert verrohrten Itze südwestlich der Feldschmiede vom ehemaligen Suder Teich an der Bahnhofstraße (früher Standort der Roten Mühle) bis zum Prinzeßhof. Vorgänger der Brookstraße war ein alter Fußsteig der vom Prinzeßhof bis zur Brückenstraße führte. (BR,IR1)

Brückenstraße (1880)
Einst führte ein die Nordgrenze Itzehoes zum Dorf Sude hin führender, namenloser Feldweg von der Lindenstraße aus in das Innere Sudes, vorbei an dem bekannten Aussichtsturm Leesenshöhe. Der Geländeeinschnitt für die Bahntrasse beim Bau der Marschenbahn nach Heide in den Jahren 1877 und 1878 unterbrachen die alte natürliche Verbindung zwischen Itzehoe und Sude und machten die Errichtung einer die Bahntrasse überquerenden Brücke notwendig. Nach ihr wurde im Jahre 1890 der nunmehr befestigte Weg Brückenstraße genannt. Um 1960 wurde dann zur Erschließung des Industriegebietes im Westen Sudes die ehemals am Liethberg endende Brückenstraße bis zur Gasstraße hin verlängert. Sie folgt heute hier zwischen dem Liethberg und der Dorfstraße dem alten Gang Schulsteig. (BR,IR3)

Brunder Straße
Brunde in Nordschleswig ist eine ehemalige Kirchspielgemeinde in Nordschleswig, westlich der Hafenstadt Apenrade. (WI)

Brunnenstieg (22.06.1930)
Ein ehemaliger Fußsteig vom Sandberg zum Lübschen Brunnen. Erst mit dem Ausbau des Stieges zur Straße direkt auf den "Lübschen Brunnen" und die Kieler Landstraße zu entstanden an ihr Häuser und das Stadion. Vorher mußte der Umweg über Sandberg und die alte Kastanienallee genommen werden. (BR)

Brunnenstieg (alt)
Ein ehemaliger Fußsteig, der von der oberen Kaiserstraße nach dem unteren Coriansberg führte, war der Kirchweg der Oelixdorfer. Er trennte die Gärten der Anwohner des Coriansberges in zwei Teile, zum großen Leidwesen der Besitzer, durfte aber nicht aufgehoben werden, weil er seit Jahrhunderten der privilegierte Kirchenweg war. Die Anlieger des Coriansbergs nannten ihn Brunnenstieg, und zwar aus dem Grunde, weil auf einer Erhöhung ein recht ergiebiger Trinkwasserbrunnen lag, an dem die Anlieger ihr Wasser für den täglichen Gebrauch holten. Später bildete sich eine Vereinigung, an deren Spitze der alte, stadtbekannte Gemüsezüchter Claus Fehrs stand. Sie schuf eine Privatwasserleitung. Den Anliegern des Coriansberges wurde das Wasser des Brunnens gegen geringes Entgelt durch Röhren ins Haus geleitet. Erst viel später wurden diese Wasserleitungen von der Stadt übernommen. Der Brunnenstieg war im Winter, wenn reichlich Schnee lag, eine beliebte Rodelbahn, und mancher Junge schlitterte mit seinem Kukassen den Steig hinunter und sauste mit seiner Nase auch einmal in die den Steig einfassende Dornenhecke. (BR,IR1)

Brunnenstraße (1870)
Der Weg aus der Stadt nach Norden zum Klosterbrunnen. Brunnenstraße und Brunnenstieg - sie haben das Wort "Brunnen" gemeinsam. Wasser gab es zwar zu allen Zeiten genug in Itzehoe. Nicht nur die Stör sondern auch eine Reihe aus Quellen im nordöstlichen und östlichen Geestrand gespeiste Bäche sorgten dafür, daß Itzehoe nicht austrocknete und das für die zahlreichen Feuersbrünste, die unsere Stadt in früheren Jahrhunderten immer wieder heimsuchten, stets genügend Löschwasser zur Verfügung stand. Ein wirkliches Problem war dagegen die Trinkwasserversorgung, besonders für die "vornehme", einst so volkreiche Neustadt. In der Altstadt gab es zahlreiche offene Brunnen, in die man nach 1800 Pumpen einbaute. Wenig später bemühte sich der Magistrat, auch die letzten noch offenen Brunnen zu beseitigen. Er machte den Anwohnern klar, daß Brunnenschächte keine Ablage für Unrat, Hunde- oder Katzenkadaver seien und daß Kinder oder Schwachsinnige nie mehr, wie wiederholt geschehen, in die offenen Brunnen stürzen dürften. Die Brunnenstraße verdankt ihren Namen den an und in ihnen besonders zahlreich vorhandenen Pumpenbrunnen. Die Brunnenstraße, früher ein Teil der Sandkuhle, erhielt nach 1870 ihren Namen. (HA,IR3)

Buchenweg
Nach den Buchen, der einzigen Pflanzengattung der Unterfamilie der Fagoideae innerhalb der Familie der Buchengewächse. Am Buchenweg lag auf einem bronzezeitlichen Grabhügel bis 1861 der Galgenberg der lübschen Jurisdiktion der Stadt Itzehoe. Im Bereich Buchenweg, Ulmenweg und Ahornweg gab es vor der Bebbauung in den 1960er Jahren viele kleine Sandgruben die nach Ausbeutung als Müllgrube dienten. Die um 1980 vorgenommene Verlängerung des "alten" Buchenweges nach Südwesten über das Gelände einer ehemaligen Gärtnerei bis zur Bargkoppel erhielt am 13.09.1982 ebenfalls den Namen Buchenweg. (BR,WI)

Burg (vormals Burgstraße)
Auf dem Platz Burg stand einst die Burg der Schauenburger Grafen, nicht die Karls des Großen. Später war dort das Amtshaus der Amtmänner von Steinburg, der Vertreter des Landesherrn. Der Platz "Burg", im Norden der Neustadt, trägt noch heute einen, an die einstige Landesbedeutung des mittelalterlichen Itzehoe erinnernden Namen. Hier, auf der kleinen, aber sichtbaren Erhöhung, stand einst die Burg der holsteinischen Grafen aus dem Geschlecht der Schauenburger, die den Landesteil Holstein von 1111 bis 1459 regierten. Noch vor vierzig Jahren dachte jedermann in Itzehoe, der Name "Burg" ginge zurück auf die im Jahre 810 auf Geheiß Karls des Großen gegründete Esesfeldburg, eine Befestigung, die der große Frankenherrscher im Frührot unserer Geschichte gegen die Angriffe des Dänenkönigs Göttrik errichten ließ. Forschungen in den 1950er und 1960er Jahren, die sich an die Namen unseres verehrten Heimatfreundes Konrad Brandes und Hermann Hofmeister und Herbert Jankuhn knüpften, hatten ergeben, daß unsere "Burg" inmitten des Stadtzentrums nichts mit der Karolingerburg zu tun hat, weit jüngeren Ursprungs ist, erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts entstanden sein muß. Wahrscheinlich ist Graf Adolf III. der Gründer gewesen. Er und seine nächsten Nachfolger haben gern und oft auf der Burg Itzehoe residiert. Itzehoe war im späten Mittelalter lange Zeit - heute würden wir sagen - Landeshauptstadt. Dafür spricht ja auch die Tatsache, daß nach Angaben des gelehrten Heinrich Rantzau (16. Jahrhundert) nicht weniger als 10 Herzoge und Grafen in unserer Laurentiuskirche ihre letzte Ruhestätte gefunden haben sollen. Die Zufahrt von Süden von der Krämerstraße trug bis in das 19. Jahrhundert den eigenen Namen Burgstraße. (BR,IR1,IR3)

Buschkamp
Nach einem alten Flurnamen ist diese kleine Straße in Tegelhörn benannt. (BR)

Buschweg
Nach dem Buschwerk benannt, durch das der Weg in Edendorf einst zur Buschkoppel (einer ehemaligen kleinen Tonkuhle westlich der Schenefelder Chaussee) führte. (BR,RA)


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Carl-Goerdeler-Weg (26.07.1978)
Nach Carl Friedrich Goerdeler (*31.07.1884; +02.02.1945), einem deutschen Juristen, nationalkonservativen Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. (BR)

Carl-Semler-Weg
Nach Carl Semler (*?; +?), dem Mitbegründer der Semlerschen Kapelle (01.04.1851), die er bis 1869 leitete und die bis zum Kriegsbeginn 1939 bestand. (BR)

Carl-Stein-Straße (1959)
Nach Carl Stein (*07.10.1880; +25.07.1957), einem deutschen Politiker und Bürgermeister von Itzehoe 1947 bis 1949. Die Carl-Stein-Straße zweigt nördlich der Suder Allee nach Osten von der Edendorfer Straße ab. Die im Jahre 1950 neu geschaffene Straße mit den vielen schönen, modernen Häusern führt den Namen nach dem Tapeten-Großhändler Carl Stein. Stein, geborener Württemberger, wurde 1907 in Itzehoe seßhaft. Er war Mitinhaber der Tapetengroßhandlung A. Soetje. Er zeigte bald Interesse und Begabung für die Kommunalpolitik in Kreis und Stadt, wurde 1919 Mitglied des Kreistags und des Kreisausschusses Steinburg und 1917 Stadtverordnetenvorsteher von Itzehoe. Auch nach dem unglücklichen Ausgang des Ersten Weltkrieges, als es galt, aus dem Nichts ein Neues aufzubauen, war Carl Stein wieder zur Stelle, ebenso wie nach dem Zweiten Weltkrieg. Er wurde im Januar 1946 von der britischen Militärregierung zum ersten ehrenamtlichen Landrat des Kreises Steinburg berufen. Am 6. Februar 1947 wurde er zudem einstimmig zum ehrenamtlichen Bürgermeister von Itzehoe gewählt. Als er bereits aus geschäftlichen Gründen im November 1949 sein Amt zur Verfügung stellte, war das für die Stadt Itzehoe ein großer Verlust und wurde allgemein bedauert; denn Bürgermeister Stein hatte in schwerer Zeit mit großer Umsicht und Weisheit seines Amtes gewaltet. In seiner sachlichen, ruhig abwägenden und von Verantwortungsgefühl getragenen Wesensart hat sich Stein um die Stadt Itzehoe verdient gemacht. (BR,IR3)

Carl-Zeiss-Straße (um 1975)
Nach Carl Zeiss (*11.09.1816; +03.12.1888), einem deutschen Mechaniker und Unternehmer. Er gründete die Firma Carl Zeiss. Die Straße entstand mitten auf einer alten flachen Müllkippe, die in den 1960er Jahren auf der noch gänzlich unbebauten Suder Klostermarsch zwischen der Otto-Hahn-Straße im Osten und dem Gelände der Firma Rusch in Sude angelegt und bis Mitte der 1970er Jahre betrieben worden war. (BR)

Christian-Lohse-Straße (1945, vormals Hermann-Schmidt-Straße (1937-1945))
Nach Christian Lohse (*?; +1935), dem Geschäftsführer der Konsumgenossenschaft Itzehoe, Stadtverordneter 1915 bis 1929 und Stadtrat in Itzehoe von 1919 bis 1924. Die Christian-Lohse-Straße ist die lange, südliche Parallelstraße zum Kamper Weg, südlich des Reesiekplatzes im Stadtteil Wellenkamp. Lohse hat sich seinerzeit um die nach dem Ersten Weltkrieg sehr bedrängte Lage vieler Armer und Bedürftiger der Stadt verdient gemacht.
Die zwischenzeitliche Bennung von 1937 bis 1945 erfolgte nach Hermann Schmidt (*?, +07.03.1929) aus St. Annen (Dithmarschen), einem SA-Mann und einer der drei Opfer der Blutnacht von Wöhrden. (BR, DW, IR3,WI)

Christiansgang
Der Christiansgang ist der mittlere der drei ehemaligen Fußsteige zwischen Feldschmiede und Feldschmiedekamp. Er lag in Höhe der Kampstraße und ist heute nicht mehr vorhanden. Weitere (Durch-)Gänge zur Feldschmiede waren Timms Gang (westlich) und Junges Gang (östlich). (BR)

Clara-Immerwahr-Weg
Nach Clara Immerwahr (*21.06.1870; +02.05.1915), einer deutschen Chemikerin. Sie war eine der ersten deutschen Frauen mit einem Doktortitel und engagierte Frauenrechtlerin. (BR)

Conrad-Röntgen-Straße
Nach Wilhelm Conrad Röntgen (*27.03.1845; +10.02.1923), einem deutschen Physiker. Er entdeckte am 1895 die nach ihm benannten Röntgenstrahlen; hierfür erhielt er 1901 als erster einen Nobelpreis für Physik. Seine Entdeckung revolutionierte unter anderem die medizinische Diagnostik und führte zu weiteren wichtigen Erkenntnissen, z. B. der Entdeckung und Erforschung der Radioaktivität. Die Conrad-Röntgen-Straße gehört mit zu den Ärztestraßen im Südteil von Edendorf. Die Namensgebung muß in Zusammenhang mit dem Mitte der 1970er Jahre im Bau befindlichen Kreis-Stadt-Krankenhaus südlich davon gesehen werden. So hat die Itzehoer Ratsversammlung sehr verständig und verständlich für die Straßen um das neue Krankenhaus sach- und personalbezogene Namen von Ärzten und Naturforschern ausgewählt, die sich dem Dienst der Volksgesundheit verschrieben hatten. (BR,IR3)

Coriansberg
Die Straße Coriansberg, ein uralter und dazu seltsamer Name, über dessen Entstehung man sich oft den Kopf zerbrochen hat. So nahm man früher an, Coriansberg sei eine Kürzung von Corbiniansberg und dachte dabei an den bayerischen Kirchenheiligen Corbinian von Freising (um 700), dem die Kapelle in der fränkischen Esesfeldburg gewidmet gewesen sein soll. Reimer Hansen, der Itzehoer Geschichtsschreiber von 1910, nahm an, daß auf dem Berg eine Kapelle gestanden haben könnte, die von dem in dem nordfranzösischen Kloster Corbie bei Amiens erzogenen und ausgebildeten "Apostel des Nordens", Ansgar, dem ersten großen christlichen Missionar unserer Heimat, nach Corbie Corbiniansberg -auch Corbiansberg- genannt worden sei. Beides sind Vermutungen ohne jede geschichtliche Beweiskraft. Ich glaube nicht, daß der Raum um den heutigen Coriansberg im 9. Jahrhundert überhaupt schon besiedelt gewesen ist. Das Wort "Coriansberg" ist erst seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar. 1665 erscheint er in der Form Crayansberg. Damals hauste ein Mann, den die Umwohner Corjahn nannten, oben auf dem Berg. Er hieß wohl richtig Cord Jan oder auch Cord Johann. Nach ihm, dem vielleicht ersten Bewohner des Berges, nannte man die Anhöhe im 19. Jahrhundert Crojahnsbarg, dann Corjahnsberg, woraus allmählich sich die heutige Form Coriansberg entwickelt hat. Die Ecke zur Hindenburgstraße wurde auch "Scharfes Eck" genannt.. (BR,IR2,IR3)


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Dammannkoppel (1966)
Benannt nach der Bauernfamilie Dammann, deren Mitglieder seit mehr als 200 Jahren im Leben der Edendorfer Gemeinde eine entscheidende Rolle spielten, insbesondere nach Heinrich Dammann, Edendorfer Gemeindevorsteher 1861 bis 1867 und 1886 bis 1892. (RA)

Dampferplatz
Eine kleine Ladestraße am südlichen Ende der Fischerstraße mit Kaianlage, an der westlichen Einfahrt zur Störscheife unweit des Delftor gelegen. Sie entstand mit dem Bau der Delftorbrücke um 1895. Hier hatte die Kochsche Kalksandsteinfabrik aus der Oelixdorfer Straße eine Schiffs-Verladeanlage. Nach der Zuschüttung der Störschleife 1974/1975 wurde das Gelände durch die Firma Ford Bandholz aus der Reichenstraße weitergenutzt, heute Altersheim "An der Stör". (BR)

Danziger Straße
Danzig (polnisch Gdansk) ist eine Hafen- und ehemalige Hansestadt in Polen. Sie liegt westlich der Weichselmündung in der historischen Landschaft Pommerellen und ist Hauptstadt der heutigen Woiwodschaft Pommern. (WI)

De Köken Gaarn (2001)
Die Straße De Köken Gaarn in Sude entstand nach Abbruch 1999 des alten Hofes Gloyer auf dem ca. 7000 m² großen Hofgrundstück das neu parzelliert wurde. (FÜ)

Detlev-H.-Rötger-Straße
Nach Detlef Heinrich Rötger (*?; +?), Bürgermeister der Stadt Itzehoe von 1815 bis 1837. (BR)

De-Vos-Straße (1965)
Nach Charles Pierre de Vos (*07.01.1810; +30.12.1889), Industrieller und Firmengründer der ehemaligen Zuckerfabrik in der Neustadt. Die De-Vos-Straße, eine erst 1965 angelegte Straße im äußersten Südwesten des Stadtteils Wellenkamp (parallel zur Umgehungsstraße) wurde, wie die Düring-, Wessel-, Ottens- und Feldmannstraße nach einem bedeutenden Itzehoer Industriellen genannt. Es war der größte unter ihnen, der Gründer und Inhaber der Zuckerfabrik im Norden der Neustadt an der Wallstraße. Der aus Belgien (Gent) stammende Charles Pierre de Vos, Sohn eines Fabrikanten, gründete 1840 in Itzehoe eine Zuckerfabrik, die sich im Laufe der Zeit zur größten und bedeutendsten in ganz Schleswig-Holstein entwickelte. Hunderte von Itzehoern fanden in ihr Lohn und Brot, de Vos wurde 1881 geadelt und zum Geheimen Kommerzienrat ernannt. Die städtischen Körperschaften ernannten de Vos zum Dank für seine weitreichende soziale und karitative Tätigkeit am Tage seiner Silberhochzeit im Jahre 1878 zum Ehrenbürger der Stadt. Sein gleichnamiger Sohn Charles Rudolph von de Vos (*1854; +22.12.1936) hat später der Stadt seinen Wohnsitz Westerhof in der Breitenburger Straße um 1920 und den um den Westerhof liegenden Park 1929 der Stadt überlassen. Dieser wurde im Jahre 1930 für die Öffentlichkeit als Stadtpark, ab 1990 (?) hieß er Cirencesterpark, freigegeben. Der Wohnsitz Westerhof wurde Sitz des 1937 aus Altona nach Itzehoe verlegten Landgerichtes. (BR,GR,IR3)

Diebenkornstraße
Nach Diebenkorn (*?; +?) (?). (BR)

Dietrich-Bonhoeffer-Straße (2006, vormals Hermann-Hofmeister-Straße (1959))
Nach Dietrich Bonhoeffer (*04.02.1906; +09.04.1945), einem lutherischen Theologen, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche. Er war am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt.
Die vormals nach Hermann Hofmeister (*17.05.1878; +26.07.1936) benannte Straße ist eine moderne, breite Straße und Parallelstraße zur westlichen Lindenstraße und Hauptverbindung aus der Innenstadt zu dem größeren Teil von Sude-West nördlich der Marschbahn. Sie entstand im Jahr der 1150-Jahrfeier der Stadt Itzehoe 1960, als die Bürgerschaft von Itzehoe sich voll Dankbarkeit des großen Heimat- und Burgenforschers Hermann Hofmeister erinnerte. Hofmeister war es nämlich gewesen, der als erster schon im Jahre 1932 in seinem Entdecker-Buch "Urholstein" die These verfocht, daß die Itzehoer Karolingerburg nicht auf dem Platz "Burg" im Norden der Neustadt gelegen haben könnte, sondern an der sogenannten Oldenburgskuhle in der Nordwestecke des Itzehoer Stadtfeldes an der westlichen äußersten Grenze zur Heiligenstedtener Gemarkung. Eine unerhörte Behauptung für die Itzehoer, die aus allen Wolken fielen. Sie konnten es sich doch nicht anders vorstellen, als daß "ihre" Karolingerburg im Herzen der Stadt gelegen haben müsse. So wurde Hofmeisters Hypothese von der Oldenburgskuhle in Bausch und Bogen verdammt. Und doch - Hofmeister sollte recht behalten. Erst lange nach seinem Tode (1936) haben Herbert Jankuhn in Kiel und sein Schüler Konrad Weidemann in den Jahren 1958 und 1959 durch gründliche Ausgrabungen festgestellt, daß die Burg Esesfeld tatsächlich und wirklich an der Oldenburgskuhle gelegen hat. Es wird für alle Zeiten das schöne Verdienst des früheren Itzehoer Arztes Konrad Brandes bleiben, daß er, ein begeisterter Schüler Hofmeisters, nicht locker gelassen hat, bis noch kurz vor der 1150-Jahr-Feier der Karolingerburg öffentliche Mittel und Privatspenden zur Verfügung gestellt wurden, mit deren Hilfe gründliche Ausgrabungen in der Oldenburgskuhle durchgeführt werden konnten. Sie bestätigten Hofmeisters These: nicht in der Neustadt - in ihr stand seit dem 12. Jahrhundert die kleine Burg der Holsteiner Grafen - sondern im äußersten Nordwesten des Itzehoer Stadtgebietes, gerade noch innerhalb der Itzehoer Gemarkung, erhob sich in Vorzeiten die uralte Burg Kaiser Karls des Großen. (BR,IR3)

Dithmarscher Platz (1959, gelegentlich auch Wilstermarschplatz)
Der Dithmarscher Platz im Norden der Altstadt hat sich seit etwa 1880 zu einem zentralen Punkt und Verkehrsknoten der Stadt entwickelt. Um 1870 noch am Rande der Stadt liegend, vor sich freies Feld und westlich, wo sich heute die Helenenstraße hinzieht, den Suder- oder Feldschmiedeteich und die nach Brunsbüttel, Marne und Meldorf führende "Chausseestraße" - heute Lindenstraße - entstand in den 1880er Jahren aus zugeschüttetem Teich und Randwiesen um ihn der Dithmarscher Platz. Es war das Verdienst des Grützmüllers W. Gravert in Neuenbrook, der den Teich und die um ihn liegenden Ländereien aufkaufte und den Teich selbst zuschütten ließ, daß nunmehr als nördlicher Abschluß der Innenstadt der Dithmarscher Platz immer mehr an wirtschaftlicher und verkehrspolitischer Bedeutung gewann. Bereits um 1880 war vom Dithmarscher Platz aus die Bahnhofstraße als Zugangsstraße zum neuen Bahnhof angelegt worden. Die eigentliche Flächenschaffung als Platz erfolgte erst mit dem Bau des heutigen Sparkassengebäudes unter Bürgermeister Rohde um 1929, dem Bau der Timm-Kröger-Straße und dem Abbruch einiger Gebäude zwischen dem damaligen Feldschmiedekamp und der Feldschmiede, darunter dem "Gast- und Logierhaus Dithmarscher-Haus" das fast die Hälfte des heute freien Platzes einnahm. Bereits in den 1950er Jahren wurde die alte Gravertsche Mühle auf der Westseite abgebrochen. Eine weitere Umgestaltung des Platzes erfolgte um 1960 mit dem Abbruch des Krämeramtsstiftes (1956) an der Ecke zur Steinbrückstraße und dem nachfolgenden Bau eines Hotels, dem Abbruch des Auslieferungslagers der Elbschloßbrauerei und dem Abbruch des alten Wohnhauses des Stadthistorikers Carl-Friedrich Jägermann (1959) an der Ecke zur Timm-Kröger-Straße. An seiner Stelle entstand eines der ersten Hochhäuser in Itzehoe. Eine weitere Neugestaltung begann 1981 mit dem Abbruch des Wilstermarsch-Hauses und der Entschärfung der bis dahin rechtwinkligen Ecke zur Bahnhofstraße um eine bessere Verkehrsführung zu schaffen. Diese Umgestaltung wurde erst um 1990 vollendet. Dabei verschwand auch das ortsprägende, mitten auf dem Platz befindliche Buswarte- und Toilettengebäude. (BR,IR3)

Dorfstraße
Die Dorfstraße war die Hauptstraße des alten Dorfes Sude, lange Zeit wohl die erste und einzige überhaupt. (IR3)

Dorothea-Erxleben-Ring
Nach Dorothea Erxleben (*13.11.1715; +13.06.1762), der ersten promovierten deutschen Ärztin und Pionierin des Frauenstudiums. (BR)

Dorothea-Schlözer-Weg
Nach Freifrau Dorothea von Schlözer (*18.08.1770; +12.07.1825), einer Doktorin der Philosophie. (BR)

Draisine
Als Draisine wird ein meist vierrädriges oder dreirädriges Bahndienstfahrzeug bezeichnet, das, mit Muskel- oder mit Motorantrieb ausgestattet, als Hilfsfahrzeug zur Inspektion von Eisenbahnstrecken sowie zum Transport von Arbeitern und Werkzeug verwendet wird. (WI)

Drosselweg
Die Drosseln sind eine artenreiche Vogelfamilie in der Ordnung der Sperlingsvögel, Unterordnung Singvögel. (WI)

Düringstraße (1965)
Benannt nach der Familie Düring, Fabrikanten und Besitzer des Itzehoer Eisenwerkes. Als die Itzehoer Ratsversammlung im Jahre 1965 den im Stadtteil Wellenkamp unmittelbar südwestlich der Umgehungsstraße liegenden Neubaugebieten Straßennamen geben sollte, einigten sich die Stadtväter auf die Namen der ehemaligen Itzehoer Fabrikanten de Vos, Düring, Feldmann, Krichauff, Ottens und Wessel. Eine bessere Wahl hätte man sich nicht denken können, als die, den neuen Straßen in dem als Industriegebiet ausgewiesenen Raum im äußersten Südwesten der Stadt die Namen von Männern zu geben, die im 19. Jahrhundert durch Gründung von Fabriken den Ruf Itzehoes als Industriestadt im Westen Holsteins mitbegründet hatten. Die Düringstraße hat ihren Namen erhalten nach den Besitzern des einstigen und einzigen Itzehoer Eisenwerks mit Gießerei, dem Vater Gustav Düring und dem Sohn Emanuel Düring. Gustav Düring trat Im Jahre 1682 als Teilhaber in die kleine Itzehoer Eisengießerei des Uhrmachermeisters Heinrich Eggers ein. Dieter H. Eggers ist der Großvater des hochbetagten und im besten Sinne stadtbekannten Uhrmacher- und Optikermeisters Paul Eggers, Breite Straße 32. Seit 1863 Alleinbesitzer des "Itzehoer Eisenwerks", lieferte Düring in seiner Metallgießerei, Maschinenbauanstalt und Kesselschmiede all das, was unter anderem die großen Itzehoer Firmen Charles de Vos, Carl Hirschberg und Otto Friedrich Alsen an Maschinenteilen, Rädern, Transmissionen, Riemenscheiben, Schwungrädern, Kesseln, Pumpen und Armaturen benötigten. Bald stellte Düring auch ganze Ziegeleianlagen und Industrieöfen her. Die Fabrik beschäftigte etwa hundert Arbeiter, für die Zeit um 1870 eine stattliche Zahl. Gustav Dürings Sohn Emanuel hat das schöne und geachtete "Itzehoer Eisenwerk GmbH" nach dem Tode des Vaters (1883) weitergeführt und sich als Itzehoer Stadtrat und 1. Vorsitzender des 1893 neugegründeten Itzehoer Bürgervereins, der mitgliedsstark bis 1918 großen Einfluß auf das öffentliche Leben der Stadt ausgeübt hat, sehr verdient gemacht. Um das Jahr 1900 wurde auch eine kleine Werft zwischen der Eisenbahnbrücke und der Fackschen Werft auf dem Brook betrieben. Nachzutragen ist dazu noch, daß die Düringsche Fabrik leider 1928 infolge der damals grassierenden wirtschaftlichen Depression zu Grunde ging. Sie lag da, wo sich heute in der Straße Hinterm Klosterhof 23 die Gebäude der ehemaligen Firma H. Weber KG erstrecken. (BR,IR3)

Dürrstraße (22.06.1930)
Nach Ludwig Dürr (*04.06.1878; +01.01.1956), einem deutschen Luftschiffkonstrukteur. (BR)

Dwerweg
Ein alter Querweg (niederdeutsch dwer) zwischen Schenefelder Chaussee und der Alten Landstraße. (BR)


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Eckenerweg (22.06.1930)
Nach Hugo Eckener (*10.08.1868; +14.08.1954), einem deutschen Luftschiffpionier. Er war Nachfolger von Ferdinand Graf von Zeppelin. (BR)

Edendorfer Straße (vormals Chausseestraße (1870))
Ehemals überörtliche Verbindungsstraße von der Lindenstraße nach Norden in Richtung des Stadtteils Edendorf, beginnend am Adler im Stadtteil Sude. (BR)

Eeken (20.08.1964)
Eeken ist die niederdeutsche Bezeichnung für Eichen. (BR)

Ehebrechergang
Wenn man vom Sandberg aus zum Holzkamp gehen will, dann geht ein Weg durch den sogenannten Ehebrechergang, wie er vor hundertenfünfzig Jahren hieß. Auch Rudolf Krohn nannte diesen so. Dieser Gang verbindet auch heute noch den Sandberg zwischen den Häusern 52/54 mit der St.-Jürgen-Str. 7/9. Mit der Verlegung einer Rotlichtbar in die St.-Jürgen-Str. 9 hat der Name heute wieder an Bedeutung gewonnen. (BE1,BR)

Ehlersweg
Nach Claus Ehlers (*1842; +1911), Geschäftsmann, Unternehmer und Edendorfer Gemeindevorsteher von 1892 bis 1906. Der Ehlersweg führt uns in den Südwesten des ehemaligen Dorfes Edendorf. Ehlers war ein kluger, weitblickender, freilich auch recht eigenwilliger Geschäftsmann. Er hat, besonders als Gemeindevorsteher, viel für Edendorf getan. 1876 erbaute er auf der Buschkoppel am Buschweg die erste Ziegelei. Er war maßgeblich beteiligt an der Schaffung der Bahnlinie Itzehoe - Wrist, die 1889 eröffnet wurde und durch Edendorf führte. 1893 entstand auf seine Initiative am nördlichen Ende der Edendorfer Straße das Bahnhofshotel in Edendorf, aus dem 1895 der Gastwirt Eduard Müller den um 1910 in ganz Holstein berühmten "Garten Eden", ein Garten- und Ausflugslokal mit großen Sälen, Musikpavillon, Kegelbahnen, Schießständen, Palmenhain, Eselswiese, einen Kleintier-Zoo, einer Bildergalerie und einem Museum schuf. Ehlers fand einen tragischen Tod. Er stürzte 1911, 69 Jahre alt und beinamputiert, beim Heuladen vom Wagen. (BR,IR3)

Eichengrund

Eichtal (auch Eichthal)
Ein Tal im Osten des Itzehoer Stadtgebietes, dem Tal entspringt auch der Mühlenbach der die ehemalige Malzmühle in der Breiten Straße antrieb. (BR)

Einhardstraße (20.08.1964)
Nach Einhard (auch Einhardt oder Einhart) (*um 770; +14.03.840), einem fränkischen Gelehrten, Kunstsachverständigen und Autor, eine der herausragendsten Gestalten der karolingischen Renaissance. Sein bedeutendstes und bekanntestes Werk ist die Vita Karoli Magni, die Biographie Karls des Großen. (BR)

Elbeblick
Eine Straße im heutigen Wohngebiet, einem ehemaligen Kleingartengelände, gleichen Namens am oberen Sandberg. Von einer Höhe von etwa +60 m NN hat man einen weiten Blick bis zur Elbe und nach Niedersachsen. (BR)

Elly-Ney-Straße
Nach Elly Ney (*27.09.1882; +31.03.1968), einer deutschen Pianistin, die als Interpretin der Werke Ludwig van Beethovens Bedeutung erlangt hat. (BR)

Elmshorner Straße
Überörtliche Verbindungsstraße nach Süden Richtung Elmshorn, beginnend in Wellenkamp am Kremper Weg. (BR)

Elsa-Neumann-Weg
Nach Elsa Neumann (*23.08.1872; +23.07.1902), einer deutschen Physikerin. Im Jahre 1899 wurde sie als erste Frau im Fach Physik an der Berliner Universität promoviert. (BR)

Emil-von-Behring-Straße
Nach Emil von Behring (*15.03.1854; +31.03.1917), einem deutscher Bakteriologe und Serologe sowie Träger des ersten Nobelpreises für Physiologie oder Medizin. Besonders seine Forschungsarbeiten zur Diphtherieerkrankung waren bahnbrechend. (BR)

Emmy-Noether-Straße
Nach Emmy Noether (*23.03.1882; +14.04.1935), einer deutschen Mathematikerin, die grundlegende Beiträge zur abstrakten Algebra und zur theoretischen Physik lieferte. (BR)

Erich-Kästner-Straße
Nach Erich Kästner (*23.02.1899; +29.07.1974), einem deutschen Schriftsteller, Drehbuchautor und Verfasser von Texten für das Kabarett. Bekannt machten ihn vor allem seine Kinderbücher sowie seine humoristischen und zeitkritischen Gedichte. (BR)

Erlenweg (13.09.1982)
Die Erlen bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Birkengewächse. (WI)


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Fackenburg
Über die Fackenburg welche einst in Itzehoe lag, zu berichten, ist nach meiner Ansicht eine heimatliche Aufgabe. Bisher wurde eigentlich immer nur der Name derselben erwähnt.
Leider ist über die Entstehung, das Jahr der Gründung wie auch das Schicksal der Fackenburg nicht viel Überliefertes vorhanden. Man muss sich deshalb auf die Berichte ganz alter Einwohner und auf alte Schriftstücke verlassen. Jedoch haben wir das Glück, aus einem alten Stadtplan von Itzehoe um das Jahr 1890 die ungefähre Lage der Fackenburg entnehmen zu können. Über die Befestigung der Burg weiß man nichts. Angaben hierüber könnten wohl nur aus Einzelheiten der verschiedenen Jahrhunderte zusammengestellt werden. So ist es auch immer unser Bemühen gewesen, eine Aufklärung über die Befestigung der Burg zu erhalten. Aus diesem Grunde habe ich unter freundlicher Mithilfe von Dr. Brandes eine jahrelange und mühevolle Nachforschung über die Fackenburg angestellt.
Viele alte Itzehoer und Itzehoerinnen, welche heute [um 1965] schon in den neunziger Jahren stehen, sind von uns nach allen Möglichkeiten befragt worden. Leider aber konnten uns diese nur sehr dürftig dabei helfen, und ihre Angaben gingen sehr oft auseinander. Der Name Fackenburg war ihnen wohl bekannt, aber vielfach nur als ein Ortsteil oder eine Stadtgegend in Erinnerung. Es soll in den früheren Jahren immer geheißen haben: Wir wohnen bei der Fackenburg, Paaschburg oder Redoute. Die jüngere Generation kennt allerdings die Bezeichnung Fackenburg überhaupt nicht mehr.
Wie wir schon wissen, haben früher außer der Esesfeldburg, welche Herr Dr. Brandes eingehend beschrieben hat, neben der Burg in der Neustadt drei weitere Burgen bestanden. Dies waren die Fackenburg, die Paaschburg und die Schulenburg. Diese drei Burgen dienten wohl zum Schutze der Burg in der Neustadt wie auch der Stadt selbst. So haben die Nachforschungen von Dr. Brandes ergeben, daß die letzeren Burgen adelige Besitztümer waren. Daneben existierte auch noch die Trotzenburg als Vorposten.
Nach unseren Feststellungen lag die Fackenburg hart an der Grenze des früheren Dorfes Sude. Sie begann, nach dem Stadtplan von 1890, mit einem Geländeeinschnitt bei dem oberen Feldschmiedekamp (früher der Hundegang genannt), bei der Ecke der heutigen Timm-Kröger-Straße. Nach Aussagen von alten Leuten (auch hier mit verschiedenen Abweichungen) ging sie über die Ländereien des Krämeramtsstiftes (Dithmarscher Platz 8) entlang der Lindenstraße bis zum Transitweg (heutige Klaus-Groth-Straße).
Ob die Fackenburg nun eine Burg mit einer Befestigung im früheren Sinne gewesen ist, glaubt auch Herr Dr. Brandes nicht nicht so recht. Es waren in den früheren Stadtplänen auch keine Anhöhen zu finden. Wohl aber waren sie ein Vorwerk in Verbindung mit einer Zoll- und Stadtschranke, wie eine solche am Sandberg in der Höhe von Offes Gasthof [nachfolgend "To'n Peerstall", heute "La Stalla", Sandberg 71] gewesen sein soll. Somit nahm die Burg das ganze Gelände vom Dithmarscher Platz bis zur heutigen Klaus-Groth-Straße ein. (BE2,BR)

Fasanenweg
Der Fasan ist eine Vogelart aus der Ordnung der Hühnervögel. (WI)

Fehrsstraße (1921, vormals Georgstraße (06.11.1901))
Nach Johann Hinrich Fehrs (*10.04.1838; +17.08.1916), einem niederdeutschen Erzähler und Lyriker. Die Straße wurde 1901 auf dem Land des St.-Jürgen-Stiftes angelegt. Die Fehrsstraße hieß von 1901 bis 1921 zunächst Georgstraße, und zwar nach dem heiligen Georg, dem Schutzheiligen des benachbarten St. Jürgen- oder Georgstiftes. Es gab in Itzehoe schon vorher eine Johann-Hinrich-Fehrs-Straße. Sie wurde 1921 in Stormstraße umbenannt. Im Jahr 1951 erhielt die in der Fehrsstraße liegende, im Jahre 1905 eröffnete Volksschule den Namen Fehrsschule. Fehrs hat als Leiter einer in der Breitenburger Straße 48 liegenden privaten höheren Mädchenschule von 1865 bis zu seinem Tode in Itzehoe gelebt. Die dankbare Stadt ernannte ihren berühmten Sohn an seinem 75. Geburtstag, dem 10 April 1913, zum Ehrenbürger. (BR,HA,IR3)

Feldmannstraße (1965)
Nach Feldmann (*?; +?), einem Tuchfabrikanten in Itzehoe. Die Feldmannstraße ist bereits bei der Düringstraße erwähnt worden. Sie liegt ganz im Südwesten von Wellenkamp und erhielt ihren Namen im Jahre 1965. Feldmann war ein seit den 1840er in Itzehoe sehr bekannter Tuchfabrikant. Seine Fabrik lag auf dem südlichen Störufer am Delftor. Sie wurde Im Jahre 1844 als Mechanische Baumwollmanufaktur gegründet und beschäftigte bereits im nachfolgenden Jahr 60 Arbeiterinnen an 40 Webstühlen, die täglich 1600 Ellen Stoffe webten. 25 Jahre später arbeiteten über hundert Frauen in dem Betrieb. Die Fabrik hat nur bis 1899 bestanden, und das war ein Verlust für die Itzehoer Wirtschaft. Aber kleine Textilbetriebe konnten sich, ähnlich wie heute, gegen die in- und ausländische Großkonkurrenz nicht halten. Die Gebäude und Anlagen am Delftor wurden nachfolgend von der Dampfmühle Füllscher und der Thorner Brotfabrik genutzt. (BR,IR3)

Feldrain

Feldschmiede
Benannt nach einer alten Schmiede, das ehemalige nördliche Ende der Straße (heute zur Lindenstraße gehörig) wurde auch Fackenburg, die Ecke zur Kirchenstraße auch Kielmannseck (nach Kielmann von Kielmannseck (1612–1676), Jurist und Berater von Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf) genannt. Die Feldschmiede, die heute so bedeutende Handels- und Verkehrsstraße Feldschmiede gehörte bis zum Jahre 1861 in ihrem Südteil bis zu den Häusern 13 bzw. 18 zur lübschen Stadt, ab Nr. 15 bzw. 20 mit ihrem Hauptteil zum Klosterbesitz. Noch heute erinnert der schmale Klostergang zwischen den Häusern 18 und 20 an die einstige territoriale Trennung. Die Feldschmiede erhielt ihren Namen von der in Klosterbesitz befindlichen Schmiedewerkstatt im heutigen Haus Feldschmiede 56. Jahrhundertelang gehörte dem Kloster ein riesiger landwirtschaftlicher Betrieb und zwar im Raum nördlich und nordwestlich der Stadt. Der Weg der Fahrzeuge führte vom Klosterhof aus durch einen Feldweg in Richtung Edendorf und einen anderen nach Sude hin, Dörfer, die bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts "klösterlich" waren, d.h. ihre Hufner und Kätner waren Erbuntertänige der Klosterherrschaft, waren wirtschaftlich unfrei. Spätestens im 15. Jahrhundert - die erste Bezeugung war Anno 1490 - legte das Kloster an dem Weg eine "Schmiede im Felde" an, es war das einzige Gebäude weit und breit. Da wurden die Pferde beschlagen und die Wagen ausgebessert bzw. gebaut. Im alten Mauerwerk des Hauses Feldschmiede 56 waren noch bis in die jüngste Vergangenheit die Ringe zu sehen, an denen die Pferde angebunden waren. Das einsame Haus im Felde gab zu Beginn des 18. Jahrhunderts der Straße, die nun entstand, den Namen. Wir kennen seit 1616 alle Schmiede mit Vor- und Zunamen. Seit 1831 waren es über 130 Jahre vier Generationen der Familie Anders. Schmiedemeister Hermann Anders verlegte 1935 die Schmiede in den Feldschmiedekamp 32. Dafür ließ sein Bruder Ernst Anders das Haus umbauen und schuf in ihm ein Elektro-Fachgeschäft mit Werkstatt. Die Feldschmiede ist heute neben der Breiten Straße die bedeutendste Geschäftsstraße der Stadt. Sie verdankt ihre Entwicklung der Verlegung des Bahnhofs an seinen heutigen Standort im Jahre 1878. Durch sie gewann die Feldschmiede an wirtschaftlicher Kapazität das, was bis dahin die Reichenstraße gewesen war. Bis in die 1950er Jahre gehörten der Dithmarscher Platz und der untere Teil der Lindenstraße bis zur Klaus-Groth-Straße auch noch mit zur Feldschmiede. (BR,HA,IR3)

Feldschmiedekamp (vormals Hundegang)
Rückseitig (nördlich) der Feldschmiede gelegen. Zur Feldschmiede gab es die Durchgänge Timms Gang, Junges Gang und Christians Gang. Bis in die 50er Jahre des 19. Jahrhunderts war das Gelände hinter der Feldschmiede unbebaut. Die Hausbesitzer der Feldschmiede hatten da ihre Gärten und Felder und führten auf einem schmalen Saumpfad ihre Hunde spazieren, woher dieser Spazierweg den Namen "Hundegang" bekam; so sein offizieller Name noch um 1850. Erst als in den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts die paar Schuppen und Ställe am Hundegang kleinen Wohnhäusern weichen mußten, erhielt der Feldschmiedekamp seinen jetzigen Namen (Kamp = Feld). Auf der Schröderschen Karte der Stadt Itzehoe von 1848 heißt der in ganzer Länge hinter der Feldschmiede sich hinziehende schmale Feldweg Hundegang. (BR,IR3)

Ferdinand-Sauerbruch-Straße
Nach Ferdinand Sauerbruch (*03.07.1875; +02.07.1951), einem deutschen Arzt. Er gilt als einer der bedeutendsten und einflußreichsten Chirurgen des 20. Jahrhunderts. (BR)

Fiete-Noll-Weg
Nach Friedrich-Wilhelm "Fiete" Noll (*1920; +?), Postamtmann, Bürgervorsteher (1962-1966) und Stadtrat (ab 1966) der Stadt Itzehoe , SPD-Landtagsabgeordeter (1962-1971). (BR,FÜ,WI)

Finkensteig

Fischdiek

Fischerstraße
Die Fischerstraße, am Westrand der Neustadt gelegen, ist eine der ältesten Gassen der Stadt. Sie wurde, wie die ganze Neustadt, gleich nach 1238, dem Gründungsjahr der lübschen Stadt, besiedelt. Ihre Bewohner, einfache, ehrbare Leute aus dem Volk, waren meist Fischer oder Schiffer. Der nördliche Teil zwischen Markt und Krämerstraße hieß vormals auch Schmiedestraße. (BR,IR3)

Flassbarg (20.08.1964)
Die Straße Flassbarg liegt im äußersten Nordosten von Edendorf jenseits der Alten Landstraße. Der Name bedeutet zu hochdeutsch "Flachsberg", hier ist vor Zeiten Flachs angebaut worden. (BR,IR3,RA)

Flintacker (1966)
Der Flintacker ist eine kleine, vom Bornkamp abzweigende Sackgasse im südwestlichen Wellenkamp jenseits der Umgehungsstraße. Auf den umliegenden Äckern lagen zahlreiche Kieselsteine, daher der Name. (IR3)

Franz-Werfel-Straße (02.11.1989)
Nach Franz Werfel (*10.09.1890; +26.08.1945), einem deutsch-böhmischen Schriftsteller, der unter der nationalsozialistischen Herrschaft emigrierte und 1941 US-amerikanischer Staatsbürger wurde. Er war ein Wortführer des lyrischen Expressionismus. Er setzte sich sein Leben lang gegen jede Art der Vertreibung ein. (BR)

Fraunhoferstraße
Nach Joseph Fraunhofer (*06.03.1787; +07.06.1826), einem deutschen Optiker und Physiker. Er begründete am Anfang des 19. Jahrhunderts den wissenschaftlichen Fernrohrbau. (BR)

Friedrich-Ebert-Straße (22.06.1930, vormals Feldstraße (?-1930, nochmal 1945) und Peter-Kölln-Straße (1933-1945))
Nach Friedrich Ebert (*04.02.1871; +28.02.1925), einem deutschen Sozialdemokraten, Politiker und Reichspräsidenten der Weimarer Republik von 1919 bis 1925. Ihren ersten Namen Feldstraße erhielt sie in den 1920er Jahre, damals führte sie in die Felder Düringskamp, Wunderberg und Winkelkoppel westlich des Sandbergs. Die Straße endete zuerst in Höhe des Eckenerwegs, es gab einen Durchgang zum Wasserwerk am Ende des Großen Wunderbergs. Erst mit dem Bau der Umgehungsstraße Langer Peter wurde sie weiter bebaut.
Ihren dritten Namen von 1933 bis 1945 erhielt sie nach Peter Kölln (*?; 31.07.1932), einem örtlichen SA-Mitglied, der bei einem Zusammenstoß mit Kommunisten 1932 am Lübschen Kamp ums Leben kam. Dort erhielt er auch einen Gedenkstein (1945 entfernt). (AIG,BR)

Friesenweg (20.08.1964)
Der Friesenweg ist eine kleine, vom Graf-Egbert-Ring in Sude-West abzweigende Straße, die wie alle Karolingerstraßen des Stadtteils im Jahre 1964 den Namen erhielt. Bei der Namensgebung ging man wohl von dem Gedanken aus, daß man in Itzehoe neben den Holsten, Stormarnern, Dithmarschern den knorrigen Stamm der Friesen im Norden unseres Landes nicht vergessen dürfe. (IR3)

Fritz-Reuter-Straße (22.06.1930)
Eine ehemalige Straße, zu dreiviertel um das Germanengrab herumführend, zwischen Langer Peter und dem Juliengardeweg gelegen, zur Ehrung des plattdeutschen Dichters Fritz Reuter (*1810; +1874). Diese Straße hatte nur kurzen Bestand, eine Bebauung fand durch die Neugestaltung des Germanengrabes mit Aufmarschplatz 1937 nie statt, ein kurzer Straßenstummel ist neben dem Kindergarten im Juliengardeweg erhalten geblieben. Ein weiterer Weg um das Germanengrab herum war der Weg Am Galgenberg.(BR)

Feuersteig
Ein ehemaliger Gang zwischen der Fischerstraße und der Reichenstraße. In seinem Verlauf liegt heute die Schumacherallee. (BR)


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Gablonzer Weg
Gablonz, Böhmen, tschechisch Jablonec nad Nisou, Stadt an der Lausitzer Neiße im heutigen nördlichen Tschechien. (BR)

Galgenberg
An der Struvestraße gelegene kleine Ringstraße um einen bronzezeitlichen Grabhügel am östlichen Rand von Wellenkamp. Er war Richtstätte der Jurisdiktion des Burgbezirkes in der Neustadt. (BR)

Gänsemarkt
Siehe Kleine Paaschburg.

Gartenstraße (1877, vormals Bögestraße (1862))
Verbindung von der Hermannstraße zur Feldschmiede. Die Gartenstraße hieß zunächst bei ihrer Entstehung um 1862 Bögestraße, wohl, wie bei der Hermannstraße, der erste Anwohner. Sie erhielt den jetzigen Namen anno 1877, ist also eine der älteren Straßen der Stadt. Zunächst reichte sie sogar von der Brunnenstraße bis zum Feldschmiedekamp. Die Grundstücke auf der Ostseite der Straße hatten große lange Gärten die der Straße ihren Namen gab. Da es seit 1879 der allgemeine Wunsch war, eine nahe Verbindung zur geschäftereichen Feldschmiede, vor allem aber zum neuen Bahnhof, zu bekommen, wurde am 27.04.1905 ein Durchbruch zur Feldschmiede ausgeführt, der nur 32.000 Mark kostete. Der Durchbruch ersetzte den kleinen Durchgang Junges Gang. Um 1970 wurde der Durchbruch zur Feldschmiede noch einmal um eine Hausbreite in Richtung Westen verlegt so daß sie nun direkt auf die gegenüberliegende Brookstraße führte. (BR,HA,IR3)

Gasstraße (1927 ausgebaut, Benennung 1928)
Die Gasstraße entstand im August 1927 bei der Verlegung des städtischen Gaswerkes von der Bergstraße in den Westteil von Sude. Die Namengebung für das hinter dem Gaswerk liegende neue Suder Industriegelände erfolgte im Jahre 1928. (IR3)

Georg-Löck-Straße (28.06.1978)
Nach Georg Löck (*1782; +1858), einem deutschen Rechtsanwalt, Politiker und Wortführer der Holsteinischen Ständeversammlung, die zwischen 1836 und 1864 ihren Sitz in Itzehoe hatte. An ihn erinnert das Löckdenkmal auf dem Markt vor dem ehemaligen Ständesaal. Es wurde bei der Neugestaltung des Marktes um 1980 im Rahmen der Flächensanierung der Neustadt vom Friedhof Brunnenstraße hierher versetzt. (BR)

Gertrud-Bäumer-Straße
Nach Gertrud Bäumer (*12.09.1873; +25.03.1954), einer deutschen Frauenrechtlerin und Politikerin. (BR)

Geschwister-Scholl-Allee (26.07.1978)
Nach Hans (*22.09.1918; +22.02.1943) und Sophie Scholl (*09.05.1921; +22.02.1943), beide Mitglieder der Weißen Rose, einer Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus. (BR)

Ginsterweg
Die Ginster sind eine Pflanzengattung, die zu den Schmetterlingsblütlern gehört. (WI)

Goethestraße (1906)
Nach Johann Wolfgang von Goethe (*28.08.1749; +22.03.1832), einem deutschen Dichter und Naturwissenschaftler. (BR)

Goldbergplatz (12.11.2009)
Der alte Goldberg, einer der Twiedtberge und Beerdigungsstätte, ist für die Wohnbebauung fast vollständig abgetragen. Der kleine Platz mit Ladengeschäften im Inneren des Albert-Schweitzer-Rings bekam 2009 diesen Namen. (BR)

Goldbergweg (1969)
Der Goldberg, ein weitgehend abgetragener Hügel zwischen den Hochhäusern des Albert-Schweitzer-Rings, hat sicher seinen Namen nach Funden (Grabbeigaben) aus vorgeschichtlicher Zeit. Es wird sich um Bronze gehandelt haben, die der Volksmund dann zu Gold gemacht hat. Der Goldbergweg verbindet den nördlichen Albert-Schweitzer-Ring mit dem Karnberg. (BR,IR3,RA)

Gorch-Fock-Straße (22.06.1930)
Nach Johann Wilhelm Kinau (*22.08.1880; +31.05.1916), sein Pseudonym war Gorch Fock, einem deutschen Schriftsteller. Die Straße führt über die ehemalige Krankenhauskoppel bis zum Lehmwohld. (BR)

Göttrikstraße (20.08.1964)
Gudfred (lat. Godofridus, dänisch Godfred oder Gøtrik), dänischer König, 804-810 in Haithabu. Ebenfalls in dieser Zeit im Jahre 810 wurde die Burg Esesfeld unter dem fränkischen Grafen Egbert gegründet. (BR)

Graf-Egbert-Ring (20.08.1964)
Ekbert I. (*um 756;; +nach 811) war Graf der Dänischen Mark und sogenannter Dux der Sachsen. Er gilt als Begründer des Adelsgeschlechts der Ekbertiner. Karl der Große ließ 810 durch Graf Egbert die Burg Esesfeld zwischen Sude und Heiligenstedten an der Oldenburgskuhle anlegen. (BR)

Gravensteiner Weg
Gravenstein, dänisch Gråsten, ist ein Ort in Dänemark am Nübeler Moor, einem Seitenarm der Flensburger Förde. Der Ort liegt ziemlich genau in der Mitte des Städtedreiecks Apenrade - Flensburg - Sonderburg. (BR)

Gravertkamp
Gravertkamp ist wie die weiteren "-kamp"-Straßen in dem Gebiet nördlich der Lindenstraße ein alter Flurname. (BR)

Grön Stell (10.02.1976, vormals "Am Sylt")
Eine hinter der Christian-Lohse-Straße liegende Stichstraße.

Große Paaschburg
Der östliche Teil hieß früher Vor der Paaschburg und Paaschburger Weg. Der Ausdruck Paaschburg kommt zum ersten Mal vor im Jahre 1368 als Platz "in der Paascheborch". Ihr Ursprung ist unbekannt. Der Name könnte Osternburg bedeuten, da Pasch = Passah bis in die Reformationszeit für das deutsche Wort Ostern gebraucht wurde. Luther nennt in der Bibel das Osterfest der Juden Passahfest. Man möchte vermuten, die beiden Begriffe Osten- und Ostern- sind hier in alter Zeit nicht scharf geschieden worden. Es handelt sich bei der Paaschburg um einen Herrenhof der Schauenburger Grafen - 1303 wird ein solcher erwähnt -, der, da er ostwärts der Neustädter Burg lag, Paaschburg genannt wurde. (HA,IR1)

Große Tonkuhle
Eine Wohnstraße, nördlich des heutigen Gewässers und ehemaligen Tonabbaugebietes Große Tonkuhle gelegen. (BR)

Großer Wunderberg
Der eigentliche Wunderberg (+49 m NN) liegt zwischen Dürrstraße und Friedrich-Ebert-Straße. Der Name Wunderberg ist schwer deutbar. Ursprünglich Riesenberg, wird die Höhe seit dem späten Mittelalter nur noch Wunderberg genannt. Es mag sein, daß einst auf der Höhe eine Kapelle mit einem Marienbild oder wenigstens ein Kruzifix gestanden hat, die man mit irgendwelchen Wundern in Verbindung brachte. Die exponierte Lage des Wunderbergs nutzten die Vorgänger der Stadtwerke Itzehoe zum Bau eines Wasserspeicherbeckens, an seinem quellenreichen Südrand zum Sandberg hin am Grünen Weg (Gang) entstand 1896 ein Wasserwerk. (BR,HA)

Grüner Weg
Der Grüne Weg ist die kurze Verbindungsstraße zwischen der Edendorfer Straße und der Lindenstraße. Der Name geht zurück auf die schöne grüne Baum- und Strauchbewachsung des Weges. (IR3)

Grüner Weg (Gang)
Ein Durchgang von der Friedrich-Ebert-Straße zum Sandberg an der Ecke zum Großen Wunderberg trägt den inoffiziellen Namen Grüner Weg. Im Jahre 1896 entschloß sich die "Itzehoer Actien-Wasserkunst" auf dem Gelände an diesem Durchgang einen Brunnen von 50 m Tiefe zu bohren und ein Dampfpumpwerk anzulegen. Das Pumpenhaus stand noch bis in die 1970er Jahre. (BR)

Grunerstraße
Die Grunerstraße wurde ab 1982 auf dem Gelände der ehemaligen Gruner-Druckerei Werk I angelegt. Die Durchbruchstraße stellte eine Verbindung zwischen dem Langen Peter und der Lindenstraße in Höhe der Brückenstraße her. Sie folgt dem Lauf der "Itze" die die ehemalige Grenze zwischen Itzehoe und Sude bildete. Namensgeber war Richard Gruner (*25.12.1925; +13.01.2010), ein deutscher Unternehmer und Verleger. Richard Gruner war der Sohn des Druckereibesitzers Richard Gruner sen., der seine Druckerei Gruner & Sohn ab 1925 in Itzehoe führte. (BR)

Grünthal
Auch Grüntal, war ein alter Hof in der Breitenburger Straße (heute Breitenburger Straße Nr. 60) am Mühlengraben / Mühlenbach der Malzmüllerwiesen, Abbruch um 1970. Zu ihm führte eine kleine Stichstraße. (BR)

Gutenbergstraße (14.11.1900)
Nach Johannes Gutenberg (*um 1400; +03.02.1468), dem Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metall-Lettern (Mobilletterndruck) und der Druckerpresse. Die Gutenbergstraße erhielt ihren Namen schon im Jahre 1900, und zwar auf Antrag des hiesigen Buchdruckervereins "Typographia". Die östliche Fortsetzung der Straße über die Kaiserstraße hinaus erfolgte am 06.11.1901. Sie wurde aber durchgehend erst in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg bebaut. (BR,IR3)


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Hafenstraße (04.03.1896)
Die Hafenstraße und die südlich anschließende Ladestraße führen vom Suder Liethberg zum Suder Hafen, der von den Speichern der Großmühle Rudolf Rusch dominiert wird. (BR,IR3)

Haidkoppel (1950)
Die 1950 im Norden Tegelhörns entstandene Straße hat ihre Bezeichnung, wie einige andere in Tegelhörn, von dem Namen der Flur. Ursprünglich war das ganze Gebiet Heideland. (IR3)

Hainstraße
Ein Hain ist ein kleiner Wald oder ein Gehölz. (WI)

Hanseatenplatz
Als Hanseaten wird historisch die Oberschicht der drei Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck bezeichnet (ein ehemals soziostruktureller Begriff). Der Hanseatenplatz erinnert an die hier bis 1998 stehende Hanseatenkaserne. (BR)

Hansestraße (20.08.1964)
Der norddeutsche Städtebund Hanse war vom 14. bis 16. Jahrhundert die unbestrittene Herrin des europäischen Nordens. Auch die Herrscher Dänemarks, Norwegens und Schwedens beugten sich, in Kriegen bezwungen, ihren Befehlen. (IR3)

Hans-Hermann-Schütt-Straße
Nach Hans-Hermann Schütt (*?: +?), Itzehoer Stadtrat (?). (BR)

Haydnstraße
Nach Franz Joseph Haydn (*31.03.1732; +31.05.1809), einem österreichischen Komponisten zur Zeit der Wiener Klassik. (BR)

Hebbelstraße (1909)
Nach Christian Friedrich Hebbel (*18.03.1813; +13.12.1863), einem deutschen Dramatiker und Lyriker. (BR)

Heerskamp (04.11.1964)
Der Heerskamp ist eine kurze Verbindungsstraße zwischen oberer Lindenstraße und westlicher Dietrich Bonhoeffer-Straße. Sie erhielt 1964 den Namen. Ob der Name, eine alte Flurbezeichnung, sich herleitet von einem Heerweg, der zu der karolingischen Esesfeldburg in der westlich gelegenen Oldenburgskuhle führte? Eine gewagte Hypothese. Aber immerhin, möglich wäre es. (BR,IR3)

Heescheck
Heescheck, eine kleine, von der Bargkoppel abzweigende ehemalige Stichstraße, bekam den Namen nach dem Besitzer des dortigen Landes, namens Heesch. Es war die Heeschkoppel. Ob es der vor mehr als hundert Jahren stadtbekannte Küpermeister Heesch gewesen ist, einer der drei Begründer des ersten Itzehoer Wasserwerkes? Die später entstandene Fortsetzung zum Buchenweg heißt Pappelweg. (IR3)

Heidestraße (09.01.1906)
Die Heidestraße ist der kleine Verbindungsweg, angelegt auf Ödland in der Nordoer Heide zwischen Kremper Weg und Elmshorner Straße im Nordosten von Wellenkamp. Sie ist eine der älteren Straßen des Stadtteils. (HA,IR3)

Heinrich-Mann-Straße
Nach Heinrich Mann (*27.03.1871; +11.03.1950), einem deutschen Schriftsteller. Er ist der ältere Bruder von Thomas Mann, in dessen Schatten er stets stand. (BR)

Heinrich-Rave-Straße
Nach Heinrich Rave (*1871; +1938), einem Suder Gärtnermeister und Gemeindevertreter in Sude von 1905 bis 1911. Die Heinrich-Rave-Straße ist eine von der unteren Suder Allee abzweigende Stichstraße. Rave gehörten, von ihm gärtnerisch genutzt, die Felder um die heutigen Dichterstraßen, die man später nach Goethe, Schiller und Lessing benannt hat. Ihm ist die Erstanlage der jetzigen Schillerstraße zu danken, die er gleich mit Wasserleitung versehen ließ. Rave gehörte zu den Männern des Dorfes Sude, die in den Jahren vor der Eingemeindung Sudes in Itzehoe im Jahre 1911 dem Suder Gemeinderat angehörten. Er rang sich trotz jahrelang gehegter Bedenken am Ende -es war im Jahre 1910- dazu durch, seine Stimme für die Eingemeindung abzugeben, was ihm viele damals übel nahmen. Das zeigt aber seine in die Zukunft hinein denkende und planende Einsicht. Rave handelte nach dem Grundsatz, den eine spätere Zeit so ausgedrückt hat: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Er hat sich sowohl um Sude wie um Itzehoe verdient gemacht. (BR,IR1,IR3)

Heinrichstraße (06.11.1901, vormals Hohler Winkel)
Vormals Hohler Winkel genannt, ein ehemaliger Fußstieg der bis zum Hohlewinkelsteig reichte und später bis zur Sieversstraße verlängert wurde. Die Heinrichstraße ist die Verbindung zwischen Holzkamp und Sieversstraße. Weder die Protokolle der Sitzungen der städtischen Kollegien noch die Zeitungen geben Auskunft über die Entstehung des Namens. Es ist zu vermuten, daß man, ähnlich wie bei der Hermannstraße oder Sophienstraße, den Vornamen des ersten Hausbesitzers, der sich schon im privaten Gebrauch eingebürgert hatte beibehielt und ihn "offiziell" machte, als die Stadtvertretung am 6. November 1901 beschloß, die neue Straße zwischen dem Holzkamp und der Sieversstraße Heinrichstraße zu nennen. Erst damals hat man mit dem Ausbau des Fußsteigs zur Straße begonnen. (BR,IR1,IR3)

Heinrich-Weitz-Straße
Nach Heinrich Weitz (*11.08.1890; +30.10.1962), einem deutschen Politiker, Juristen, Oberbürgermeister von Trier, Landesminister (Finanzen, NRW) und Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (1952-1961). Als ein hervorragender Organisator und kluger Diplomat erwarb er sich besondere Verdienste durch die Bemühungen um die Rückführung deutscher Kriegsgefangener nach dem zweiten Weltkrieg. (RA,BR,IR3)

Heinrich-Wessel-Straße
Nach Heinrich Wessel (*23.05.1838; +02.06.1905), einem deutschern Kaufmann, Unternehmer und kaufmännischer Leiter bei der Alsenschen Portland-Cementfabrik Itzehoe. Die Heinrich-Wessel-Straße im äußersten Südwesten des Stadtteils Wellenkamp, jenseits der großen Umgehungsstraße, gehört mit zu den sechs nach Industriellen benannten Straßen des Stadtteils, eines Raumes, der seitens der Stadt als reines Industriegebiet ausgewiesen ist; daher die Namengebung. Heinrich Wessel war Mitbesitzer der Alsenschen Portland-Cementfabrik. Im Jahre 1866 sahen die Gründer und Besitzer der Fabrik um Otto Friedrich Alsen und Sohn, sich genötigt, um kreditwürdig zu werden, im Betrieb eine moderne Buchführung einzurichten. Otto Friedrich Alsen zog seinen Freund Charles de Vos zu Rat. Dieser empfahl ihm einen jungen, begabten und fleißigen Angestellten der Zuckerfabrik, eben unseren Heinrich Wessel. Wessel trat in die Offene Handelsgesellschaft O. F. Alsen & Sohn mit 15prozentigem Anteil ein und übernahm die kaufmännische Leitung des Betriebs. Er wurde mit der Zeit so wohlhabend, daß er sich in Itzehoe eine große Villa im maurischen Stiel, die noch heute so genannte "Wesselburg", die spätere "Villa Dr. Clausen" in der Breitenburger Straße 15 bauen ließ und im mecklenburgischen Pohnstorf ein Rittergut erwarb. Nach seinem Tode im Jahre 1905 gingen 33 schöne, zum Teil wertvolle Gemälde in den Besitz der Stadt über, die heute verteilt die Räume der Stadtverwaltung zieren. (BR,IR3)

Helenenstraße (1890, vormals Sandweg)
Nach Frau Helene Bartelt (*?; +1924), Ehefrau von Kreissekretär und Kanzleirat Franz Bartelt. Wie die Helenenstraße im Jahre 1889 zu ihrem Namen gekommen ist, ist höchst kurios und verleitet zum Schmunzeln. Sie trägt den Namen nach der Frau des damaligen Kreissekretärs, Kanzleirats Franz Bartelt, der in der Brückenstraße 2 ein schönes, von einem gepflegten Garten umgebenes Haus besaß. Man muß wissen, daß die ganze Gegend noch bis 1911 zum Dorf Sude gehörte, nicht zu Itzehoe. Bartelt und der Suder Gemeindevorsteher Wilhelm Rusch hatten bereits im Jahre 1880 für die Kanalisierung des Mühlengrabens (der "Itze") zwischen der Lindenstraße und der heutigen Helenenstraße gesorgt, die bis dahin entsprechend ihrer Beschaffenheit den schlichten Namen Sandweg führte. Kurz vor 1880 hatte man den Feldschmiede- oder Suder Teich zwischen Bahnhofstraße, Dithmarscher Platz und Brückenstraße ablaufen lassen, der bis dahin die Grenze zwischen der Stadt Itzehoe und dem Dorf Sude gebildet hatte. Dieser Sandweg lag am Westrand des Suder Teichs. Kreissekretär Bartelt, nächst dem Landrat der oberste Beamte der Steinburger Kreisverwaltung und deshalb ein einflußreicher, hochgeachteter Mann, setzte sich damals tatkräftig für Sude ein. Sein persönliches Interesse als Suder Grundstückseigentümer am Nordende des Suder Teichs deckte sich mit dem der Gemeinde Sude. So sorgte er dafür, daß der nur aus Löchern bestehende Sandweg mit starker Kreishilfe im Jahre 1889 befestigt und geschottert wurde. Zum Dank für Bartelts Unterstützung wollten die Suder Gemeindevertreter den neuen Weg "Franz-Bartelt-Straße" nennen. Der so Geehrte lehnte jedoch dankend ab und meinte, als man ihn drängte, scherzend: "Nöömt en doch na miene Fruu!" Gesagt, getan. Und so kommt es, daß der Verbindungsweg zwischen dem damaligen Itzehoe und dem damaligen Sude heute noch Helenenstraße heißt. (IR1,IR3)

Henning-Storm-Straße (1963)
Nach Henning Storm (*1871; +1938), geborener Edendorfer, Besitzer einer schönen, großen Bauernstelle und Edendorfer Gemeindevorsteher 1912 bis 1938. Die Henning-Storm-Straße ist eine kleine Stichstraße im Osten Edendorfs nördlich des Albert-Schweitzer-Rings, nach Westen von der Alten Landstraße abzweigend. Noch vor der Eingemeindung Edendorf in die Stadt Itzehoe (1963) benannte der Gemeinderat des Dorfes, wohl in Sorge, daß später nichts mehr daraus werden würde, die kleine Straße nach dem ehemaligen Edendorfer Gemeindevorsteher Henning Storm. In all den langen Jahren vom Kaiserreich über Krieg, Umsturz bis hinein in die Hitlerjahre war er stets einstimmig gewählt worden, man hätte sich keinen Besseren denken können. Er war der rechte Mann am rechten Fleck. Seine bescheidene, schlichte und anspruchslose Art bei gleichzeitig feinem Empfinden, seine Fürsorge für Bedürftige und Arme und sein Sinn für Gerechtigkeit und Ausgleich wurden allgemein anerkannt. Er war Helfer, Ratgeber und Freund der Dorfbewohner. Zur NSDAP war sein Verhältnis kühl, innerlich ablehnend. Es mag sein, daß die sich daraus entwickelnden Spannungen zwischen dem Bürgermeister und dem allmächtigen Kreisleiter zum tragischen Schicksal Storms beigetragen haben. Es mag auch sein, daß der zwei Jahre vorher erfolgte Tod seiner Frau, an der er sehr hing, ihn bewogen hat den Freitod zu wählen. Sein Schicksal gibt bis auf den heutigen Tag ein unbegreiflich dunkles Rätsel. Der aufrechte, stattliche Mann ging an einem düsteren Herbsttag des Jahres 1938, ohne eine Nachricht zu hinterlassen, aus dem Hause und - ward nie mehr gesehen. Alle Bemühungen, seine Spuren aufzudecken, waren vergebens. (BR,IR3,RA)

Hermannstraße (vormals Klosterkamp)
Nach Hermann Stange (*1808; +1895), Schiffseigner und erster Erbauer eines Mietshauses in der Hermannstraße. Bei der Hermannstraße sind wir mit unserer Namenforschung gut daran. Die Ururenkelin des Namensgebers, Frau Cäcilie Aschmoneit geb. Stange, hat alles auf ihre Vorfahren Bezügliche fein säuberlich in einem Aktenhefter aufbewahrt und mir dankenswerterweise in diesen Einsicht gewährt. Im Jahre 1868 kaufte der Schiffer Hermann Stange ein Grundstück mit kleinem einstöckigen Haus im "Klosterkamp” und baute schon im nächsten Jahr ein schönes, zweistöckiges Haus davor, das die Nummer 3 bekam. 1896/97 machte sein Sohn, der Itzehoer Hafenmeister Hermann Stange, auf der rechten Seite einen Anbau - der Vater war 1895 gestorben - und verbreiterte so die Front des an sich schon stattlichen Hauses. Dieser zweite Hermann Stange muß in der Nachbarschaft ein geschätzter Mann gewesen sein; denn der bisherige zu allgemeine, weit mehr als die Hermannstraße umfassende Name "Klosterkamp” wurde bald speziell für die neue, sich allmählich füllende Straße ersetzt durch den Vornamen von Hafenmeister Stange, dessen Haus alle anderen in der nunmehr "'Hermannstraße” genannten Straße an Stattlichkeit überragte. 1910 wurden die Hausnummern der Hermannstraße geändert. Anfangs begann die Hermannstraße an der Brunnenstraße und endete an der Feldstraße, der heutigen Friedrich-Ebert-Straße. Seit 1910 kamen noch die Häuser von der Einmündung der Gartenstraße in die Liliencronstraße hinzu, so daß das heutige Stangesche Haus die Nummer 15 trägt.
Die Familie Stange hatte sich in vier Generationen der Binnenschiffahrt verschrieben. Der Namensgeber der Straße, der Ururgroßvater von Frau Cäcilie Aschmoneit geb. Stange war Schiffer, der Urgroßvater (1832-1908) war Hafenmeister, der Großvater (1887-1945) war Alsen-Schiffer und ebenso der Vater (1898-1945). Letzterer, seit 1931 Schiffseigner, fuhr auf eigene Rechnung Alsen-Zement nach Hamburg. Nur die noch lebenden zwei Söhne haben andere geachtete Berufe gewählt. Übrigens starben Großvater und Vater Stange im Jahre 1945 innerhalb einer Woche, was damals das allgemeine Mitgefühl der Nachbarschaft hervorrief. (BR,IR3)

Hindenburgstraße (02.10.1917, vormals Friedrichstraße (09.01.1896))
Nach Paul von Hindenburg (*02.10.1847; +02.08.1934), deutscher Militär und Politiker. Er war im Ersten Weltkrieg Generalfeldmarschall wurde durch einen überwältigenden Sieg bei Tannenberg im südlichen Ostpreußen 1914 der strahlende Kriegsheld des deutschen Volkes. Er war ab 1916 Oberbefehlshaber sämtlicher Landstreitkräfte und hatte 1916 bis 1918 quasi diktatorisch die faktische Regierungsgewalt. Ab 1925 war er zweiter Reichspräsidenten der Weimarer Republik. Nach der Wiederwahl 1932 ernannte er am 30.01.1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler.
Von 1896 bis 1917 hieß die Straße Friedrichstraße. Die Straße ging zunächst vom Coriansberg bis zum Ottenkamp (Hohe Straße), die Fortsetzung bis zur Großen Paaschburg erfolgte am 19.09.1899. Die Ecke zum Coriansberg wurde auch "Scharfes Eck" genannt. Damals stand der Namensgeber Herzog Friedrich VIII. aus dem Hause Schleswig-Holstein-Augustenburg noch immer den Herzen der Schleswig-Holsteiner nahe. Er war ihr angestammter Fürst und Herr und sollte - so wollten es einmütig die Schleswig-Holsteiner - nach der Loslösung Schleswig- Holsteins von Dänemark im Jahre 1864 ihr Landesherr werden. Das verhinderte die Politik Bismarcks, der schon in der Neujahrsnacht von 1863 zu 1864 seinen Gästen Roon und Moltke gesagt hatte: "Die Up ewig Ungedeelten müssen nun endlich Preußen werden. Die "ihrem" Herzog fanatisch treu ergebenen Schleswiger und Holsteiner haben Friedrich VIII. lange nachgetrauert. Übrigens: er war der Vater der späteren Kaiserin Auguste Victoria, nach der noch heute unser Mädchengymnasium in der Großen Paaschburg und die Viktoriastraße ihre Namen haben. Im Jahre 1917 wurde die Friedrichstraße dann zur Hindenburgstraße, und zwar an Hindenburgs 70. Geburtstag. (BR,IR3)

Hinter dem Klosterhof
Nördlich des Klosterhofes und außerhalb des ehemaligen Gemeindegebietes des Klosters gelegen verbindet die Straße den Sandberg mit Feldschmiede und der Sandkuhle.

Hinter dem Kurhaus
Nach dem Kurhaus Kaiserberg (erbaut um 1905, Abbruch um 2005), das zwischen der Oelixdorfer Straße und der Endmoräne Kaiserberg ganz im Osten des Itzehoer Stadtgebietes stand. (BR)

Hinter dem Sandberg (1877)
Die Straße zwischen den Gassen Hinter dem Klosterhof und Großer Wunderberg hat erst im Jahre 1877 ihren Namen nach dem östlich parallel verlaufenden Sandberg erhalten. Vorher war sie offiziell namenlos, man wird sie aber schon so bezeichnet haben wie heute. (IR3)

Hochkamp (1960)
Die Straße Hochkamp im Süden der Dietrich-Bonhoeffer-Straße (vormals Hermann-Hofmeister-Straße) entstand im Jahre 1960. Die Ratsversammlung entschied sich für diesen Namen, weil Hermann Hofmeister, der Entdecker der Karolingerburg, das ganze Gebiet östlich der Oldenburgskuhle, zu dem der Hochkamp gehört, Hochkamp genannt hat. (IR3)

Hoge Kant

Hohe Luft (1951)
Die Straße Hohe Luft südlich der Oelixdorfer Straße erhielt bereits 1951 den Namen und zwar auf Vorschlag des Besitzers der benachbarten Kalksteinfabrik, W. Koch. (IR3)

Hohe Straße (vormals Kurze Straße, Rosenstraße, Ottenkamp)
Ein Teil hieß früher auch Kurze Straße, auch Rosenstraße und Ottenkamp. Die Hohe Straße ist sehr alt, diese kleine Gasse am Ostrand des mittelalterlichen Kerns von Itzehoe. Über die Entstehung des Namens Hohe Straße ist nichts bekannt. Im 16. Jahrhundert war sie wirklich die am höchsten gelegene Straße der damaligen Stadt. 1438 wird einmal ein "hoghes veldene” erwähnt. Damals war dort noch alles Feld. Als man es hundert Jahre später zu bebauen begann, übernahm man das "hoch" einfach in den Straßennamen. (HA,IR3)

Hohlewinkelsteig
Ein ehemaliger Fußsteig, er ging vom Coriansberg bis zur Hohen Straße zwischen den Gärten der Hindenburgstraße und Sieversstraße hindurch. (BR,IR2)

Holger-Staack-Platz
Inoffizieller Name der Bushaltestelle in der Adenauerallee am Bahnhof. Benannt nach Holger Staack (*?; +?). (BR)

Holstenweg (20.08.1964)
Der Holstenweg im Stadtteil Sude-West erinnert an den Holstengau, der zur Zeit Karls des Großen mit dem Stormangau und dem Dithmarscher Gau das Gebiet der nordelbischen Sachsen ausmachte. Der Holstengau erstreckte sich vom Ostrand Dithmarschens - die Grenze bildeten die Flüßchen Holstenau und Gieselau - im Norden bis zur Eider, im Osten über die Stör hinaus bis zu den Quellen der Alster. Itzehoe lag in der Mitte des im frühen Mittelalter nur über den mittleren Geestrücken hinausreichenden Holstein, galt als dessen Hauptort. Als Graf Adolf IV. im Jahre 1224 von Niedersachsen aus nach Holstein zurückkehrte, um sein seit 1202 in dänischem Besitz befindliches angestammtes Erbe zurückzuerobern, begab er sich stracks nach Itzehoe und begann von hier, dem Mittelpunkt Urholsteins aus, an der Spitze seines in Itzehoe gesammelten Heerbanns den Kampf gegen die Dänen. (IR3)

Holtweg
Hochdeutsch "Waldweg". Der Holtweg in Edendorf zwischen Hackstruck und der Bahnlinie Itzehoe - Wrist entstand erst nach dem Bau der Bahnstrecke 1889. Zum früheren Holtweg siehe Holtweg (alt). (IR3)

Holtweg (alt)
Hochdeutsch "Waldweg". Der alte Holtweg begann am Kirchweg, etwa dort, wo der Schuttabladeplatz war. Er verlief dann über die heutige Schenefelder Chaussee und über das Gebiet der heutigen Edendorfer Tonkuhle an den Hackstruck heran, der einst den Edendorfer Bauern gehörte. Nachdem durch die Anlage von Straßen, Tonkuhle und der Bahnlinie Itzehoe - Wrist dieser Weg buchstäblich verschwand, erhielt nach dem Bahnbau der neuentstandene Weg am Hackstruck entlang den Namen Holtweg. (BR,RA)

Holunderweg
Die Holunder bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Moschuskrautgewächse. (WI)

Holzkamp
Der Holzkamp ist ein uraltes, unbebautes und ungenutztes Wäldchen, das von den Anfängen an in Itzehoe Geschichte gemacht hat. Es wurde erst im späten Mittelalter gerodet. Seit dem 16. Jahrhundert stand in seiner Mitte die sogenannte "Papagoyenstange", wo die Lübsche Schützengilde nach dem Vogel schoß. Seit 1605 diente der völlig abgeholzte Holzkamp der Kirchengemeinde als Begräbnisplatz. Er trug bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die Bezeichnung "Neuer Friedhof" (der alte lag im Süden und Westen der St.-Laurentii-Kirche). Der Friedhof auf dem Holzkamp wurde nach Anlegung des großen Friedhofs in der Brunnenstraße seit 1817 überflüssig, wurde 1840 von den Anwohnern zu Grünflächen umgearbeitet, bald aber zu ihrem Verdruß vom dänischen Militär als Exerzier- und Reitplatz beschlagnahmt, was er bis 1863 geblieben ist. (IR3)

Hühnerbach (1947)
Die Straße Hühnerbach zwischen Großer Tonkuhle und Bargkoppel erhielt zwar erst im Jahre 1947 offiziell den Namen. Der Bach selbst, nach dem sie genannt wurde, ist dagegen uralt. Er kam in der Höhe des Lübschen Brunnens herunter und floß weiter in Richtung Freudenthal. Der Hühnerbach ist als "Hohnerbeke" schon in der berühmten Urkunde des Grafen Heinrich I. vom 5. Oktober 1303 erwähnt. Er bildete damals die Stadtgrenze im Osten des Stadtbereichs. Das Wort "Hühnerbach" ist eine schlimme Verballhornung des Namens Hohnerbach, allenfalls Hanerbach (vergl. Hanerau). Mit Hühnern hat der Bach gar nichts zu tun. Was Honer bedeutet, ist schwer zu beantworten. Entweder handelt es sich um einen Familiennamen, oder das Wort hatte irgend eine Beziehung zu unserem Wort Hahn. (IR3)

Huuskoppel


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Imhöfenweg (1950)
Der Imhöfenweg. in Sude-West erhielt verhältnismäßig früh, nämlich 1950, den Namen. Vorher hieß er "Achtern Tunnel" nach der dortigen Unterführung unter der Bahnlinie Itzehoe - Wrist. Die Änderung zu Imhöfenweg erfolgte auf Antrag der Bewohner. Das erste und für lange Zeit einzige, dort stehende Haus, das von dem Darmhändler St. Kosler bewohnt wurde, entstand schon um 1929. Man konnte von den Vorderfenstern durch den Tunnel sehen. Wie der Name Imhöfenweg zustande kam, konnte ich nicht erfahren. Vielleicht teilt mir ein geneigter Leser den Grund mit. Ich würde ihm dankbar sein. Ich habe nur ermittelt, daß auf alten Flurkaten nicht "Imhöfen" steht, sondern "Imhüsen". Wie es kommt, daß man 1950 den Weg nicht dementsprechend "Imhusenweg" genannt hat, ist mir unbegreiflich. Das "Im" der Vorsilbe könnte auf Imme = Biene weisen. Tatsächlich soll vor Jahrzehnten eine Reihe Bienenkörbe am Bahndamm gestanden haben. So könnte man auf den Gedanken kommen, daß man seinerzeit "Immen im Haus" ersetzt hat durch "Immen in den Höfen", was schließlich die heutige Namensführung entschieden haben könnte. (IR3)

In de Höv
Ein ehemaliger Fußsteig, der die Große Paaschburg und die Breitenburger Straße verband, zwischen Ritterstraße und Bergstraße gelegen. (BR)

Itzehoer Platz (27.04.2006)
Die Itzehoer Versicherungen feierten 2006 ihr 100-jähriges Firmenjubiläum. Aus diesem Anlaß beantragten die Itzehoer Versicherungen, die private Zufahrtsstraße offiziell mit "Itzehoer Platz" zu bezeichnen. Das Grundstück der Versicherung ist über die Hansestraße und den Graf-Egbert-Ring (Hauptzufahrt) erschlossen. (BR)


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Jägermannweg (1953)
Nach Carl Friedrich Jägermann (*1768; +1857), einem Itzehoer Stadthistoriker. Er wäre heute vergessen, der brave, alte Carl Friedrich Jägermann, hätte die Itzehoer Ratsversammlung nicht im Jahre 1953 nach dem "Rechenmeister" - so titulierte er sich - die nördlich des Langen Peter neu angelegte Stichstraße "Jägermannsweg" genannt. Mit Recht; denn Jägermann ist der erste, uns bekannte Historiker der Stadt Itzehoe. Er hat uns als Vermächtnis ein zwar dünnbändiges, aber wertvolles Buch hinterlassen, das den langen Titel trägt "Itzehoe und dessen Umgebungen in historischer und topographischer Hinsicht, als Beitrag zur Vaterlandskunde". Die erste Auflage erschien im Jahre 1819. die zweite 1838, und zwar im Verlag von P. S. Schönfeldt, unserer Itzehoer Druckerei und Verlag des "Itzehoer Wochenblattes", der Vorläuferin unserer heutigen "Norddeutschen Rundschau". Das kleine Werk erzählt in 27 Kapiteln auf 131 Seiten interessante und wichtige Begebenheiten in und um Itzehoe und gibt Aufschluß über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse in unserer Stadt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Darin liegt sein heimatgeschichtlicher Wert; denn was Jägermann über die ältere Zeit schreibt, ist vielfach unkritisch, ja legendär. Aber wir müssen dem geistig beweglichen Rechenmeister dafür dankbar sein, daß er uns für jene Zeit tiefe und treffende Einblicke vermittelt, die wir ohne ihn nicht gehabt hätten. Jägermann war ein origineller Kauz, eine stadtbekannte Persönlichkeit, die viel Grund zum Lachen gab. Aus Kurland stammend, wird er im Jahre 1807 nach Itzehoe verschlagen, wo er sich seitdem durch Privatunterricht in Mathematik. Physik und sogar im Landvermessen und durch eine Abendschule für junge Kaufleute und Handwerker - Itzehoes erste primitive Volkshochschule - kümmerlich ernährt. Jägermann wohnte mit seiner vielköpfigen Familie in einer kleinen Kate am Feldschmiedekamp, hinter dem Haus Feldschmiede Nr. 94 (heute Standort des Hochhauses Timm-Kröger-Straße 1). Sie ist, völlig baufällig und verwohnt, erst 1959 abgerissen worden. Der trotz seiner Armut immer gut gelaunte, kleine, ulkige Mann pokulierte gern und oft in der einst berühmten Kernschen Weinstube im Haus Steinburg, Breite Straße 2, zusammen mit dem in der Bekstraße wohnenden Schriftsteller Johann Gottwerth Müller und einigen Itzehoer Honoratioren und machte, bei den Umzügen der Juliengarde gravitätisch einherschreitend, als "Schwanzkorporal" den Schluß.
Rudolph Krohn hat den alten Jägermann in seinem feinen Buch "Spaziergänge durch Alt-Itzehoe" ab Seite 24f, folgendermaßen geschildert: "Wenn Jägermann etwas bekümmerte, dann griff er zur Flasche. In Befolgung der Sentenz von Wilhelm Busch: "Es ist ein Brauch von altersher, Wer Sorgen hat, hat auch Likör". Und das tat er auch in der Nacht, als seine Frau starb. Oben in der Wohnung saß Frau Bolten mit den drei Enkelkindern und fürchtete sich, zu Bett zu gehen, weil sie glaubte, wie der Aberglaube ihrer Zeit es lehrte, die alte Jägermann könne wiederkommen, umgehen. Da, auf einmal, mitten in der Nacht, unten ein Bums, ein dumpfer Fall und dann war es still. Frau Bolten wacht verängstigt die Nacht hindurch bis zum Morgen. Da sieht sie nun den alten Jägermann draußen neben der Hausmauer auf dem Rasen im Hemd schlafend liegen. Er war nachts aus dem Fenster gefallen, und dies hatte den Bums gegeben. Zur Aufklärung muß bemerkt werden, daß Jägermanns Bett zu ebener Erde am Fenster stand und er dieses, weil Sommer, offen gelassen hatte. In seinem Likörrausch hatte er nun nachts unter das Bett gelangt, um dort einen gewissen Gegenstand zu suchen, sich aber in der Himmelsrichtung geirrt und aus dem offenen Fenster gelangt, jedoch so lange und so tief, daß er hinausfiel, auf dem weichen Rasen liegen blieb und ruhig weiterschlief. Nachbarn haben ihn aufgehoben und ihn, da er ein kleines Männchen war, durch das Fenster ins Bett geschoben". (BR,IR3)

Jägersberg
Der Jägersberg ist eine Anhöhe (+49 m NN) im Osten des Kratt am Breitenburger Gehölz, Sie war Richtstätte der breitenburgischen Jurisdiktion. Der Jägersberg ist in Teilen abgetragen durch die Kalksandsteinfabrik Koch in der Oelixdorfer Straße. (BR)

Jahnstraße (22.06.1930, vormals Freudenthaler Weg)
Nach Friedrich Ludwig Jahn, auch Turnvater Jahn genannt (*11.08.1778; +15.10.1852). Er war der Initiator der deutschen Turnbewegung, die von Anfang an mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war. Die Jahnstraße ist die Verlängerung der Straße Coriansberg über die Kaiserstraße hinaus bis zum Kratt. Seit jeher war Itzehoe ein Ort der Turner und Sportler. Des zum Zeichen schuf man bei uns eine Jahnstraße, einen Jahn-Sportplatz und ein Jahndenkmal, letzteres eine Stiftung der beiden großen Sportvereine, des MTV von 1858 und des Turn- und Sportvereins "Gut Heil". Die feierliche Einweihung des Jahndenkmals erfolgte am 12. Oktober 1913. Der Jahn-Sportplatz lag an der Potthofstraße; er gehörte dem Sportverein Gut-Heil Itzehoe. Das heutige Jahndenkmal steht am Eingang des Stadions am Brunnenstieg. Das ehemalige Jahndenkmal hinter der Artilleriekaserne, blickte vom hohen Westrand des Stadions auf die schöne, große Sportarena der Stadt hinab. Diese drei Jahnstätten sollen bei uns die Erinnerung wachhalten an den große "Turnvater Jahn". (BR,IR3)

Jens-Bahnsen-Weg
Nach Jens Bahnsen (*?; +?), Drogist in der Breiten Straße 31-33, Politiker (CDU) und Mitglied der Ratsversammlung der Stadt Itzehoe (1955-1969)(?).

Jettenberg (1967)
Der alte Jettenberg, einer der Twiedtberge, ist für die Wohnbebauung heute vollständig abgetragen. Der Jettenberg -ein alter Flurname- ist heute eine kleine Sackgasse im Nordosten Edendorfs westlich der Alten Landstraße. Jetten kommt her von Jitten = weibliches Jungvieh, auch Schafe, die hier geweidet wurden. (BR,IR3,RA)

Johann-G.-Müller-Straße
Nach Johann Gottwerth Müller (genannt Müller von Itzehoe) (*17.05.1743; +23.06.1828), einem deutschen Schriftsteller, wohnhaft ab 1774 in Itzehoe in der Bekstraße. (BR)

Johann-Holm-Straße
Nach Johann Holm (*?; +1923), Suder Gemeindevorsteher von 1903 bis 1911. Die Johann-Holm-Straße an der Suder Allee wurde nach dem ersten hauptamtlichen Gemeindevorsteher des Dorfes Sude, dem bisherigen Bürovorsteher Johann Holm, genannt. Holm hat von 1903 bis 1911, wo Sude in Itzehoe eingemeindet wurde, die Verwaltung des Dorfes geleitet. Hinterher war er noch einige Jahre Itzehoer Stadtsekretär. In seinen Suder Amtsjahren bekämpften sich Freunde und Gegner der Eingemeindung, vor allem im Gemeinderat, aufs erbitterste. Holm, ein Befürworter des Aufgehens Sudes in Itzehoe, zog sich die Feindschaft der alten Suder Bauernfamilien zu, die in treuem Festhalten an ihrer bäuerlichen Tradition, aber auch aus steuerlichen Gründen die kommunale Selbständigkeit ihres Dorfes auf keinen Fall aufgeben wollten. Zorn und Feindschaft sind längst verraucht und haben in unserer Zeit keine Spuren hinterlassen. So erinnert die Johann-Holm-Straße daran, daß ihr Namengeber Johann Holm sich um Itzehoe und Sude verdient gemacht hat. (IR1,IR3)

Juliankaweg
Der Juliankaweg verbindet Edendorf und Sude-West mit dem benachbarten Julianka in Heiligenstedten.

Juliengardeweg (22.06.1930)
Traditioneller Weg der Juliengarde vom Klosterhof zum Klosterbrunnen, gegründet 1835 durch Juliane zu Hessen-Kassel (*19.01.1773; +11.03.1860), Prinzessin aus dem Hause Hessen-Kassel und Äbtissin des Adeligen Klosters Itzehoe von 1810 bis 1860. Der Juliengardeweg, einst ein Teil der Alten Landstraße, reicht er von der Landwirtschaftlichen Schule in der Brunnenstraße bis zum Klosterbrunnenteich. Er sollte und soll für alle Zukunft erinnern an die Juliengarde, die klösterliche Bürgergarde, die seit 1835 neben der Grünen Garde der lübschen Stadt ihre Schützenfeste im Lokal Klosterbrunnen feierte und bei der häufigen Anwesenheit des (dänischen) Königs und seiner Gemahlin vor den hohen Herrschaften paradierte. Der geneigte Leser möge daran denken, daß die Gesamtstadt Itzehoe bis zum Jahre 1861 in vier völlig selbständige Verwaltungsgebiete zerfiel, nämlich die vom Rathaus aus regierte eigentliche "lübsche" Stadt (weil bei ihrer Gründung im Jahre 1238 die Rechtsformen der Stadt Lübeck übernommen wurden), ferner der im Norden liegende klösterliche Bezirk, der südliche Breitenburgische Distrikt und die im Norden der Neustadt gelegene "königliche" Burg. Heute würden wir sagen: Itzehoe eine Viersektorenstadt! Der Klosterbereich unterstand verwaltungsmäßig ausschließlich der Äbtissin und ihrem männlichen Berater, dem sog. Verbitter. Der Bürgermeister auf dem Rathaus hatte den Leuten in der nördlichen Feldschmiede oder der Sandkuhle nichts zu sagen. Nun begehrten die klösterlichen Untertanen, genau solch schöne, farbenprächtige Schützengilde zu haben wie die Bewohner der lübschen Stadt. Die damalige Äbtissin, Prinzessin Juliane (abgekürzt Julie) von Hessen, Schwägerin des Königs Friedrich VI., setzte sich bei der Regierung in Kopenhagen lebhaft für die Genehmigung einer solchen Garde auch für den Klosterbereich ein und schenkte ihr die erste Fahne. Zur Ehrung und aus Dankbarkeit gegen die hohe Protektorin nahm die Garde nach dem Tod der Prinzessin Juliane im Jahre 1860 den Namen "Prinzessin Julie-Garde" an, abgekürzt "Juliengarde", und der Weg, den die Garde am 21. Juni jedes Jahres einschlug, um im Klosterbrunnen das Stiftungsfest festlich zu begehen, erhielt, freilich erst viel später, den Namen Juliengardeweg. Einst galt es für eine hohe, erstrebenswerte Ehre, Juliengardist zu sein. Nur angesehene, wohlhabende Männer aus dem Klosterbezirk zählten zu ihren Mitgliedern. Zum letzten Male trat die Juliengarde im Jahre 1941 beim Tode der Äbtissin Prinzeß Marie in der Öffentlichkeit auf. Seitdem "ruht" sie, wird kaum wieder zu neuem Leben erstehen, weil die Frage der Bewaffnung und Uniformierung zu schwierig geworden ist. (BR,IR3)

Julius-Leber-Weg (26.07.1978)
Nach Julius Leber (*16.11.1891; +05.01.1945), einem deutschen sozialdemokratischen Politiker, Reichstagsabgeordneten und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. (BR)

Junges Gang
Ein ehemaliger (Durch-)Gang zwischen Feldschmiedekamp und Feldschmiede, heute Teil (Verlängerung) der Gartenstraße. Weiter westlich lagen Christians Gang und Timms Gang. (BR)


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Kaiserstraße (10.03.1888)
Nach Kaiser Wilhelm I. (*22.03.1797; +09.03.1888) aus dem Haus Hohenzollern war seit 1858 Regent und seit 1861 König von Preußen, ab 1866 Präsident des Norddeutschen Bundes sowie ab 1871 erster Deutscher Kaiser. Entstanden ab 1888 von der Gr. Paaschburg bis zum Coriansberg. Am 09.01.1896 Fortsetzung bis zur Oelixdorfer Straße. Wem hätte die lange, stattliche Kaiserstraße im Südosten der Stadt anders gewidmet sein können als dem ganz besonders in Itzehoe hochverehrten Kaiser Wilhelm I.? Kaiser Wilhelm war den Itzehoern besonders lieb und vertraut geworden, seitdem die "Itzehoer Kaisertage" vom 11. bis 16. September 1881 unseren Ort für kurze Zeit zur Hauptstadt des Deutschen Reiches gemacht hatten. Damals fanden im Norden und Osten Itzehoes die Kaisermanöver des Jahres statt. Der ehrwürdige 84jährige Monarch wohnte bei dem Geheimrat Charles de Vos, Besitzer der Itzehoer Zuckerfabrik, im Westerhof in der Breitenburger Straße. Er beobachtete damals von der Zinne des Holzturms auf Höhe 72, dem Kaiserberg, im Osten von Itzehoe die Bewegungen seiner Regimenter. (BR,IR3)

Kamper Weg (1927)
Der Kamper Weg ist die lange Parallelstraße zur Straße Lübscher Kamp, von dieser im Nordosten abzweigend. Wellenkamp ist der Stadtteil der Kampe. Campus ist ein lateinisches Wort und bedeutet Feld oder Flur. Der älteste Kamp war der Kamper Weg. Im Raum von Wellenkamp enthalten nicht weniger als fünf Straßen das Wort Kamp. (IR3)

Kampstraße (vormals "Feldweg")
Die Kampstraße ist die kleine, verstohlene Sackgasse zwischen Neuer Straße und Gartenstraße. Sie erinnert daran, daß sie bei ihrer Bebauung vor etwa hundert Jahren noch im Feld (campus = Feld) angelegt wurde. Die Straße gehörte lange Zeit ganz zur Tischlerei Dittmar und wurde 1992 durch die Stadt Itzehoe erworben um eine Wohnbebauung anzulegen. Die Kampstraße ging vor ihrer vollständigen Bebauung weiter bis zum quer verlaufenden Fußsteig Kreuzgang. (BR,IR3)

Kapellenstraße
Benannt nach der Nicolaikapelle (erbaut 1662; Abbruch 1875), früher Große (südliche) und Kleine Kapellenstraße. Die Nicolaikapelle wird zum ersten mal 1454 erwähnt. Der Heilige Nikolaus ist Schutzpatron der Fischer. In späteren Jahren hatte die Kapelle aber auch andere Aufgaben: Zum Beginn des 19.Jahrhundert dienten zunächst zwei Häuser in der Wallstraße als Gefängnis. Durch den maroden Zustand diente dann die Nikolaikapelle 1829 als Gefängnis (u.a. Timm Thode). Zwei Zellen befanden sich im Erdgeschoß und in der ersten Etage zwei Räume als "Vagabondensperre“. Itzehoe gehörte somit als eine der wenigen Städte in Schleswig-Holstein die getrennte Unterbringungsmöglichkeiten für Untersuchungs-Gefangene und Strafgefangene hatte. Neben der Kapelle stand die älteste uns bekannte Itzehoer Stadtschule, erstmals erwähnt 1419, sie war eine Lateinschule. Der ehemalige kleine Platz westlich der Kapelle und auf der Rückseite der kleinen Schule zur Fischerstraße hin wurde bis ins 19. Jahrhundert Schloßplatz genannt. Von der nördlichen Kapellenstraße bis zur Fischerstraße gab es bis in das 20. Jahrhundert noch Durchgang Seilerbahn. Weiter südlich gibt es noch den Durchgang Steilingsgang und ehemals den Feuersteig. (BR,HA)

Karlstraße (09.01.1896)
Nach Carl Hirschberg (*1815; +12.02.1899), Stadtrat 1870 bis 1887 und Fabrikant und seit 1892 Ehrenbürger Itzehoes. Johann Daniel Carl Hirschberg war ein in Güstrow geborener Mecklenburger. Er kam 1842 nach Itzehoe und gründete, erfinderisch, klug, geschäftstüchtig und bienenfleißig, bei uns hintereinander eine Seifensiederei, eine Lichtgießerei, eine Öl- und Futterfabrik, und sogar eine Dampfweberei. Der Oelmühlengang erinnert noch heute an Hirschbergs Ölmühle, die einst am südlichen Ende der Bekstraße stand. So ist Hirschberg neben dem Zuckerfabrikanten Charles de Voß und Otto Friedrich Alsen der Schöpfer und Begründer der Itzehoer Industrialisierung geworden. Von Magistrats, hat Hirschberg, dank seiner kraftvollen, ideenreichen Initiative viel zur Modernisierung des städtischen Lebens beigetragen. Sein Interesse für alle städtischen Belange, sein klares Urteil und seine vorbildliche Opferbereitschaft erwarben ihm die Zuneigung und Liebe der Bürgerschaft. Er war Mitbegründer der Itzehoer Wasserleitungsgesellschaft und Anreger zur Gründung der Netzfabrik. Ferner erwarb er sich große Verdienste um die Erschließung und Nutzung des Raums zwischen der Bahnhofstraße und dem Prinzeßhof. Das dortige Gelände bestand um 1870 aus tiefliegenden, sumpfigen Wiesen. Hirschberg kaufte sie auf und ließ sie durch Erdreich ausfüllen und erhöhen, eine kostspielige Arbeit, die Hirschberg ohne eigenen finanziellen Gewinn durchführen ließ. Er schuf durch sie die Voraussetzung für die Erschließung und Bebauung der Viktoria-, Karl- und Poststraße. Die spätere Karlstraße war zunächst Privatstraße auf dem Gebiet des Fabrikanten Hirschberg. Mit der Karlstraße setzten ihm die städtischen Kollegen, was selten war, noch zu seine Lebzeiten im Jahre 1896 ein Denkmal, indem sie den eben neu angelegten Weg zwischen Bahnhofstraße und Feldschmiede "Carlstraße", zunächst mit einem großen "C" geschrieben, nannten. Übrigens wurde Hirschberg an seinem 50. "Geschäftsjubiläum am 25. November 1892 durch die seltene Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Das Wohnhaus von Carl Hirschberg in der Kirchenstraße 23 stand noch bis um 1960. (BR,HA,IR1,IR3)

Karnberg (1964)
Die Straße Karnberg im Nordostteil von Edendorf ist alter Flurname, der wahrscheinlich auf den dortigen Kornanbau zurückgeführt wird. Sie verbindet die Obere Dorfstraße und die Alte Landstraße. (BR,IR3)

Karolingerstraße (20.08.1964)
Karolinger ist der Hausname des Herrschergeschlechts der westgermanischen Franken, das ab 751 im Frankenreich die Königswürde hatte. Karl der Große (*wahrscheinlich 02.04.747 oder 748; +28.01.814) aus dem Geschlecht der Karolinger ließ durch den sächsischen Grafen Egbert 810 die Esesfeldburg an der Grenze Sude - Heiligenstedten an der Oldenburgskuhle anlegen die lange Zeit als Keimzelle Itzehoes angesehen wurde. Unter den Karolingern versteht die Geschichtsschreibung Karl den Großen und seine Vorfahren und Nachkommen, die vom 8. bis 10. Jahrhundert die Grundlagen des heutigen Europa gelegt haben. Karolingerstraße! Ein stolzer und seltener Name für eine Straße. Ich glaube nicht, daß es in Nordelbingen noch eine andere Straße gleichen Namens gibt. Nur Itzehoe hat ein historisches Anrecht darauf, sich "Stadt Karls des Großen" zu nennen, ist es doch in unseren Breiten der einzige Ort, der seine Entstehung auf den gewaltigen Frankenherrscher zurückführen kann. Die Urzelle des heutigen Itzehoe ist bekanntlich die Esesfeldburg. Sie wurde im Jahre 810 auf Befehl Karls im äußersten Westen des heutigen Itzehoer Stadtbereichs errichtet. Auf dieser einwandfrei historisch bezeugten Tatsache beruht Itzehoes Ruf und Ruhm. So hat unsere Ratsversammlung im Jahre 1964, als man dem Stadtteil Sude West die Straßennamen gab, klug und verständig gehandelt, als sie uns auch eine Karolingerstraße schenkte. (BR,IR3)

Kasernenstraße (17.12.1891)
Heute steht die Walderseekaserne (ehemals in der Moltkestraße), nach der die Straße einst genannt wurde, nicht mehr. Sie wurde in den 1960er Jahren abgebrochen, man benötigte sie nicht mehr. Veranlassung zu dem Namen gab der Bau der ersten militärischen Kaserne im Itzehoer Stadtgebiet, die zur Aufnahme von Teilen des seit 1889 in Itzehoe liegenden Feldartillerieregiments Nr. 9 bestimmt war. Um Garnisonstadt zu bleiben -Itzehoe war es seit 1631, hatte aber noch keine Kaserne- mußte sich die Stadt verpflichten, die Kosten für den Kasernenbau zu übernehmen. Die ersten Batterien des Regiments zogen im September 1889 in der (roten) Stadtkaserne an der späteren Moltkestraße ein. Die kurze Gasse zwischen der Mühlenstraße und der Kaiserstraße erhielt nach ihr im Jahre 1891 den Namen Kasernenstraße. (IR3)

Kastanienallee (05.05.1977)
Die Kastanien oder Edelkastanien sind eine Gattung in der Familie der Buchengewächse, von diesen wird die Straße bis heute geziert. Von der Rendsburger Chaussee / Sandberg abzweigend der alte Beginn der Verbindungsstraße nach Osten in Richtung Kellinghusen, Bramstedt, Segeberg und Lübeck. Durch den Bau des Brunnenstiegs der direkt vom Langen Peter auf den Lübschen Brunnen führt hat diese Straße ihre Bedeutung verloren. (BR,WI)

Katenkoppel
Eine Kate ist ein einfaches Wohnhaus, oft einzelstehend. Eine Koppel ein umzäuntes Weideland. Die Straßenbezeichnung geht wohl auf einen alten Flurnamen zurück. (BR)

Käthe-Kollwitz-Straße
Nach Käthe Kollwitz (*08.07.1867; +22.04.1945), einer deutschen Grafikerin, Malerin und Bildhauerin. Sie zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. (BR)

Käthe-Kruse-Weg
Nach Käthe Kruse (*17.09.1883; +19.07.1968), einer weltweit bekannten Puppenmacherin und Unternehmerin. (BR)

Kiefernweg
Die Kiefern, Föhren oder Forlen bilden eine Pflanzengattung von Nadelholzgewächsen in der Familie der Kieferngewächse. (WI)

Kieler Landstraße
Überörtliche Verbindungsstraße ( B206) von Itzehoe nach Osten / Nordosten Richtung Kiel, Neumünster und Lübeck, der alten Lübschen Trade folgend, beginnend am Ende des Lübschen Brunnens. Bis hinter den heutigen Geflügelhof Schmabek reicht das Itzehoer Gemeindegebiet. (BR)

Kirchenstraße (vormals Papengasse, Pfaffengasse)
Nach der St. Laurentii-Kirche, sie war Wohnsitz der Geistlichen. Die im Zentrum Itzehoes liegende Kirchenstraße war bis zur Umgestaltung zur Fußgängerzone in den1990er Jahren eine der meistbefahrenen und -begangenen Straßen der Stadt. Das war nicht immer so; im Mittelalter bildete sie unter dem Namen Papengasse oder auch Pfaffenstraße die Grenze zwischen der städtischen Verwaltung und der klösterlichen Verwaltung. Erinnern wir uns daran, daß sechshundert Jahre lang Itzehoe in vier verschiedene Jurisdiktionen oder - wie wir heute sagen würden - Verwaltungsbezirke zerfiel, und zwar in 1. die nach den Rechtssatzungen der Stadt Lübeck regierte sog. lübsche Stadt im Zentrum, 2. den Klosterbereich im Norden, 3. die Herrschaft Breitenburg der Rantzaus im Süden und 4. den dem Amtmann von Steinburg als Organ der landesherrlichen Regierung unterstehenden Burgbezirk im Norden der Neustadt. Ein stadtpartikularistisches Unikum: vier Herrschaften in einer Kleinstadt! Seinesgleichen hat es in ganz Deutschland nie gegeben. Erst 1861 hat man dieser skurrilen Kleinstadt-Staaterei ein Ende gesetzt und hat die vier Jurisdiktionen zu einer Verwaltung, nämlich der auf dem Rathaus zusammengeschlossen. Auf der bekannten Schröderschen Karte der Jurisdiktionen, von 1848 kann man sehen, wie die Häuser der "Kirchhofstraße" - so hieß sie damals - teils und in der Mehrzahl zur lübschen, teils aber auch zur breitenburgischen und auf der Nordseite zur klösterlichen Verwaltung gehörten. Da war ein Hausbesitzer lübscher, sein Nachbar breitenburgischer und der nächste klösterlicher "Untertan".
"Der uralte Name "Papengasse" erinnert an die Zeit, als sich nach Gründung des Zisterzienser-Frauenklosters im Jahre 1256 die in der St. Laurentii-Kirche amtierenden Priester in der Papengasse breit machten. Im 15. und 16. Jahrhundert war das Kloster sehr wohlhabend, und an der Kirche mögen 12 bis 15 Priester und Kapellane Messen gelesen haben. Sie alle hatten ihre Wohnungen neben dem Gotteshaus in der Straße, die bald nach ihnen genannt wurde. Damals war die Kirchenstraße so schmal, daß Wagen sich nicht ausweichen konnten. Der Verkehr war ja auch gering. Rund um die Kirche war nämlich Kirchhof, Begräbnisplatz für die Bewohner des gesamten Ortes. Und der ging tief in die heutige Straßenbreite hinein. Vom Mittelalter bis in die ersten Jahrhunderte der Neuzeit fanden hier alle Beerdigungen statt. Dann aber, gegen Ende des 16. Jahrhunderts, entstand neben dem alten auf dem gerodeten Holzkamp ein zweiter Friedhof. Von 1762 bis 1817 wurde nur hier beerdigt. Im letztgenannten Jahr entstand der neue kirchliche Friedhof an der Brunnenstraße. Damals wurde in einem "Regulativ betr. Verlegung der Friedhöfe" bestimmt, daß die alten Friedhöfe um die St.-Laurentii-Kirche und auf dem Holzkamp eingehen, die Kirchenstraße um acht Fuß verbreitert und gepflastert werden sollten. Die baufälligen Erbbegräbnisse an der Südseite der Kirche wurden beseitigt und Sargteile und Gebeine aus der nun verbreiterten Straße an anderen Stellen eingesenkt. Als 1857 die ersten Gasrohre gelegt wurden, erfolgte durch Schmälerung des südlichen Kirchenvorplatzes eine weitere Verbreiterung der Kirchenstraße, wie sie heute noch ist. (BR,HA,IR3)

Kirchhoffstraße
Nach Gustav Robert Kirchhoff (*12.03.1824; +17.10.1887), einem deutschen Physiker. Er hat sich insbesondere um die Erforschung der Elektrizität verdient gemacht. (BR)

Kirchweg
Ein Weg im Nordwesten des heutigen Stadtteils Edendorf zur Kirche in Heiligenstedten, zu dessen Kirchspiel Edendorf bis zum 31.12.1973 gehörte. Die Fortsetzung im Bereich Forst Julianka heißt Alte Landstraße, die von Itzehoe / Edendorf nach Dithmarschen führte, gebaut 1577/78, 12 m breit. Sie erhielt den Namen Königsweg (via regia). Dieser Weg zweigte von der in Richtung Norden verlaufenden Alten Landstraße in Edendorf ab und verlief weiter durch das Heiligenstedtener Julianka-Gehölz, noch in voller Breite erhalten, führte dann südlich der Zwölf Berge von Oldendorf zur Luxbrücke, einer alten Zollstation, zum Schloßplatz Krummendiek. In Kleve bog der alte Weg von der heutigen Landstraße ab, führte östlich von Nutteln und Vaale nach Wacken, dann weiter nach Hohenhörn, Schafstedt und Österwohld, wo er sich mit der westlichen Alten Landstraße vereinigte, bis sie Heide erreichte. (BR,HA,IR3)

Klaus-Groth-Straße (1909, vormals Aaskuhlweg und Transitweg)
Nach Klaus Groth (*24.04.1819; +01.06.1899), einem niederdeutschen Lyriker und Schriftsteller. Sie lag bis zur Eingemeindung Sudes 1911 an der nordwestlichen Stadtgrenze Itzehoes und stellte das Ende der alten bis hierher reichenden Feldschmiede dar. Der Bereich der Klaus-Groth-Straße hinunter bis zur Itze / dem Mühlenbach wurde in der Zeit vor der Bebauung als Sandgrube, Schutt- und Müllabladeplatz genutzt, er war der "Aaskuhlweg". (BR)

Kleine Paaschburg
Bestehend aus dem früheren Gänsemarkt, der Treppenstraße (dem Gang zum Holzkamp) und der eigentlichen kleine Paaschburg. Zum Namen siehe Große Paaschburg. (BR,HA)

Kleiner Wunderberg
Eine Verbindungsstraße über eine kleine Anhöhe zwischen den Straßen Sandkuhle und Hinter dem Sandberg. Zum Namen siehe Großer Wunderberg. (BR)

Klosterbrunnen
Das Gelände um den Klosterbrunnen ist mit die landschaftlich anmutigste Gegend ganz Itzehoes. Von hier aus haben Generationen von Itzehoern ihre Waldspaziergänge in das schöne klösterliche "Paradies" begonnen und haben sie, jenseits der Rendsburger Chaussee, ins Lübsche Gehölz hinein fortgesetzt. Dazu lag der Klosterbrunnen ja unmittelbar an der Alten Landstraße, die noch nicht, wie heute, vom Juliengardeweg zum Ostlandplatz schnurgerade hinaufführte, sondern vor "Klosterbrunnen" eine Biegung nach rechts machte und im Rundbogen am Gasthof vorbeilief. Vor 500, 300 und noch vor 100 Jahren mögen viele Fuhrleute, die aus Richtung Itzehoe kamen oder nach Itzehoe weiter wollten, ihre Pferde an dem auf der Südseite des Gasthauses liegenden Brunnen getränkt und sich dazu selbst "gestärkt" haben. Heute führt die Quelle ihr Wasser dem hübschen Klosterbrunnenteich zu, der in seiner jetzigen Größe beim Neubau des Damms der Alten Landstraße im Jahre 1929/30 entstand. Die schöne, für den Verkehr günstige Lage von "Klosterbrunnen" hat seinerzeit dazu geführt, daß die auch auf wirtschaftlichen Gewinn bedachten Klosteroberen hier ein Wirts- und Rasthaus erbauen ließen, dem sie den Namen "Klosterbrunnen" gaben. Der "Klosterbrunnen" wurde im frühen 19. Jahrhundert zu einem der beliebtesten Ausfluglokale der Stadt. Um 1825 wurde der erste Fest- und Tanzsaal errichtet und bald danach die ersten Schießstände. So haben viele Vereine, Gilden und Zünfte ihre Jahresfeste und Vergnügungen in "Klosterbrunnen" gefeiert, wie die älteren Itzehoern noch bekannte Juliengarde. Heute liegt der Klosterbrunnen ein wenig abseits des großen Verkehrs. Aber jeder in der Stadt kennt das hübsche, stets gepflegte Restaurant, den kleinen Nachbarn unseres großen Freibads. (IR3)

Klostergang
Ein Verbindungsgang zwischen Klosterhof und der Feldschmiede. (BR)

Klosterhof
Auch die Bezeichnungen Klosterhof, Klosterbrunnen, die Straße Hinter dem Klosterhof wie auch der Ausdruck Klosterholz erinnern uns an die große Bedeutung, die einst das Itzehoer Kloster im Leben der Bewohner hatte. Das Kloster wurde ursprünglich um 1230 auf einer Wurt bei Ivenfleth an der Mündung der damals noch nicht eingedeichten Stör als Zisterzienserinnenkloster gegründet. 1263 wurde es dann nach Itzehoe verlegt, vermutlich nicht zuletzt wegen der gelegentlich auftretenden Sturmfluten. Das Kloster erwarb im Laufe der Zeit einen umfangreichen, bis an die Tore Kiels reichenden Grundbesitz und zählte zu den reichsten Grundbesitzern des Landes. Im 14. Jahrhundert entstand so nördlich der lübschen Stadt ein klösterliches Dorf. Nach der Reformation wurde es zu einem adeligen Damenstift umgewandelt. Alles, was heute mittlere und nördliche Feldschmiede ist, dazu sämtliche Straßen und Gassen nördlich des Klosterhofes gehörten dem Kloster, waren klösterlich. Dazu kamen durch Schenkungen die Dörfer Sude und Edendorf in Klosterbesitz, und ihre Hufner und Kätner wurden und blieben bis in die eisten Jahre des 19. Jahrhunderts erbuntertänige Hintersassen des Adeligen Klosters. Der Klosterhof selbst war Mittelpunkt der Verwaltung und des ausgedehnten landwirtschaftlichen Großbetriebs. (BR,IR3)

Klosterholz
Ein Waldstück nordwestlich der Rendsburger Chaussee. Bis in die 1920er Jahre hat der ganze heutige Norden Itzehoes dem Kloster gehört. Er mußte seinerzeit Stück für Stück seitens der Stadt gekauft werden; das war nach dem ersten Weltkrieg. Noch heute gehören Klosterbrunnen und Klosterholz oder klösterliches Vorderholz dem Kloster. (IR3)

Kogge (20.08.1964)
Die kleine Straße Kogge in Sude West zweigt von der Hansestraße ab. Aus dieser Nachbarschaft zur Hanse kommt auch der Name Kogge; denn die Koggen waren im späten Mittelalter und im Anfang der Neuzeit die kleinen, flinken, Kriegsschiffe der Hansestädte. Sie hatten eine Tragfähigkeit von 300 bis 600 Tonnen und eine Besatzung von 150 bis 250 Mann. Mit ihnen erkämpften sich die Hansestädte unter Führung Lübecks, der "Königin der Hanse" im 14. Jahrhundert die Vorherrschaft im nordeuropäisch-skandinavischen Raum. (IR3)

Kolberger Straße
Kolberg, Westpommern, polnisch Kolobrzeg , Hafenstadt in der heutigen polnischen Woiwodschaft Westpommern. Kolobrzeg ist Sol- und Kurbad an der Ostsee. (WI)

Kolbeweg
Nach der Familie Kolbe. Gegründet im Jahre 1853 als "Steinhauerei“ wird die heutige Natursteinwerk Kolbe GmbH von Nachkommen Friedrich Gottlob Kolbes geleitet. (BR)

Königsberger Allee
Königsberg in Preußen war seit 1724 die Königliche Haupt- und Residenzstadt in Preußen. Die Stadt liegt im Südosten der Halbinsel Samland in der Pregelniederung. Bis 1945 war sie als Hauptstadt der preußischen Provinz Ostpreußen deren kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. (BR)

Konsul-Rühmann-Straße (05.05.1977, vormals Hinter der Bahnhofstraße)
Die Konsul-Rühmann-Straße bildet schon seit 1970 eine Verbindung unter der Marschbahn zwischen Adenauerallee und Leuenkamp. Vor dem Bau der Adenauerallee begann sie schon als Straße "Hinter dem Bahnhof" an der Bahnhofstraße. Sie soll erinnern an die Familie Rühmann, die ihren Großbetrieb, Holz- und Baustoffhandel, Dampfsäge- und Hobelwerk, seit 1831 Jahren lang hingezogen zwischen der heutigen Konsul-Rühmann-Straße, der Viktoriastraße und der Wallstraße unterhielt. Er zählte zu den angesehensten Firmen der Stadt Itzehoe.
Am 31. Oktober 1831 fing Detlef Rühmann, Sohn des verstorbenen Suder Lehrers Hans Rühmann, auf dem Gerberhof (heute Stand des Hochhaus an der Bekstraße) einen Zimmereibetrieb mit Holzhandel an, klein und bescheiden. Bei einfachster Lebensweise und mit emsigem Fleiß wuchs das Geschäft von Jahr zu Jahr. Leider starb Detlef Rühmann schon 1849 an einer unheilbaren Krankheit. Seine Witwe Margarethe geb. Jens, eine außergewöhnlich geschäftstüchtige energische Frau, führte den Betrieb allein weiter, und zwar mit gutem Erfolg. Nach ihrem Tode im Jahre 1862 trat ihr Sohn Detlef August die Nachfolge an. Aufbauend auf der Tradition der Großeltern und Eltern, vergrößerte Detlef August das Geschäft beinah von Jahr zu Jahr. Das alte dreigieblige Stammhaus mit seinem großen, vom Klosterhain Elysium und dem Prinzeßhof einerseits, von der ehemaligen Störschleife andererseits begrenzten Garten muß eine der idyllischen Stätten des alten Itzehoe gewesen sein. Durch Verkauf eines Teils seines Grundbesitzes an die Zollverwaltung (1863) zum Bau eines Hauptzollamtes und Abgabe von Grundstücken an die Stadt zwecks Baus der Viktoriastraße (1878) wurde ihm der Bau des stattlichen Hauses an der Viktoriastraße 5 erleichtert. Es wurde im Jahre 1952 an des Marschenbauamt verkauft. 1893/94 legte Detlef August Rühmann den Grundstein zur Sägerei am neu angelegten Brookhafen, die sich seither zu einem maschinellen Riesenbetrieb entwickelt hat. Die allgemeine Achtung und Beliebtheit, die sich Detlef August Rühmann erwarb, trug dem liebenswürdigen, stets verbindlich auftretenden jungen Kaufmann hohe Ehren ein. Er, wie später auch sein Sohn Adolf, wurde königlich schwedischer Vizekonsul, und der Titel "Konsul" haftet heute noch dem Enkel Hans an. Daher die "Konsul-Rühmann-Straße". Bei Detlef Augusts Tode im Jahre 1900 übernahm sein Sohn Adolf Rühmann mit der vom Vater ererbten Geschäftstüchtigkeit den Betrieb. Die Urkunde seiner Ernennung zum Handelsrichter beim Landgericht Altona trägt die eigenhändige Unterschrift Kaiser Wilhelms II. Er starb viel zu früh, erst 46 Jahre alt, am 21. September 1914 an einer Blinddarmentzündung.
Der Sohn Hans Rühmann übernahm von seiner Mutter Emma, geb. Schmidt, im Jahre 1924 im Alter von 22 Jahren den Betrieb als Mitinhaber. Unter seiner zielbewußten, stets überlegt planenden Leitung ist die Firma Rühmann zu einem der größten und modernsten Betriebe auf dem Gebiet des Holz- und Baukunststoffhandels geworden. Die Kriegs- und Nachkriegsjahre nach 1918 mit der seit 1922 die Wirtschaft lähmenden Inflation, vor allem das durch Brandstiftung im Jahre 1923 zerstörte Sägewerk schlugen dem Werke tiefe Wunden. Zuletzt leiteten unter dem Chef, Herrn Hans Rühmann, zwei Neffen, die Herren Uwe Claussen und Günter Jordan, die Abteilungen des Geschäfts. Mit der Zuschüttung der Störschleife und der Umgestaltung der Viktoriastraße und des Brookhafens wurde der gesamt Betrieb in die Suder Klostermarsch verlegt.
Übrigens: Die weit und breit bekannten Kaufmannsfamilien Rühmann und Dammann (Porzellan-, Groß- und Kleinhandel) gehen auf ein und denselben Stammvater, den schon genannten Suder Lehrer Hans Rühmann (1764-1829) zurück. Dieser, ein intelligenter, amtseifriger, geschickter "Schulmeister" -im besten Sinne des Wortes- war in Sude hochgeachtet und geschätzt. Er war Freund und Ratgeber der Bauern. Sie bedienten sich seiner sogar als Landvermesser; denn die Beschäftigung mit Astronomie und Mathematik war sein Hobby. Hans Rühmanns ältester Sohn, Max wurde Bauer in Sude, sein zweiter Sohn war unser Detlef, und seine Tochter Anna heiratete in den Dammannschen Hof in Sude ein und wurde die Stammutter der Familien Dammann. (BR,IR3)

Kösliner Straße
Köslin, Hinterpommern, polnisch Koszalin, zweitgrößte Stadt in der heutigen polnischen Woiwodschaft Westpommern. (WI)

Krämerstraße
Nach den Kaufleuten (Krämern) die diese bewohnten. Der östliche Teil hieß früher auch "Vor der Langen Brücke", der westliche Schmiedestraße. Zu dieser gehörte auch der südliche Teil der Wallstraße bis an die Schulstraße. Die Krämerstraße trägt einen der ältesten Namen der Stadt. Sie entstand neben der Reichenstraße als zweite der Neustadt schon im 13. Jahrhundert. Man denke daran, daß unsere Vorfahren im Mittelalter, soweit sie Handwerker waren, ihre Häuser mit Vorliebe da bauten, wo sich bereits andere Zunftgenossen niedergelassen hatten. So hat es einst in vielen alten Städten Bäcker-, Böttcher-, Schmiede-, Schlosser-, Schreiner-, Schuster- und andere Handwerkerstraßen gegeben. Bei uns in Itzehoe waren es die Fischer, die Schmiede und auch die Krämer, die ihre eigenen Straßen hatten. Bleiben wir zunächst bei der Schmiedestraße. Es gab sie noch bis zum Jahr 1888. Das Schmiedehandwerk ist bekanntlich das älteste und angesehenste überhaupt. Aus ihm haben sich alle metallverarbeitenden Berufe entwickelt. Kein Handwerker genoß in der Frühzeit unserer Geschichte solch großes Ansehen wie der Schmied. Kein Wunder, daß es auch bei uns eine Schmiedestraße gegeben hat. Sie umfaßte einst den Westteil der heutigen Krämerstraße und den Nordteil der Fischerstraße. Sie begann am Aufgang nach der Burg, von der Reichenstraße aus gesehen, und endete links umbiegend, am Markt. Durch das städtische Regulativ vom 26. Januar 1888 wurde dem alten, ehrwürdigen Namen Schmiedestraße ein Ende bereitet. Ihr Südteil ward zur Fischerstraße, ihr nordöstlicher Teil zur Krämerstraße geschlagen. So war einst die Krämerstraße recht kurz; sie begann an der Langen Brücke und endete bereits am Aufgang zur Burg.
Der Ausdruck "Krämer" hatte in alter Zeit keineswegs die etwas abwertende Bedeutung, die man heute dem Wort beilegt. "Krämer" war die eigentliche Bezeichnung für den Kleinhändler (im Unterschied zu den Fernhändlern) oder Gemischtwarenhändler. Das Wort bezeichnete also den kleinen, aber selbständigen Kaufmann, der seine feste Kundschaft hat, die bei ihm all das kauft, was er anzubieten hat, Lebens- und Genußmittel, Kurzwaren, Klein-Textilien und anderes. Noch vor fünfzig Jahren sprach man vom "Material- und Kolonialwarenhändler". Kaufleute und Krämer hatten in unserer Stadt eins gemeinsam: Sie waren im Anfang die einzigen Bürger der Stadt. Das Bürgerrecht wurde bei der Stadtprivilegierung im Jahre 1238 nur den "mercatores" (Kaufleuten) verliehen, die bereit waren, in der Neustadt zu siedeln. Dazu gehörten aber auch die Kleinkaufleute. die Krämer. Auch sie waren "Bürger", und die bürgerliche Freiheit hob sie an Wert und Ansehen über all die vielen anderen, die "Unfreien" hinaus. Zu letzteren gehörten noch bis .ins 16. Jahrhundert sogar die Handwerker; daher vor 500 und 400 Jahren die erbitterten Machtkämpfe mit dem "Rat der Stadt" um die bürgerliche Gleichstellung. (HA,IR3)

Kremper Weg
Überörtliche Verbindungsstraße nach Süden Richtung Krempe, beginnend an der Straße Vor dem Delftor. (BR)

Kreuzgang
In einigen Karten auch nur Kreuz genannt, ist in Fußsteig zwischen der Brunnenstraße und der Gartenstraße, zwischen dem heutigen Holstein-Center und dem alten Magazin. Auf der anderen Seite der Gartenstraße geht er weiter bis zur Neuen Straße. (BR)

Kreuzkamp
Nach einem alten Flurnamen ist der Kreuzkamp, eine nach Süden abzweigende Sackgasse am Adolf-Schweitzer-Ring, benannt. (BR)

Krichauffstraße (1969)
Nach Carl Christian Wilhelm Emil Krichauff (*1848; +1899), einem Kaufmann, der eine Tochter des Inhabers der Alsenschen Portland Cementfabrik, Otto Friedrich Alsen, geheiratet hatte. Die Krichauffstraße ist der kleine Verbindungsweg zwischen dem südwestlichen Kamper Weg und der Heinrich-Wessel-Straße im Stadtteil Wellenkamp. Krichauff und Wessel waren Direktoren der Alsenschen Portland-Cementfabrik. Carl Christian Krichauff war obendrein als Ehemann der Tochter des Firmengründers, Minna Alsen, mit den Alsens verschwägert. Dem Wirken des begabten, auslandskundigen Kaufmanns ist in erster Linie die schnelle Ausweitung des Auslandsexports seit den 1870er Jahren zu danken. Nach Krichauffs Tode schenkte seine Witwe im Jahre 1918 der Stadt Itzehoe das schöne, große Wohnhaus der Familie, Talstraße 16, und bestimmte es unter dem Namen "Krichauff-Stiftung" für wohltätige Zwecke. Es hat von 1917 bis 1948 als Zusatzkrankenhaus zu dem viel zu klein gewordenen Julienstift gedient und war seitens der Stadt 1949 an die Rote-Kreuz-Schwesternschaft Ostpreußen vermietet worden, deren Mitglieder seit 1948 in unseren städtischen Krankenanstalten Dienst tun. (BR,IR3)

Krohnstraße (22.06.1930, vormals Transitweg)
Nach Rudolf Krohn (*1850; +1938), einem deutschen Lehrer und Heimatforscher, Stadthistoriker, Polizeibevollmächtigten und Stadtsekretär Itzehoe. Die Krohnstraße zwischen dem Lornsenplatz und der Brunnenstraße / Juliengardeweg entstand im Zug der seit 1924 einsetzenden Erschließung des Gebiets nördlich der Liliencron- und Hermannstraße. (Das Gelände zwischen Feldschmiedekamp und dem Galgenberg, den wir heute Germanengrab nennen, wurde erst 1904 städtisch, gehörte bis dahin dem Kloster.) Als Weg bestand die heutige Kronstraße allerdings schon länger. Zusammen mit der bis ins Tal der Itze sich fortsetzenden heutigen Klaus-Groth-Straße war er der Weg ins Dorf Sude und wurde Transitweg genannt.
Krohn kam 1870 als junger Lehrer nach Itzehoe, mußte aber bald infolge eines schweren Halsleidens seinen Beruf aufgeben und ging in den Dienst der Stadt Itzehoe über. Er wurde mit einem Jahresgehalt von 1000 Mark "Polizeibevollmächtigter" der Stadt und übernahm später das Standesamt. Dadurch trat er bald mit vielen Bewohnen der Stadt in persönliche Beziehungen und bekam einen guten Einblick in die familiären Verhältnisse der Bevölkerung. Sie inspirierten ihn seit Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer Fülle stadt- und familiengeschichtlicher Aufsätze, die er viele Jahre lang in den "Itzehoer Nachrichten", dem Vorläufer der "Norddeutschen Rundschau" veröffentlichte. Dazu gab er eine Reihe historisch exakt geschriebener Broschüren heraus, die sich mit der Entwicklung und dem Besitzstand des Itzehoer Umlands, z.B. der Güter Pünstorf und Schmabek, beschäftigten. Im Jahre 1926 faßte Krohn seine Aufsätze über die Straßen und Plätze der Itzehoer Innenstadt und viele ihm bedeutsam erscheinende Gebäude, Ereignisse und Persönlichkeiten der Stadt in dem prächtigen Buch "Spaziergänge durch Alt-Itzehoe" zusammen, in dem er mit viel Laune und Humor ein lebendiges Bild Itzehoes und seiner Bewohner gezeichnet hat. Krohns "Spaziergänge" ist die beste und zuverlässigste Quelle der Stadtgeschichte für die Zeit um 1820. Ohne sie wäre unser Wissen über die Verhältnisse in unserer Stadt kümmerlich und dürftig. So erwarb sich "der alte Krohn", wie er allgemein genannt wurde, eine große, hagere Gestalt mit scharf geschnittenen Gesichtszügen und langem weißem Bart, in den letzten Jahrzehnten seines 88jährigen Lebens die Liebe und Verehrung der Stadtbewohner und die Anerkennung der amtlichen Stellen und der Stadt, was im Jahre 1930 in der Namensgebung "Krohnstraße" sichtbaren Ausdruck fand. (BR,IR3)

Kurt-Tucholsky-Straße
Nach Kurt Tucholsky (*09.01.1890; +21.12.1935), einem deutscher Journalisten und Schriftsteller. (BR)

Küstriner Straße
Küstrin, ehemals Provinz Brandenburg, polnisch Kostrzyn nad Odra ist eine Kleinstadt im Westen Polens an der Oder. (WI)


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La Couronne Platz (1988 , vormals Markusplatz)
Nach der Stadt La Couronne in Frankreich, Departement Charente. Mit der Stadt Itzehoe besteht eine Städtepartnerschaft seit 1988. Der Platz ist offiziell Teil der Feldschmiede. Die ehemalige Bezeichnung Markusplatz war eine inoffizielle Bezeichnung nach dem Vornamen des Präsidenten eines Kegelklubs, eines bekannten, dort ansässig gewesenen Geschäftsmannes. Aber der Name hatte sich eingebürgert, und wird noch heute (2014) teilweise verwendet. Es bestand auch in den 1980er-Jahren die Absicht, dem Platz einen anderen offiziellen Namen zu geben, und zwar den des früheren Itzehoer Bürgermeisters Joachim Schulz. Mit der Städtepartnerschaft mit La Couronne bekam er dann den heutigen offiziellen Namen. (BR)

Langer Peter (22.06.1930)
Nach dem "Langer Peter aus Itzehö", einer literarischen Figur aus Wallensteins Lager von Friedrich Schiller. Die Schaffung der den Umlandverkehr entlastenden langen Umgehungsstraße im Norden der Innenstadt von 1928 bis 1930 ist das Werk des tatkräftigen und energischen Bürgermeisters Adolf Rohde gewesen. Er war im Jahre 1930 auch Taufpate des Langen Peter. Ein origineller Name, dieser Lange Peter, der wohl nur in Itzehoe vorkommt, vorkommen kann! Die Itzehoer sind stolz auf ihren "Langen Peter". Er hat schon im 18. Jahrhundert unsere damals kleine und unbekannte Stadt in die große klassische Literatur des deutschen Volkes eingeführt. Da begrüßt doch im 5. Auftritt von Friedrich Schillers "Wallensteins Lager" die lustige Marketenderin Gustel aus Blasewitz einen von zwei grünröckigen Jägerunteroffizieren mit den Worten:
"... Er ist wohl gar, Mußjö,
Der lange Peter aus Itzehö?
Der seines Vaters goldene Füchse
Mit unserem Regiment hat durchgebracht
Zu Glückstadt in einer lustigen Nacht."
"Itzehö" reimt sich herrlich auf "Mußjö". Aber wie kommt Schiller zu einer solchen Schreibung? Man hat doch nie und nirgends "Itzehö" geschrieben. Nun, man kann daran sehen, daß Schiller Itzehoe nicht gekannt hat, nie in seinen Mauern geweilt hat. Aber er hat das Wort Itzehoe oft gelesen und hat es nach Art der Mitteldeutschen in Jena und Weimar wie "ö" ausgesprochen. O gewiß, Itzehoe war dem großen Schiller aus seinen geschichtlichen Studien namentlich bekannt, hat er doch eine ausführliche "Geschichte des Dreißigjährigen Krieges" geschrieben und wußte von Wallensteins Lager in Itzehoe im September des Jahres 1627, als der kaiserliche Generalissimus während der Belagerung des Schlosses Breitenburg in unserer Stadt Quartier bezogen hatte. Sicher, der "Lange Peter" ist nur eine vom Dichter erfundene Figur, aber solche Gestalten wird es im Heer Wallensteins wirklich gegeben haben. So hat er es verdient, daß er, von Friedrich Schiller in Beziehung zu unserer Stadt gebracht, verewigt wird, wie das mit der Straßenbenennung "Langer Peter" geschehen ist. Die westliche Verlängerung bis zur Lindenstraße, die Grunerstraße, entstand erst nach dem Abbruch des Gruner-Werk-I Mitte der 1980er Jahre. (BR,IR3)

Lehmwohldstraße (1897)
Die Lehmwohldstraße hat wie die Straße Am Lehmwohld den Namen nach dem klösterlichen Lehmwohld erhalten, an dessen Nordwestrand sie sich hinziehen. Sie entstand 1897 auf eigene Kosten durch den Suder Bauern Johannes Gloyer. (FÜ,IR3)

Leibnizstraße
Nach Gottfried Leibniz (*21.06.1646; +14.11.1716), einem deutschen Philosophen, Wissenschaftler, Mathematiker, Diplomaten, Physiker, Historiker, Politiker, Bibliothekar und Doktor des weltlichen und des Kirchenrechts in der frühen Aufklärung. Er gilt als der universale Geist seiner Zeit. (BR)

Lerchenfeld
Die Lerchen sind eine artenreiche Familie in der Ordnung der Sperlingsvögel, Unterordnung Singvögel. (WI)

Lessingstraße (1902)
Nach Ephraim Lessing (*22.01.1729; +15.02.1781), einem bedeutenden Dichter der deutschen Aufklärung. (BR)

Leuenkamp (1970, vormals Verladestraße)
Der Leuenkamp hieß lange Zeit Verladestraße, weil in ihr der Güterbahnhof liegt. Den Straßennamen Leuenkamp erhielt der Weg erst im Jahre 1970 mit dem Ausbau der Klostermarsch und der Schaffung des südlichen Anschlusses Konsul-Rühmann-Straße. Als Ortsbezeichnung für den Raum nördlich des Bahnhofsgeländes ist das Wort Leuenkamp sehr alt. Die früheste Bezeugung des Namens vom Jahre 1303 heißt "Legencampe". Eine andere alte Schreibung ist "Leyghencampe". Mit "Löwe" hat der Leuenkamp demnach nichts zu tun. Die Gestaltung des Wortes in späterer Zeit ist reine Volksethymologie. (BR,IR3)

Liethberg (1899)
Die Straßenverbindung des Adler-Platzes mit dem Suder Hafen und der Hafenstraße wurde vom Suder Gemeinderat 1899 Liethberg genannt. Sicherlich schon vorher ein alter Name. Liet oder Lieth ist das alte niederdeutsche Wort für Abhang, Senkung, ja sogar sumpfige Niederung. Vor vielen Jahrhunderten, als Sude nur wenig besiedelt war, senkte sich die Gegend, die später zum Liethberg wurde, allmählich vom Norden her bis zu der Sumpfniederung an der Stör. Vom oberen Ende am heutigen Adler war das damals noch leicht zu übersehen; heute, wo alles dicht bebaut ist, nicht mehr. (IR3,BR)

Liliencronstraße (1909, vormals "Alter Ochsenkamp")
Nach Detlev von Liliencron (*03.06.1844; +22.07.1909), einem deutschen Lyriker, Prosa- und Bühnenautor. (BR)

Lindenstraße
Die Linden bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Lindengewächse innerhalb der Familie der Malvengewächse. Der Straße gaben die Linden die die Straße beidseitig säumten ihren Namen. Die Lindenstraße -ein alter Landweg- ist eine sehr alte Straße in Sude und wurde bereits 1853 als Straße ausgebaut. Sie verbindet als überörtliche Straße nach Westen auf einem trocken und höher gelegenen Geestrücken die Stadt Itzehoe über Sude und Heiligenstedten mit der Wilstermarsch und dem südlichen Dithmarschen und war Teil der Lübschen Trade. Sowohl in Richtung Stadt (B77) als auch in Richtung Heiligenstedten (B206) ist sie Bundesstraße. Sie begann ursprünglich an der Ortsgrenze von Itzehoe und Sude an dem Bach Itze, der etwa in Höhe der Einmündung der Klaus-Groth-Straße die Lindenstraße unterquerte. Der untere Itzehoer Teil bis zum Dithmarscher Platz war bis in die 1950er Jahre der Feldschmiede zugeordnet. Am Adler treffen als einziger Kreuzung in Itzehoe fünf Straßen aufeinander, ein Kreisverkehr regelt das hohe Verkehrsaufkommen seit Jahrzehnten zuverlässig. (WI,BR)

Lisbeth-Lindemann-Weg
Nach Elisabeth Lindemann (*23.08.1879; +15.08.1960), der Ehefrau des Künstlers Wenzel Hablik (1881-1934) aus Itzehoe. Sie betrieb in Itzehoe am Holzkamp eine (Kunst-) Handweberei. (BR)

Lise-Meitner-Straße
Nach Lise Meitner (*07.11.1878; +27.10.1968), einer österreichisch-schwedischen Kernphysikerin. Sie lieferte im 1939 zusammen mit ihrem Neffen Otto Frisch die erste physikalisch-theoretische Erklärung der Kernspaltung, die ihr Kollege Otto Hahn 1938 entdeckt hatte. (BR)

Lohkamp (1957)
Lohkamp und Lohweg sind kleine, 1957 entstandene Straßen zwischen der Edendorfer Straße und der Bahnlinie Itzehoe - Wrist. Loh, ein uraltes, indogermanisches Wort, bedeutet Gebüsch, Waldwiese, sumpfige Stelle. Die Namen erhielten beide nach dem alten Flurnamen "Lohkamp". (BR,IR3)

Lohweg (1957)
Siehe Lohkamp.

Lornsenplatz (22.06.1930)
Nach Uwe Jens Lornsen (*18.11.1793; +13.02.1838), einem Juristen und Beamten der dänischen Regierung. Durch seine Schrift "Über das Verfassungswerk in Schleswig-Holstein" wurde er zum Vorkämpfer eines geeinten und unabhängigeren Schleswig-Holstein. Der Lornsenplatz im Norden des Dithmarscher Platzes entstand in der Ära des Bürgermeisters Adolf Rohde. Er wurde seit 1926 mit stattlichen Gebäuden unter anderem dem Finanzamt ausgefüllt und erhielt den Namen im Jahre 1930. Der Lornsenplatz soll die Itzehoer Bürger erinnern an den großen schleswig-holsteinischen Freiheitshelden und Vorkämpfer für die Landesrechte Uwe Jens Lornsen. Der hochbegabte, männlich kühne Lornsen verzichtete im Jahre 1830 auf ein Staatsamt in Kopenhagen, um als Landvogt von Sylt ganz der Heimat dienen zu können. Ihm schwebte vor, eine Änderung in den staatsrechtlichen Verhältnissen Schleswig-Holsteins zu Dänemark zugunsten der Erbherzogtümer herbeizuführen. In seiner kurzen, markigen Schrift "Über das Verfassungswerk in Schleswig-Holstein erhob er im November 1830 den Ruf nach einer für beide Herzogtümer gemeinsamen Verfassung. Der Herold für Schleswig-Holsteins Freiheiten scheiterte, mußte scheitern. Die Zeit war noch nicht reif für die Stürmer und Dränger. Körperlich und seelisch gebrochen, von der dänischen Regierung verfolgt und bespitzelt, fand er im Februar 1838 im Genfer See den Tod. Die Schleswig-Holsteiner haben ihn nie vergessen. (BR,IR3)

Louis-Pasteur-Straße
Nach Louis Pasteur (*27.12.1822; +28.09.1895)), einem französischen Chemiker und Mikrobiologen. Er lieferte entscheidende Beiträge zur Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten durch Impfung. (BR)

Lübscher Brunnen
Die Straße Lübscher Brunnen zwischen dem Brunnenstieg im Westen und der Kieler Landstraße im Osten hat ihren Namen erhalten nach dem zu seiner Zeit berühmten Itzehoer "Heyl- und Gesundbrunnen", der am Ende des Dreißigjährigen Krieges die Gemüter in und weithin um Itzehoe in Aufregung brachte. Gäbe es ihn heute noch, wäre Itzehoe, jetzt ein möglicherweise berühmter Badeort, dürfte sich "Bad Itzehoe" nennen. Bei der 500-Jahrfeier der Stadtgründung im Jahre 1738 hielt der Bürgermeister Elers eine Rede, in der er unter anderem sagte: "Anno 1646 hat Gott außerhalb der hiesigen Altstadt auf dem Felde nahe beim Rendsburger Weg einen Brunnen herfürquillen lassen, wodurch viele mit unterschiedlichen Krankheiten behaftete Leute wieder genesen sind, wenn sie das Wasser getrunken oder sich. darin gebadet haben ... Und obgleich mit der Zeit dieser Brunnen solche Kraft verloren hat, so genießen wir dennoch, bis diese Stunde davon das schönste und beste Wasser, so in der hiesigen Gegend zu finden ist."
Hundert Jahre später hat Bürgermeister Detlef Heinrich Rötger darauf hingewiesen, daß die Wunderquelle aller Wahrscheinlichkeit nach der Lübsche Brunnen gewesen sein müsse, der "außerhalb der Stadt unter der Rendsburger Landstraße" liege, aber als Heilquelle zu dienen längst aufgehört habe. Wozu noch zu bemerken ist, daß früher die Rendsburger Chaussee westlich längs des heutigen Brunnenstiegs verlief und am Gasthaus "Lübscher Brunnen" umbog. Der Ruhm des Wunderbrunnens ist längst dahin, doch nicht sein Name. Er ist enthalten in der Gastwirtschaft "Lübscher Brunnen", die heute den größten Saal der Stadt besitzt. Neben dem "Klosterbrunnen" galt der "Lübsche Brunnen", wie der alte Stadthistoriker Jägermann vor 150 Jahren schrieb, "als allgemeiner Vergnügungsort für alle Klassen der Stadtbewohner." Jägermann erwähnt auch, daß in seiner Zeit dicht am Lokal ein kleines, von vielen Wegen durchschnittenes Gehölz gestanden habe, in dessen Mitte zwei Quellen sprudelten, "deren kristallenes Wasser sich in einigen Bassins sammelte." Wie schade, daß dies Idyll heute nicht mehr besteht! (IR3)

Lübscher Kamp (1927)
Zu Wellenkamp gehöriges städtisches (Lübsches) Gelände auf dem westlichen Teil der Münsterdorfer Geestinsel. Die Straße Lübscher Kamp zweigt nahe des Kählerhofes vom Kamper Weg ab und führt bis zur Gemeinde Heiligenstedtener Kamp, er war lange dünn besiedelt. (BR)

Luchsbarg


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Malchiner Straße
Malchin, Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern im Nordwesten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Städtepartnerschaft mit Itzehoe seit 1991. (WI)

Margarete-Steiff-Weg
Nach Margarete Steiff (*24.07.1847; +09.05.1909), der Gründerin und Unternehmerin der weltweit bekannten, gleichnamigen Spielwarenfabrik Steiff. (BR)

Margarethe-von-Wrangell-Weg
Nach Margarete von Wrangell (*07.01.1877; +21.03.1932), einer deutsch-baltischen Agrikulturchemikerin und ersten ordentlichen Professorin an einer deutschen Hochschule. (BR)

Maria-Bornheim-Weg
Nach Maria Bornheim (*10.02.1892; +1968), Tochter von Heinrich Hans Detlef und Elise Heide aus Sude. Sie stammte aus einer Arbeiterfamilie und wuchs unter 13 Geschwistern auf. Maria Bornheim engagierte sich bereits früh in der Gewerkschaftsarbeit. 1945 wurde sie von der Militärregierung in die Ratsversammlung berufen, der sie bis 1966 ununterbrochen angehörte. Viele Jahre war sie die einzige Frau im Magistrat. Sie setzte sich unermüdlich für hilfsbedürftige Mitbürger und -bürgerinnen ein, im Magistrat, als Vorsitzende des Sozialausschusses und auf Kreisebene im Kreistag. Im Verwaltungsbericht der Stadt Itzehoe aus dem Jahr 1963 sind unter der Eintragung „Stadträtin Maria Bornheim, SPD" folgende Arbeitsgebiete aufgelistet: „Tätig für: Magistrat, Sozialausschuß (Vorsitzende), Gesundheitsausschuß, Jugendwohlfahrtsausschuß, Krankenhaus Zweckverbandsausschuß (stellvertretendes Mitglied)''. Maria Bornheim war eine der Gründerinnen der Arbeiterwohlfahit in Itzehoe, außerdem stand sie dem Sieversstift, einem Altenheim der Stadt Itzehoe, vor. Zu ihren Ehrenämtern gehörte die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Konsumgenossenschaft sowie im Nordwestdeutschen Verband der Konsumgenossenschaften. Ihre Verdienste fanden eine öffentliche Anerkennung durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und der Freiherr-vom-Stein-Gedenkmedaille. (GL)

Maria-Goeppert-Ring
Nach Maria Goeppert (*28.06.1906; +20.02.1972), einer deutsch-amerikanischen Physikerin. Sie ist die zweite und bislang die letzte Frau, die den Nobelpreis für Physik 1963 erhielt. (BR)

Marianne-Plehn-Weg
Nach Marianne Plehn (*30.10.1863; +18.01.1946), einer deutschen Naturwissenschaftlerin, Biologin und ersten deutschen Professorin in Bayern. (BR)

Maria-von-Linden-Weg
Nach Maria von Linden (*18.07.1869; +25.08.1936). Sie erhielt 1910 als erste Frau an der Universität Bonn den Titel "Professor". (BR)

Marie-Curie-Ring
Nach Marie Curie (*07.11.1867; +04.07.1934), einer Physikerin und Chemikerin polnischer Herkunft, die in Frankreich wirkte. 1903 Nobelpreis für Physik und 1911 der Nobelpreis für Chemie. (BR)

Marienburger Platz
Marienburg, nahe der heutigen polnischen Stadt Malbork ist eine für ihre Ordensburg bekannte, am Fluß Nogat liegende Kreisstadt in der heutigen Woiwodschaft Pommern im Norden Polens südlich von Danzig. (WI)

Markt (L: 127 m)
Der Marktplatz vor dem (Historischen) Rathaus im Zentrum der Neustadt, zwischen Reichenstraße und Kapellenstraße gelegen. Der westliche Teil hieß früher Schweinestraße (die über die Schweinebrücke auf den Brook (Schweineweide) führte, später Schulstraße (nach der Lateinschule)). Überall in der Welt kommt dem Straßennamen "Markt" eine besondere, meist zentrale Bedeutung zu. Der Markt liegt im Mittelpunkt der ältesten Siedlung. An ihm steht das Rathaus, an ihm erhebt sich in den meisten Fällen die Patronatskirche des Rats der Stadt und ihrer Bürger. Auf ihm herrscht ein oder zweimal in der Woche ein munteres Treiben, Handeln, Feilschen, Kaufen und Verkaufen vor den Buden der Händler. So war der Markt als Platz Inbegriff des politischen wie wirtschaftlichen Lebens der Stadtgemeinde. So auch in Itzehoe. Bei der Stadtgründung 1238 entstand mit zuerst der Marktplatz, das Rathaus und bald auch die St. Nicolai-Kapelle. Auch wenn in der Stadtgründungsurkunde nichts von einem Markt gesagt wird, ist er bestimmt von Anfang geplant angelegt worden, denn eine mittelalterliche Stadt ohne Markt und Mauern war keine Stadt. Daß im 13. Jahrhundert ganz planmäßig gesiedelt worden ist, läßt sich deutlich noch an dem ältesten, Siedlungsgrundriß erkennen, dessen Regelmäßigkeit in die Augen fällt. Die damaligen Straßenzüge entsprechen noch den heutigen. Auf die Krämerstraße im Norden stoßen rechtwinklig Reichen- und Kapellenstraße. In ihrem Südteil nähern sie sich, angezogen von dem Delftor, dem einzigen Ausgang der Stadt nach Hamburg zu. Zwischen Fischer-, Kapellen-, Reichen- und Salzstraße spalteten "Gänge" oder "Stiegen" blockartig die Neustadt. Alles gruppierte sich, geometrisch genau, um den Markt.
Was hat der Markt im Laufe von mehr als siebenhundert Jahren alles gesehen und erlebt! Im Rathaus selbst ein oft hastiges Kommen und Gehen der Bürgermeister und Ratsherren, der Schreiber und Diener, vor allem auch der Bürger und Nichtbürger mit Bitten und Beschwerden. Vor dem Rathaus die "Burspraken", Bauersprachen. Das Wort paßt eigentlich nicht, es müßte "Bürgersprache" heißen; doch es hat sich nicht durchgesetzt. Am Tage einer seltenen Bauersprache wurden der in Massen auf dem Platz zusammenströmenden Bürgerschaft vom Ersten Bürgermeister neue Gesetze, Verordnungen und Verbote bekanntgegeben, aber auch Anfragen, Anträge und Beschwerden der Bürger entgegengenommen. Vor dem Rathaus kam es auch gelegentlich zu Zusammenrottungen von über Maßnahmen des Rats empörten Bürgern oder der Zünften, Erstürmung des Rathauses, Handgemenge mit den Ratsherren und Ratsdienern, richtige kleine Stadtrevolutionen. Das alles ist auch in Itzehoe vor 500 und 400 Jahren wiederholt passiert. Von der oberen Rathaustreppe aus erfolgte aber auch die Verlesung der Proklamation eines neuen Landesherrn, wie etwa die am 24. Januar 1867, als Itzehoe preußisch wurde. Man könnte noch viele Beispiele nennen, wie in guten und bösen Tagen, in Friedens- und Kriegszeiten in und vor dem Rathaus Geschichte gemacht worden ist.
Am Rande sei vermerkt, daß die großen Ochsenmärkte, die Itzehoe in früheren Jahrhunderten bekannt und berühmt gemacht haben, nicht auf dem Rathausmarkt stattfanden; der war dafür viel zu klein, sondern auf dem Ochsenmarktskamp und einem Gelände am Lornsenplatz. (BR,HA,IR3)

Masurenweg (28.06.1978)
Masuren, polnisch: Mazury, ist eine Region des ehemaligen Ostpreußens in der im Norden Polens gelegenen heutigen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Der Masurenweg wurde 1979 niveaugleich als Wohnhof hergestellt, ein Fußsteig verbindet ihn mit der Danziger Straße. (BR,WI)

Mathildenstraße (06.11.1901)
Nach Mathilde von Stemann (*?; +1929). Die Mathildenstraße ist eine kurze Straße im Stadtteil Wellenkamp zwischen Nordoer und Sandstraße, gehört zu dem Gebiet, das nach Verhandlungen mit der Gutsherrschaft Breitenburg zwecks Beschaffung neuen Baugeländes im April 1901 in die Stadt Itzehoe eingemeindet wurde. Die Mathildenstraße erhielt im Herbst des gleichen Jahres den Namen, und zwar nach Fräulein Mathilde von Stemann. Fräulein von Stemann war lange Jahre Vorsitzende des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz. Die gütige, mildtätige Frau gründete im damaligen und heutigen evangelisch-lutherische Gemeindehaus in Wellenkamp, Sandstraße 11, also in unmittelbarer Nähe der späteren Mathildenstraße eine Warteschule; heute sagen wir Kindergarten. (HA,IR3)

Mecklenburger Weg
Nach Mecklenburg, einer Region im Norden Deutschlands. (WI)

Meifortweg
Nach der Familie Meifort. Im Jahr 1861 wurde die gleichnamige Maschinenbaufirma durch Claus Meifort in der Lindenstraße gegründet. Nachdem in den ersten Jahrzehnten die Produktion von landwirtschaftlichen Maschinen & Geräten als "eine der größten Maschinenfabriken der Provinz Holstein" im Vordergrund stand, wandelte sich das Unternehmen sukzessive zum heutigen Handels- und Dienstleistungsbetrieb. Der Betrieb wurde 1995 von der Lindenstraße in ein Gewerbegebiet in Dägeling verlegt. Auf seinem ehemaligen Betriebsgelände entstand der Meifortweg. (BR)

Memeler Weg
Memel im Memelland, litauisch Klaipeda, Hafenstadt im heutigen Litauen. Memel war bis 1920 die nördlichste Stadt Deutschlands. In der Zwischenkriegszeit war die Stadt Zentrum des Memellandes. (WI)

Mendelssohnstraße
Nach Felix Mendelssohn Bartholdy (*03.02.1809; +04.11.1847), einem deutschen Komponisten, Pianisten und Organist. Er gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik. (BR)

Moltkestraße (10.03.1888)
Nach Helmuth Karl Bernhard von Moltke, genannt Moltke der Ältere, (*26.10. 1800; +24.04.1891), einem preußischen Generalfeldmarschall. Er hatte als Chef des Generalstabes wesentlichen Anteil an den preußisch/deutschen Siegen im Deutsch-Dänischen Krieg, im Preußisch-Österreichischen Krieg und im Deutsch-Französischen Krieg. Die Moltkestraße zwischen der Mühlenstraße im Westen und der Talstraße im Osten erhielt, zusammen mit der Kaiserstraße, im Jahre 1888 ihren Namen. Zwischen Itzehoe und Moltke bestanden von Jugend auf enge Beziehungen. Sie wurden seit Anfang der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts besonders innig. Damals hat Moltke oft in Itzehoe Einkehr gehalten, hat in verschiedenen Bürgerhäusern verkehrt und war sogar Mitglied der "Itzehoer Liedertafel". Es war ein reizendes, 16jähriges Mädchen, die Itzehoerin Marie Burt, die den Major immer wieder nach Itzehoe zog. Sie wurde seine Braut und Frau. Moltke wurde mit ihr am 20. April 1842 in unserer St.-Laurentii-Kirche getraut, und die Hochzeit wurde im Haus Hinter dem Klosterhof 23 gefeiert. (BR,IR3)

Mozartstraße
Nach Wolfgang Amadeus Mozart (*27.01.1756; +05.12.1791), einem Komponisten zur Zeit der Wiener Klassik. Sein umfangreiches Werk genießt weltweite Popularität und gehört zum Bedeutendsten im Repertoire klassischer Musik. (BR)

Mühlenstraße
Eine Straße von der Großen Paaschburg zur Coriansberger Mühle auf dem Coriansberg, einem ehemaligen Fußsteig. Um 1900 gab es in Itzehoe noch vier Windmühlen. Eine davon war die Coriansberger Mühle. Sie stand in der Mühlenstraße 31 und gehörte dem Grafen zu Rantzau. Pächter war der Kaufmann Rudolf Rusch. Nach Ablauf des Pachtvertrages im Jahre 1909 verlegte er zusammen mit Ludwig Harder die Firma Rusch an den Suder Hafen in die Hafenstraße, und die Mühle wurde abgebrochen. (BR,WT1,WT2)

Mühlengang
Der Mühlengang ist ein alter Fußsteig zwischen Sieversstraße und Mühlenstraße, ab der Mühlenstraße setzt sich östlich die Moltkestraße fort . (BR)

Mühlenweg
Eine Verbindung von Lübscher Kamp und Kamper Weg im Südwesten von Wellenkamp. (BR)

Münsterdorfer Straße
Überörtliche Verbindungsstraße (K64) nach Südosten in Richtung Münsterdorf und Lägerdorf, beginnend an der Straße "Vor dem Delftor". (BR)


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Neue Reihe

Neue Straße (09.01.1896, vormals Bernhardstraße)
Die "Neue Straße", ein nichtssagender Name! "Neu" war sie, als sie im Jahre 1877 ihren Namen erhielt. Vorher hieß sie - und das war inoffiziell - nach dem Vornamen des ersten Hausbesitzers "Bernhardstraße". So war das häufig: solange eine Straße noch nicht durchgebaut war, nur ein oder zwei Häuser hatte, bezeichneten die Umwohner den neuen Straßen-Torso nach dem Namen des ersten Hausbesitzers (so auch die Hermannstraße). Die ersten Häuser der Neuen Straße entstanden in der Mitte der 1860er Jahre. Aber erst nach 12 Jahren war sie durchgehend bebaut. (IR3)

Neuhof (vormals Alsenshöhe)
Eine kurze Stichstraße, abzweigend vom Breitenburger Weg. Der Landsitz hatte einst den Namen Alsenshöhe. Der Gründer der Alsenschen Portland-Cement-Zementfabrik, Otto-Friedrich Alsen, wohnte in den 1860er Jahren hier mit seiner Familie. Der Name Alsenshöhe weist darauf hin, das -wie im Fall Leesenshöhe in der Brückenstraße in Sude- der Vorzug des Landsitzes darin gesehen wurde, Fernblicke zu ermöglichen. (BR)

Nordoer Straße
Früher eine überörtliche Verbindung vom Kremper Weg nach Breitenburg-Nordoe und ehemals zum Kremper Weg gehörig. (BR,HA)

Nordschleswigplatz (22.06.1930)
Name eines ehemaligen Platzes zwischen der Stresemannstraße und der Johannestraße im Verlauf der heutigen Adolf-Rohde-Straße in Höhe der Poelstraße. Zu einer Erschließung dieses Platzes ist es nie gekommen da ab 1948 eine Wohnbebauung stattfand. (BR)

Nordschleswigstraße (1956)
Als Nordschleswig (dänisch: Nordslesvig) wird der seit 1920 zum Königreich Dänemark gehörende Teil des ehemaligen Herzogtums Schleswig beziehungsweise der späteren preußischen Provinz Schleswig-Holstein bezeichnet. Der erst Teil der Nordschleswigstraße bis zur Einmündung Gravensteiner Weg wurde bereits 1957 fertiggestellt. Der durch die Abtragung des Hügels Ochsenkamp anfallende Sand wurde zur Aufschüttung des Wochenmarktplatzes Malzmüllerwiesen verwendet. In den Jahren 1974/1975 wurde der alte Ochsenkamp weiter abgetragen und mit dem Sand die Störschleife verfüllt. 1976 wurde der Bereich der verlängerten Nordschleswigstraße von der St.-Jürgen-Stiftung erworben und endgültig hergestellt. Ein Verbindungsweg zur Fehrsstraße und ein Treppensteig zum Ochsenmarktskamp wurden erstellt. (BR,WI)

Normannenweg (04.11.1964)
Der Normannenweg gehört zu den Namen des Stadtteils Sude-West, die auf die geschichtlichen Verhältnisse der Karolingerzeit (8. bis 10. Jahrhundert) Bezug nahmen. In diesen drei Jahrhunderten waren die Normannen (Nordmänner) oder Wikinger die Bewohner Skandinaviens. Normannen (Wikinger) haben im 8. und 9. Jahrhundert auch in der ältesten Itzehoer Geschichte als Gegner Karls des Großen und seiner Nachfolger eine gewisse Rolle gespielt. (IR3)


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Obere Dorfstraße
Die Obere Dorfstraße war die Hauptstraße und Kern des alten Dorfes Edendorf. (BR)

Ochsenmarktskamp
Die Straße Ochsenmarktskamp, eine seltsame Bezeichnung für eine Straße, mag mancher denken, der den Namen zum ersten Male hört oder liest. Es ist ein für Itzehoe historischer Name ersten Ranges. Einst ein stattlicher Hügel mit dem Namen Ochsenkamp (+46m NN, auch Ochsencamp) im Osten der Altstadt, hat der Ochsenmarktskamp manch sogar für die Landesgeschichte Bedeutsames erlebt. Lange Zeit, bevor die Höhe an der heutigen Fehrsstraße bis hin zur Oelixdorfer Straße den Namen Ochsenmarktskamp bekam, hieß sie "Grotenwoldemersholt", Wald des Großen Waldemar. Versetzen wir uns weit, weit zurück in das Jahr 1227, elf Jahre vor Erhebung Itzehoes zur Stadt. Das war eine wilde, wirre Zeit. Der mächtige Dänenkönig Waldemar II. (1202 - 1241) hatte sich zum Herrn und Gebieter auch ganz Nordelbingens gemacht, hatte den deutschen Grafen Adolf III. aus seinem Erbland Holstein verjagt. Da wurde er selbst Opfer eines Anschlags und geriet in Gefangenschaft. Die für ihn günstige Lage nutzend, setzte sich Adolfs III. Sohn, Adolf IV., von Itzehoe aus, dem alten Hauptort Holsteins wieder in den Besitz Westholsteins. Doch da entrann König Waldemar dem Kerker und begann alsbald mit der Wiedereroberung des verloren gegangenen Gebietes. Er zog vor Itzehoe und belagerte die Burg der Schauenburger im Norden der Neustadt. Sein Standquartier lag im Osten des Dorfes Etzeho auf dem Ochsenmarktskamp, von dem er den tiefer gelegenen Ort taktisch beherrschte.
In späteren Jahren ab ca. 1838 wurde der Viehmarktplatz hierhin verlegt nachdem die alte Fläche zwischen dem jetzigen Lornsenplatz und der Brunnenstraße zu klein geworden war. Er begann immer am 28. Oktober und brachte für zweit Tage ein lebhaftes Treiben nach Itzehoe: etwa 7000 bis 9000 Ochsen standen zwischen 1837 und 1847 pro Jahr zum Verkauf, nach einem kleinen Einbruch 1848 (Kriegsausbruch des Schleswig-Holsteinischen Krieges 1848-1851) waren es 1849 wieder 9000 Ochsen aus Jütland, Eiderstedt, der Wilster- und Krempermarsch. Einen Teil des Viehs kauften die zahlreichen Itzehoer Schlachter, ein anderer Teil wurde über den Itzehoer Zoll ausgeführt, überwiegend nach Hamburg. Daneben gab es jährlich auch noch zwei kleinere Pferdemärkte.
Der einstige Hügel Ochsenkamp wurde für die Aufschüttung der Malzmüllerwiesen 1959 und die Zuschüttung der Störschleife 1974/1975 teilweise abgetragen und ist heute im wesentlichen nicht mehr vorhanden. Auf seinem Gebiet entstand südlich der heutigen Straße Ochsenmarktskamp die Nordschleswigstraße. (BR,IR3)

Oelixdorfer Straße (09.01.1896)
Überörtliche Verbindungsstraße in Richtung Osten nach Oelixdorf. (BR)

Oelmühlengang
Weg von der Breiten Straße zur alten Hirschbergschen Oelmühle in der Bekstraße. (BR)

Ohlendörp (1971)
Das ist der Name des Edendorfer Feldes an der Nordseite der Straße gleichen Namens. Die Straße Ohlendörp, im Norden von Edendorf deutet auf ein altes Dorf, das hier im frühen und möglicherweise auch hohen Mittelalter einmal gelegen haben muß. Dies Dorf mag, wie Hauptlehrer Johann Rathmann, der verdienstvolle Verfasser der "Edendorfer Chronik" auf Seite 26 mit Recht bemerkt, das älteste Edendorf gewesen sein. Es wurde wahrscheinlich vor vielen Jahrhunderten durch kriegerische Ereignisse oder eine Feuersbrunst zerstört und im 14. Jahrhundert weiter südwestlich an einer Quelle des Sieversbek etwa da, wo heute die "Untere" und "Obere Dorfstraße" liegen, neu aufgebaut. Wenn auch jedwede Erinnerung an ein frühmittelalterliches Dorf verloren gegangen ist, und keine schriftliche Bezeugung für eine so frühe Siedlung vorliegt, so hat sich doch durch die Jahrhunderte bis in unsere Gegenwart hinein der Feld- und Flurname Ohlendörp erhalten. Er ist uns ein sicheres Zeugnis dafür, daß es hier einst eine menschliche Siedlung gegeben hat. Flur- und Feldnamen sind durchweg untrügliche geschichtliche Quellen erster Ordnung, denen wir volles Vertrauen schenken dürfen. Daß hier, im äußersten Norden des heutigen Edendorf, zwischen der Bahnlinie Itzehoe - Wrist und der Alten Landstraße Menschen gewohnt haben, wird gestützt durch Verfärbungen im Acker und durch das Vorhandensein eines Baches. (IR3,RA)

Oldendorfer Weg
Der Oldendorfer Weg, obwohl anscheinend ganz zu Edendorf gehörig, war seit jeher itzehoerisch, zählte einst zur Edendorfer Straße der Stadt. Der Name erklärt sich leicht; es war der uralte Feldweg von Itzehoe und Edendorf nach dem Dorf Oldendorf. Ihn benutzten bis zum Jahre 1837 die Edendorfer Schulkinder, wenn sie in ihre Schule nach Oldendorf eilten oder mittags wieder nach Hause gingen. Die Stadt gab dem Weg den Namen Anfang der 1960er Jahre. (RA,IR3)

Oma-Dieks-Weg (1930)
Ein ehemaliger Fußsteig zwischen der Dürrstraße und dem Eckenerweg, hinter den Gärten der Friedrich-Ebert-Straße gelegen. Oma Diek wohnte am oberen Ende in der Dürrstraße 1 (heute 1b). Der Weg wurde in den 1980er Jahren an die anliegenden Grundstückseigentümer verkauft und existiert heute nicht mehr. (BR)

Oppelner Weg
Oppeln, polnisch Opole, inmitten der Region Oberschlesien an der Oder gelegen, ist die Hauptstadt der heutigen Woiwodschaft Opole im Südwesten Polens. (WI)

Ossietzkystraße (26.07.1978)
Nach Carl von Ossietzky (*03.10.1889; +04.05.1938), einem deutschen Journalisten, Schriftsteller und Pazifisten. (BR)

Osterloh
"Lohe" heißt Feld, Osterloh hießen die Felder im Osten des Dorfes Edendorf. (RA)

Osterloh (alt)
Der alte Feldweg Osterloh ist heute weggefallen, er ist jetzt nördlicher Teil des Albert-Schweitzer-Rings. (RA)

Ostlandplatz (1950, vormals Dreiecksplatz)
Ostland, ein weitreichender Begriff, überwiegend für das Baltikum und Teile Weißrußlands. Er soll und will, solange es ein Tegelhörn gibt, erinnern an die Jahre nach 1945, als ostdeutsche Flüchtlinge hier eine neue Heimat fanden. Bis 1950 hieß der Ostlandplatz Dreiecksplatz, eine farblose Bezeichnung. (BR,IR3)

Ottensstraße (1965)
Nach der Familie Ottens, Inhaber der Kaffeeersatzfabrik. Die Ottensstraße wurde bereits bei der Besprechung der Düringstraße erwähnt. Im äußersten Südwesten Wellenkamps, südwestlich der Umgehungsstraße gelegen, gehört die Ottensstraße mit zu den nach verdienten Itzehoer Industriellen im Jahre 1965 benannten Straßen. Der Kaufmann Matthias Ottens kaufte mit seinem Geschäftsfreund J.L. Wullf im Jahre 1811 von dem Kaufmann J.P.D. Kroymann eine kleine Fabrik von "aus gelben Wurzeln (also Zichorien) verfertigten Coffee" und entwickelte mit Fleiß und Tüchtigkeit das kleine Unternehmen zu einem der bedeutendsten Industriebetriebe Itzehoes. Vor 150 Jahren konnten sich nur ganz, ganz Wohlhabende eine Tasse echten Bohnenkaffees leisten. Die meisten Menschen begnügten sich mit Malz- oder Zichorienkaffee. In einer amtlichen Statistik aus dem Jahre 1835 wird über die Itzehoer Zichorienfabrik gesagt: "Diese Fabrik hat es zu allererst dahin gebracht, daß man das Fabrikat der inländischen Zichorienfabriken nicht nur gezwungen, sondern auch gern benutzt". Die Fabrik gab um 1840 etwa 600 Personen Arbeit: sie war einst die größte Kaffee-Ersatzfabrik Schleswig-Holsteins. Nach Wulffs Ausscheiden, 1817, führte die Fabrik den Namen J. M. Ottens. Genau hundert Jahre nach Übernahme des Unternehmens durch Ottens ging die Fabrik im Jahr 1911 an den Kaufmann C.C. von Holstein über. (BR,IR3)

Otto-Friedrich-Alsen-Straße (27.04.2006)
Nach Otto Friedrich Alsen (*23.05.1805; +15.01.1872). Geboren in Altona, getauft ebenda am 23.06.1805. Nach Besuch des Altonaer Christianeums Student der Jura in Kiel, Leipzig und Bonn und tätig als Jurist. Nach dem Tode seines Vaters Hinrich Christian Alsen (*13.09.1749; +05.04.1832) übernahm er die Bewirtschaftung von zwei Marschhöfen in Flederwurth bei Lunden. Am 01.07.1861 gründete er mit Peter von Leesen in Hodorf unter dem Firmennamen "Alsen & von Leesen" eine Ziegelei. Er übernahm am 29.12.1863 die Alsensche Portland-Cement-Fabrik in Itzehoe, die sein Sohn Gustav Ludwig Alsen (* 1836; nach 1867 in Brasilien verschollen) am 23.12.1862 in Itzehoe gegründet hatte. Otto Friedrich Alsen war seit 1833 mit Henriette Wilhelmine Dorothea Schmidt (*31.10.1810; +29.11.1872), Tochter des Schiffreeders Christian Schmidt in Flensburg, verheiratet. Sie hatten zusammen neun Kinder: Fünf Söhne und vier Töchter. Neben Heinrich Wessel und Carl Christian Krichauff führte sein Sohn Heinrich Christian Friedrich Lucian Alsen (sen.) (*24.06.1834; +09.02.1882) nach dem Tode seines Vaters das Werk weiter. (BR,ST)

Otto-Hahn-Straße (1970)
Nach Otto Hahn (*08.03.1879; +28.07.1968), einem deutschen Chemiker, Pionier der Radiochemie, Entdecker zahlreicher Isotope (heute Nuklide genannt) und der Kernspaltung des Urans (1938), wofür ihm 1944 der Nobelpreis für Chemie verliehen wurde. Die Otto-Hahn-Straße ist eine der um das Jahre 1970 erschlossenen Straßen in der Suder Klostermarsch hinter dem Bahnhofsgelände. Sie verläuft auf einem alten Sommerdeich der vom Bahndamm bis zur Stör (und dann weiter bis zur Dorfstraße an der Stör) verlief. Man muß der Ratsversammlung der Stadt nur gratulieren, daß sie, modern und aufgeschlossen, auch an bedeutende Persönlichkeiten der Gegenwart gedacht hat, als es galt, neue Industriestraßen zu benennen. Zu den um das Jahr 1970 neuen Straßen in der Klostermarsch gehören die verlängerte Hafenstraße, die Rudolf-Diesel-Straße, die Konsul-Rühmann-Straße und die Carl-Zeiß-Straße. (BR,IR3)

Otto-Wels-Straße
Nach Otto Wels (*15.09.1873; +16.09.1939), einem sozialdemokratischen deutschen Politiker. (BR)

Öwert Holt (2004)
Der Begriff Holt leitet sich vom niederdeutschen Wort für Holz ab, was darauf hindeutet, daß die nähere Umgebung waldreich ist oder war. Der vordere Teil zur Oelixdorfer Straße gehörte vorher mit zur Aaron-Rieder-Straße. (BR)


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Papenkamp (11.05.1964)
Die Straße Papenkamp ist eine im rechten Winkel umbiegende Sackgasse nördlich der oberen Lindenstraße. Sie hat 1964 den Namen erhalten, gleichzeitig mit den vielen Karolingerstraßen des Stadtteils. Papenkamp - Pfaffenkamp ist uralter Flurname. Im 13. Jahrhundert bewohnten fromme Laienbrüder den Geestrand nördlich von Itzehoe und Heiligenstedten. Zu Anfang des 14. Jahrhunderts übersiedelten sie nach Münsterdorf. An dieses zeitweise Wohnen der frommen Männer erinnern noch heute die Flurbezeichnungen Papenkamp und Papenbottel, das heutige Julianka. (IR3)

Pappelweg (13.09.1982)
Die Pappeln sind eine Pflanzengattung in der Familie der Weidengewächse. (WI)

Pasemann-Passage
Die Pasemann-Passage ist ein Durchgang zwischen den Häusern Breite Strasse 33 und 35 zur Stiftstraße. Er entstand erst mit dem Abbruch der Meierei in der Breitenburger Straße / Stiftstraße und der nachfolgenden Schaffung des Meiereiparkplatzes Anfang der 1980er Jahre. (BR)

Pasleker Straße
Paslek (deutsch Preußisch Holland) ist eine Stadt im ostpreußischen Oberland in der heutigen polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es besteht eine Städtepartnerschaft mit Itzehoe seit 1990. (BR,WI)

Peerkoppel
Eine Peerkoppel ist das niederdeutsche Wort für eine eingezäunte Pferdeweide. (BR)

Poelstraße (22.06.1930)
Über die ehemalige Bossche Koppel führend, nach Gustav Poel (*17.11.1804; +16.04.1895). Er war Polizeimeister, Ratsherr und Bürgermeister von Itzehoe von 1852 bis 1868. Die Poelstraße zwischen Lindenstraße und Adolf-Rohde-Straße erhielt im Jahre 1930 ihren Namen. Sie soll die Nachwelt erinnern an den bedeutendsten Bürgermeister der Stadt Itzehoe im 19. Jahrhundert. Gustav Poel stammt von Vorfahren ab, die bis ins 18. Jahrhundert hinein in Holland lebten, und im Holländischen wird "oe" wie "uh" gesprochen. Daher ist die richtige Aussprache "Puhl". Noch heute leben eine ganze Reihe Nachkommen von Gustav "Puhl" in Schleswig-Holstein. Gustav Poel, Volljurist und höherer Verwaltungsbeamter, war von 1835 bis 1868 erst Zweiter, dann Erster Bürgermeister von Itzehoe. Er hat sich um unsere Stadt so verdient gemacht, daß die dankbaren städtischen Kollegien ihm bei seinem Abgang am 9. Juli 1868 das Ehrenbürgerrecht verliehen; es war das allererste überhaupt. Poel hat sich in der Tat um Itzehoe verdient gemacht; der Zusammenschluß der vier Jurisdiktionen zu einer Gesamtstadt, 1861, die Schaffung von Eisenbahn, Gas- und Wasserwerk (1857), seine Bemühungen um Industrialisierung der Stadt, seit 1840, gehen zu einem guten Teil auf seine Initiative und Tatkraft zurück. Poel starb am 16. April 1895 im 91. Lebensjahr in Trenthorst (Kreis Stormarn). Er hat der Stadt Itzehoe 33 Jahre lang treu und gewissenhaft gedient. Es waren die schicksalsschwersten und spannungsreichsten Jahre des ganzen 19. Jahrhunderts, die Sturm- und Notzeit der schleswig-holsteinischen Revolution von 1848 bis 1850, die Zeit der Dänenherrschaft bis 1863 und der Eingliederung der Erbherzogtümer 1864 in den Deutschen Bund und 1867 in das Königreich Preußen. (BR,IR3)

Portland-Cement-Straße (22.03.2012)
Der Portland-Cement ist das wichtigste Produkt der Alsenschen Portland-Cementfabrik gewesen, durch dessen ehemaligen Standort des Werkes Itzehoe die Straße verläuft. Hauptbestandteile des Portlandzements sind aus Kreide und Ton gewonnenes Calcium, Silizium und Aluminium, die Sinterung der Ausgangsstoffe bei hoher Brenntemperatur und anschließendes Feinmahlen. Der Sohn des Erfinders des Portlandzementes, der Engländer William Aspdin (*1815, +1864) war in Lägerdorf und in Itzehoe am Aufbau der Zementindustrie beteiligt. (BR)

Posener Weg
Posen, polnisch Poznan, im heutigen westlichen Teil Polens an der Warthe gelegen, ist die historische Hauptstadt der Provinz Großpolen und der gleichnamigen Woiwodschaft. (WI)

Poststraße (17.12.1891)
Mit Eröffnung der "Marschenbahn" von Itzehoe nach Heide im Jahre 1878 begann sich der Raum zwischen Prinzeßhof, Bekstraße und Bahnhof zu füllen. Vor 100 Jahren standen dort, wo heute alles dicht bebaut ist, bloß wenige, recht bescheidene Häuser, in denen alles in allem nur 43 Menschen wohnten; ringsum nur Gärten, Felder, Weiden. Das wurde nun anders. Von der neuen Hauptstraße aus dem Inneren der Stadt bis zum Bahnhof, die man 1881 Viktoriastraße nannte, wurde nach rechts an dem damals im ersten Bauabschnitt befindlichen neuen Postgebäude eine Straße abgezweigt, die 1891 den Namen "Poststraße" bekam. Im Jahr 1894 erfolgte die Fortsetzung bis zur Feldschmiede. Die neue Post wurde am 6. April 1893 eingeweiht. (IR3,BR)

Potthofstraße
Über die Bedeutung des Namens Potthof und seine Entstehung ist anscheinend - ich habe viele Anwohner befragt - nichts bekannt. Da schon vor und während des ersten Weltkrieges die menschenleere und häuserlose Gegend um die heutige Potthofstraße als Müllabladeplatz benutzt worden ist, scheint der Name dem "Volksmund" entsprungen zu sein. Es war ein willkommener Platz, wo man "olle Pötte" abzuladen pflegte, eine durchaus noch nicht amtliche "Mülldeponie", wie man heute so schön undeutsch sagt. Der Name Potthofstraße ist erst nach dem zweiten Weltkrieg "offiziell" geworden, als man anfing, auch sie zu besiedeln. (IR3)

Preußisch-Holland-Straße
Preußisch Holland, polnisch Paslek, ist eine Stadt im ostpreußischen Oberland in der heutigen polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es besteht eine Städtepartnerschaft mit Itzehoe seit 1990. (BR)

Pünstorfer Steig
Ein ehemaliger Fußsteig zwischen der Hermannstraße und dem Gut Pünstorf. Er begann in der Hermannstraße rechts neben dem Haus Nr. 37 und führte damals östlich des Friedhofes Brunnenstraße und das Schrebergartengelände (später Kasernengelände der Hanseatenkaserne) nach Norden durch das Vorderholz zum Gut Pünstorf. (BR)

Pünstorfer Straße (1960)
Die Pünstorfer Straße reicht heute, sich lang hinziehend, vom Ostlandplatz in Tegelhörn im Westen beinah bis zur Rendsburger Chaussee im Osten. Ihr Ostteil, vielfach unter dem Namen "Lotsensiedlung" gehend, ist eine der modernsten, schmucksten Straßen der Stadt. Den Namen erhielt sie 1947 nach dem Gutshof Pünstorf. Er war ein Feldweg, der von Itzehoe und Sude nach Pünstorf führte. Ein weiterer Fußsteig auf dem Pünstorf von Süden durch das Vorderholz erreicht werden konnte war der Pünstorfer Steig. (BR,IR3)


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Reesiekplatz (vormals Maikowskiplatz (1937-1945) und Twietenkoppel (1945-?))
Ein ungewöhnlicher, recht altmodisch klingender Name "Reesiek". Und in der Tat, er ist alt, sogar uralt. Er steht nämlich schon in der Itzehoer Stadtgründungsurkunde von 1238. Dort ist die Rede "von einem Ort, der Resic genannt wird". Graf Adolf IV., unser Stadtgründer, schenkt den Raum um Resic, und das ist der mittlere Teil des späteren Lübschen Kamps, aus dem Erbgut des Wolter von Welna den Bürgern der jungen Stadt als Weide- und Torfschürfland. Der alte Name "Resic" ist leider später entstellt, manche sagen "modernisiert” worden. Heute liest man Reesiek, aber auch Reesieck. über die Bedeutung des Namens Reesieck hat man viel gerätselt. Man könnte ihn, so Rektor i. R. Johannes Rohwedder, mit Ree = Reiher und sik = Teich ohne Abfluß des Wassers, das versickert, deuten. Jedenfalls ist das Wort Reesiek uralt, und man sollte den städtischen Körperschaften dankbar sein, daß sie schon vor Jahrzehnten, damals unter der richtigen Form "Resik", den alten Namen haben wieder aufleben lassen. Sie haben bei der Namengebung seinerzeit an dem alten, in der Erinnerung noch erhalten gebliebenen Flurnamen "Resik" angeknüpft, der inmitten des Lübschen Kamps einen Platz bezeichnete, an dem ein kleiner Bach in eine versumpfte Wiese rieselte und in ihr versickerte. Es ist die älteste Flur- und Ortsbezeichnung die heute noch in Itzehoe noch lebendig ist.
Zwischenzeitlich von 1937 bis 1945 war er nach Hans Eberhard Maikowski (*23.02.1908; +31.01.1933) benannt, einem SA-Sturmführer in Berlin und sog. "Blutzeugen" von 1923, Verletzung und Tod unter bis heute ungeklärten Umständen am Abend der "Machtergreifung" 1933. (BR,IR3)

Reichenberger Weg
Reichenberg, tschechisch Liberec, ist eine Stadt im Norden Tschechiens. (WI)

Reichenstraße
Die Reichenstraße war einst bis um etwa 1880 die Straße der wohlhabenden, reichen Bürger der Stadt. Frühere Namen waren Große (der ältere südliche Teil) und Kleine Reichenstraße (Nordteil). In ihr wohnen zu dürfen, war nicht jedermann erlaubt. Das war das Vorrecht der wenigen Wohlhabenden, die von Beruf Fernkaufleute - heute würden wir sagen Großkaufleute -, meinst Tuch-, Korn-, Salz- und Holzhändler, allein ratsfähig waren, d. h. in den Rat der Stadt gewählt werden konnten. Die mittelalterlichen Stadtverfassungen waren patrizisch und oligarchisch. Nur wohlhabende Kaufleute und Akademiker besaßen das passive Wahlrecht. Ihre Zahl war gering, schwankte in Itzehoe zwischen drei und zehn; meist waren es fünf oder sechs. Wer in der Reichenstraße ein "volles Haus” hatte, d. h. dieses voll versteuerte, der gehörte zu den wenigen, die in der Stadt "das große Sagen” hatten. In der Reichenstraße befanden sich die größten Geschäfte und Geschäftskontore. Durch sie führte den Weg zum ersten Bahnhof, der seit 1857 im Süden der Stadt am Wege nach Krempe lag (damals im Areal der Alsenschen Portland-Cementfabrik). Erst seit Ende des 18. Jahrhunderts beginnt die Breite Straße allmählich wirtschaftlich neben die Reichenstraße zu treten; doch der Ruf und der Ruhm der Reichenstraße hat noch lange nachgewirkt. Als aber 1878 die Marschenbahn nach Heide eröffnet und die bisherige Bahnlinie Altona - Elmshorn - Glückstadt - Itzehoe über Itzehoe hinaus verlängert und der heutige Bahnhof angelegt wurde, da setzte der Abstieg der Reichenstraße ein. Zwischen der nördlichen Reichenstraße und dem östlichen Stadtarm der Störschleife gab es bis in das 19. Jahrhundert noch den Branteweinsgang, er querte ebenfalls die Salzstraße. (BR,HA,IR3)

Rendsburger Chaussee
Die Rendsburger Chaussee (auch Rendsburger Landstraße) ist die außerörtliche Fortsetzung des Sandbergs nach Norden in Richtung Hohenweststedt und Rendsburg, einem alten Heer- und Ochsenweg folgend, heute die Bundesstraße B77. An der Rendsburger Chaussee liegen das Paradies, der Bökenberg, Feld und Forst "Dells Wiese", das Klosterholz und der "Blaue Lappen", alle ehemals der Gemeinde Klosterhof zugehörig. (BR)

Ricarda-Huch-Straße
Nach Ricarda Huch (*18.07.1864; +17.11.1947), einer deutschen Schriftstellerin, Dichterin, Philosophin und Historikerin. (BR)

Ringstraße
Eine Ring-Straße an der südwestlichen Ortsgrenze zwischen Wellenkamp und Heiligenstedtenerkamp. (BR)

Ritterstraße
Nach Ritter Johann Rantzau (*12.11.1492; +12.12.1565)), Herr von Breitenburg, aus dem Geschlecht der Rantzau. Die Ritterstraße ist eine sehr alte Straße. Sie wird zum ersten Male erwähnt bei einem der schlimmsten und bedrohlichsten Ereignisse der ganzen Itzehoer Stadtgeschichte. Das war im Jahr 1712. Itzehoe wurde von der furchtbaren Geißel der damaligen Menschheit, der asiatischen Beulenpest, heimgesucht. Sie raffte bei uns innerhalb von drei Monaten Hunderte von Einwohnern hinweg. Am schlimmsten, so berichtet die alte Quelle, sei die Ritterstraße von ihr betroffen worden.
Diese lag einst im Süden der Altstadt, gehörte schon nicht mehr zur lübschen Stadt, sondern war breitenburgisch. Erst bei der Zusammenlegung der vier Jurisdiktionen im Jahre 1861 kam die Ritterstraße zur Stadt. So ist die Namensgebung nicht im Rathaus, sondern auf Schloß Breitenburg erfolgt. Der Ritter aber, an den sie erinnern soll, ist kein Geringerer als der Größte und Bedeutendste aus dem edlen Geschlecht der Rantzaus, Ritter Johann Rantzau, der von 1492 bis 1565 lebte. Er hat im 16. Jahrhundert den Ruhm und die Macht seines Hauses begründet. Man hat von Ihm, dem großen Feldherrn dreier dänischer Könige, dem Sieger in acht Schlachten und dem überall anerkannten Staatsmann, gesagt, er habe dem oldenburgischen Fürstenhaus erst richtig "den dänischen Königsthron erobert”. Zum Dank schenkte König Friedrich I. im Jahre 1524 "seinem lieben, getreuen Rat und Marschall Johann Rantzau Stadt und Kirchspiel Itzehoe.”
Zwar wurde damals die Selbstverwaltung der Stadt nicht angetastet; aber die Einkünfte - und das war bitter genug - mußten zu einem guten Teil nach Breitenburg abgeführt werden. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde in langen, schwierigen Verhandlungen zwischen Amt Breitenburg und Lübscher Stadt ein Ausgleich geschaffen, der den Interessen beider dienlich war. Uns, die Nachfahren, soll die Ritterstraße daran erinnern, daß die Breitenburger Rantzaus, seit 1650 Reichsgrafen, bis ins 19. Jahrhundert hinein starkes Mitspracherecht in und über Itzehoe besaßen. (BR,IR3)

Robert-Koch-Straße
Nach Robert Koch (*11.12.1843; +27.05.1910), einem deutschen Mediziner und Mikrobiologen. Er hat grundlegende Beiträge zur Infektionslehre sowie zum Aufbau der Tropenmedizin in Deutschland geleistet. Bahnbrechend waren seine Forschungsarbeiten zum Milzbranderreger (1876) und zur Tuberkulose (1882). 1905 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. (BR)

Rohwedderweg
Nach Rohwedder (*?; +?).

Rosenweg
Die Rosen sind die namensgebende Pflanzengattung der Familie der Rosengewächse. (WI)

Rubensweg
Ein ehemaliger Fußsteig zwischen Sandkuhle und Hermannstraße, er führte durch die Gärtnerei Grundler (später Gärtnerei Eggert). Seine Fortsetzung nördlich der Hermannstraße war der Pünstorfer_Steig. (BR)

Rudolf-Diesel-Straße (1970)
Nach Rudolf Diesel (*18.03.1858; +29.09.1913), einem deutschen Ingenieur und der Erfinder des Dieselmotors. (BR)

Rudolf-Virchow-Straße
Nach Rudolf Virchow (*13.10.1821; +05.09.1902), einem deutschen Arzt an der Berliner Charité, Archäologen und Politiker. Er gilt unter anderem als Gründer der modernen Pathologie. (BR)


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Sachsenweg
Der Freistaat Sachsen ist ein Land im Osten der Deutschlands. (BR)

Salzstraße (L: 150 m)
Salz war schon in den vorgeschichtlichen Zeiten und im Mittelalter eine Rarität und deshalb allenthalben hochbegehrt. "Von alters her", so heißt es in einer Urkunde vom Jahre 1597, "ist Lüneburger Salz nach Itzehoe geführt worden." Es wurde in großen Tonnen oder Fässern elbabwärts und störaufwärts nach Itzehoe transportiert und an der Salzstraße in "Salzspeichern", die mit der Rückseite unmittelbar an der Stör standen, gestapelt und gelagert, um dann auf dem Landwege nach Nord- und Mittelholstein weiterzugehen. Die erste Erwähnung einer "Zoltstrate" stammt aus dem Jahre 1377. Jedenfalls hat Itzehoe einst als Umschlaghafen zwischen dem Wasser- und Landtransport von Salz eine große Bedeutung gehabt und hat dem Stadtsäckel manch lübsche Mark zugeführt. (IR3)

Sandberg
In und um Itzehoe hat es zu allen Zeiten viel, viel Sand gegeben und gibt es auch heute noch, was sich für die Gegend charakteristisch in fünf Straßennamen niedergeschlagen hat. Neben dem Sandberg, einer der längsten und seit alters her meist befahrenen Straßen der Stadt, gibt es noch die Straßen Hinter dem Sandberg, Sandkuhle, Sandstraße und den Sanddeich.
In vorgeschichtlicher Zeit (2000 bis 1000 v. Chr.) entstanden die drei Heer- und Handelswege, die nach dem Norden, Nordosten und Osten des Landes führten, am heutigen Unteren Sandberg im Raum des heutigen Berliner Platzes. Der bedeutendste dieser drei war die Via Sclesvicensis, der Schleswiger Weg; er führte durch die Sandbergmulde, den Wunderberg links und die spätere Ochsenmarktskamp-Höhe rechts liegen lassend, stetig bis zur Höhe vor dem heutigen Stadion hinauf. Der oberste Teil wurde später auch Rendsburger Chaussee genannt. Im Mittelalter hieß der mittlere Sandberg "Hohlweg". Alles, vom heutigen Berliner Platz bis zum Übergang auf die Bundesstraße 77 ist Sandboden, gehört schon zur holsteinischen Geest. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Straße Sandberg erst an dem kleinen Platz in Höhe Holzkamp, an ihm standen lange die "Balkan-Stuben" (ehemals Hotel "Stadt Kiel"), seit 2005 ein Neubau der Krankenkasse DAK. Früher wurde dieser kleine Platz "Pferdemarkt" genannt. Der heutige am Berliner Platz liegende Teil des Sandbergs hieß zunächst "Bollwerk" und dann "Neue Reihe".
Der alte Stadtsekretär Rudolph Krohn erzählt in seinem Buch "Spaziergänge durch Alt-Itzehoe" (1926) sehr launig über die Entstehung des Namens "Neue Reihe". Er schreibt auf Seite 33: "Damals, so um 1600 herum, wurden im Sandberg bis dahin, wo es nach dem Holzkamp hinaufgeht, Pfannkuchen nur auf einer Seite gebacken. Weshalb? Ganz einfach, weil auf der anderen Seite keine Häuser standen; denn da hatte das Kloster sich bis an die Grenze vorgedrängt, Buschwerk gepflanzt, eine Planke gezogen, kleinere Gebäude errichtet." Da liefen aber Rat und Bürgermeister die Galle über. Sie beschwerten sich bei König Christian IV. Der König schrieb wieder, er komme einmal von Kopenhagen herüber und wolle sich die Sache ansehen. Er kam auch (er mochte nämlich gern reisen und auch gern in Itzehoe sein). Als er sich alles angesehen hatte, sagte er, das könne auch nicht angehen, die Grenze zwischen Stadt und Kloster müsse der Wasserlauf sein, der von oben herunterkäme. So wurde es denn nun verhalten. Das Kloster mußte auf der anderen Seite des Grabens (in der Mitte der Straße) bleiben und auf dieser Seite des Grabens, den Sandberg hinunter, konnten die lübschen Bürger Häuser bauen. Das taten sie denn auch. Aber Gartenland und Hofplatz blieb ihnen blitzwenig. So entstand die "Neue Reihe". Eins war jedoch gewonnen: Nun konnten auf dieser Strecke im Sandberg die Pfannkuchen auf beiden Seiten gebacken werden.
In der Mitte des Sandbergweges plätscherte, genau so wie in der Breiten Straße, ein von Mauerwerk eingefaßtes, tief eingebettetes Bächlein, das bei starkem Regen oder Schneeschmelze gelegentlich über die Ufer trat. An der Kreuzung Sandberg / Breite Straße und Berliner Platz / Kirchenstraße, die bis zum Jahre 1888 den Namen "Am Hagedorn" trug, war der Bach noch nicht überbrückt, so daß die Pferde durch Matsch und Schlamm waten mußten. Vor der großen Straßenpflasterung der Jahre 1826 und 27, in der der Mittelgraben des Sandbergs und der Breiten Straße zugedeckt wurde, muß der Sandbergweg für den Verkehr zwischen Stadt und Mittelholstein viel zu schmal gewesen sein. Es konnten, so wird berichtet, an vielen Stellen noch nicht einmal zwei Wagen einander ausweichen. Sandberg und Breite Straße wurden im Jahre 1816 als schief und unendlich vieler Rinnsteine halber, die von jedem Haus quer über die Gasse bis zum Bach gehen", für Reisende als viel zu unbequem erklärt. So ist es im Grunde heute noch. Trotz Wegfalls des Grabens und der Erweiterung beider Straßenzüge sind Breite Straße und Sandberg, mit die wirtschaftlichen Hauptschlagadern der Stadt, für den modernen Mammutverkehr wieder viel zu eng gewogen.
Die Kreuzung Breite Straße - Berliner Platz - Sandberg - Kirchenstraße stellt seit 1888 den gesetzten Mittelpunkt der Stadt dar, von dem ab die Häuser in den Straßen nach außen aufsteigend numeriert werden. (BR,HA,IR3)

Sanddeich (1969)
Der Sanddeich erhielt 1969 den Straßennamen nach dem alten Sandweg oder Sanddeich, der vom Kamper Weg in Wellenkamp in Richtung Norden durch die Störmarsch nach Heiligenstedten führt. Er führte ursprünglich direkt am Stördeich entlang und endete an der Schloßstraße in Heiligenstedten. (IR3, BR)

Sandkuhle
Die Sandkuhle bildet die Verbindung zwischen der Straße Hinter dem Klosterhof und der Brunnenstraße. Sie ist im Südwesten die alte Ausfallstraße aus der Stadt zur Brunnenstraße, dem Juliengardeweg und der Alten Landstraße. Die Sandkuhle reichte früher beträchtlich weiter als heute, nämlich in die Höhe der heutigen Hermannstraße. Der Name Sandkuhle ist leicht zu deuten. Die ganze Gegend hat sandigen Untergrund. Entweder war die Kuhle eine natürliche, von tiefem Sand bedeckte Mulde oder sie ist im Laufe der Frühzeit durch Aushebung des Sandes künstlich entstanden. (BR,IR3)

Sandstraße (09.01.1906)
Itzehoe ist geologisch-mineralogisch auf viel Sand gebaut. Auch Wellenkamp hat seine Sandstraße. Wo einst Sandgruben lagen, entstand viel später, ab 1896, die Sandstraße auf Ödland in der Nordoer Heide östlich des Kremper Weges. (IR3)

Schäferkoppel (1947)
Die Schäferkoppel vor der Ernst-Moritz-Arndt-Schule in Tegelhörn ist alter Flurname. Den Namen erhielt die Straße im Jahre 1947. (IR3)

Schauenburger Straße (20.08.1964)
Das Adelsgeschlecht Grafen von Schauenburg und Holstein stammt ursprünglich von der Schauenburg bei Rinteln (Landkreis Schaumburg) an der Weser. Neben der Stammherrschaft mit ihren Residenzorten Bückeburg und Stadthagen wurde die Familie auch mit den Grafschaften Holstein und Stormarn belehnt. Adolf IV. (*vor 1205; +08.07.1261) war Edler Herr von Schauenburg (1225-1238) sowie Graf von Holstein und Stormarn (1227-1238) und verlieh der Stadt Itzehoe 1238 Lübsches Stadtrecht. (BR)
Die Schauenburgerstraße im Mittelteil von Sude-West hat man 1964 zu Ehren des edlen Grafengeschlechtes der Schauenburger benannt, die von 1111 bis 1459 Holsteins Landesherren waren. Die Schauenburger haben sich besonders im 13. und 14. Jahrhundert um das Städtchen Itzehoe verdient gemacht. Itzehoe war für sie der Hauptort - später sagte man "Hauptstadt - des deutschen Urholsteins (Ostholstein gehörte noch über die Mitte des 12. Jahrhunderts den Slawen). Der Schauenburger Adolf III. erbaute um 1180 die Burg in der Neustadt, sein Sohn Adolf lV. gab 1238 dem Dorf "Etzeho" die lübschen Stadtrechte und gründete das Itzehoer Frauenkloster. Seine Söhne, die Grafen Johann und Gerhard, verliehen im Jahre 1260 der jungen Stadt das wertvolle Stapelrecht auf der Stör. Gerhards I. Sohn, Graf Heinrich I., legte 1303 den Besitzstand der Stadt fest und erweiterte ihn. Auch die späteren Schauenburger haben Itzehoe mehrfach beschenkt und mit neunen Vorrechten ausgestattet. Sie schätzten Itzehoe so, daß sie unsere Laurentii-Kirche zur Grabkirche ihres Geschlechts bestimmten. So gesehen, war die Benennung "Schauenburgerstraße" schon längst überfällig. (IR3)

Schenefelder Chaussee
Die Hauptstraße nach Schenefeld, Fortsetzung der Edendorfer Straße nach Norden im Stadtteil Edendorf. (BR)

Schillerstraße (1902)
Nach Friedrich Schiller (*10.11.1759; +09.05.1805), einem deutschen Dichter, Philosoph und Historiker. Die Verlängerung bis zur Gorch-Fock-Straße erhielt am 2206.1930 ebenfalls diesen Namen. (BR)

Schinkelstraße (1945, vormals Streibelstraße (1937-1945))
Nach Theodor Schinkel, (*?; +1928), Stadtverordneter1913-1918 und Itzehoer Stadtrat von 1918-1924. Die Schinkelstraße im Stadtteil Wellenkamp zwischen Reesiekplatz und Christian-Lohse-Straße erhielt im Jahre 1945 den Namen nach dem 1928 verstorbenen früheren Stadtverordneten, Konsumvereinsleiter Theodor Schinkel. Schinkel war nach dem Ersten Weltkrieg ein in Itzehoe sehr bekannter sozialdemokratischer Arbeiterführer. Wie beliebt er war, zeigt die Tatsache, daß er 1921 zum besoldeten Beigeordneten (2. Bürgermeister) gewählt wurde. Er genoß in Arbeiterkreisen großes Ansehen.
Die zwischenzeitliche Bennung von 1937 bis 1945 erfolgte nach Otto Streibel (*?, +07.03.1929) aus Bunsoh (Dithmarschen), einem SA-Mann und einer der drei Opfer der Blutnacht von Wöhrden. (BR, DW, IR3,WI)

Schlachtergang (L: 45 m)
Ein kleiner Gang in der Neustadt zwischen Kapellenstraße und Reichenstraße. Er verläuft auf nördlicher Seite parallel zum Markt. (BR)

Schmabek
Schmabek, auch Schmabeck ist der kleine landwirtschaftliche Gutshof am Südostrand des Itzehoer Stadtforstes nördlich der Bundesstraße B206. Die Feldmark Schmabek oder Schmalbek hat den Namen nach dem schmalen Bach, der in dem Lübschen Gehölz entspringt und von da in nordöstlicher Richtung zur Ranzau weiterfließt. Schmabek gehört seit 1303 in die Grenzen des Itzehoer Stadtfeldes. Es bestand einst zum guten Teil aus Sand und Heide, auf denen sich Füchse und Wölfe gute Nacht sagten, weil die Stadt mit dem Ödland nichts anzufangen wußte. Wölfe! Jawohl, vor zweihundert Jahren muß es, wenn man der "Holtz- und Jagdverordnung für die Herzogtümer Schleswig und Holstein" von 1737 Glauben schenken darf, neben Hirschen, Dam- und Rehwild, Wildschweinen, Schwänen, Adlern, Falken und Dachsen auch Wölfe gegeben haben, "wodurch der Unterthanen Vieh auf allerhand Weise großer Schade zugefügt wird," Daher veranstaltete man in Schmabek öfters Wolfsjagden und bezahlte für einen getöteten oder gefangenen Wolf von Amtswegen sechs Taler. Lange Zeit wußte die Stadt mit den Schmabeker Ländereien wenig anzufangen. Die Feldmark war ungepflegt, ohne Gräben, Knicks, Einfriedigungen und Pfade. Gut Schmabek war deshalb schwer verpachtbar, zumal da die Zu- und Abfahrt auf der Kieler und Rendsburger Landstraße, einst reinen Viehzugswegen ("Vetraden"), über die Höhen besonders beschwerlich war. Seit 1769 machte die Stadt die ersten Verpachtungsversuche, ohne Erfolg. 1772 wurde die Schmabeker Feldflur, 332 Morgen, in vier Pachthöfe zerlegt und auf 40 Jahre billig verpachtet. Die Pächter verbesserten, wozu sie ausdrücklich verpflichtet waren, die Böden nicht, und die Stadt hatte mit ihnen viel Ärger. Nach Ablauf sämtlicher Pachtverträge erwarb der einzige Bieter, der Itzehoer Bürgermeister Detlef Heinrich Rötger, 1829 das Gut Schmabek. Er steckte viel Geld hinein, 75.000 Mark Courant. Seitdem hatte Schmabek oft den Besitzer gewechselt, lange gehörte es dem Kreis Steinburg. Das Gut Schmabek wurde 2009 nach längerem Leerstand abgebrochen. (BR,IR3)

Schnieten (20.08.1964)
Die Straße Schnieten mit dem seltsamen Namen Schnieten im Norden von Sude West dicht an der Bahnlinie Itzehoe - Wrist bereitet Kopfzerbrechen. Das Wort Schnieten geht auf einen alten Flurnamen zurück, aber die Deutung macht Schwierigkeiten. Mensing kennt in seinem großen Wörterbuch der niederdeutschen Sprache das Wort Schnieten nicht. Man könnte an die hochdeutsche Grundform "schneiden" denken. Es mag sein, daß der Name der Verkoppelung der Acker zu Anfang des 19. Jahrhunderts gegeben worden ist, um einen schmalen Streifen fettes, fruchtbares Land zu bezeichnen. In gewissen Redewendungen wird bei uns Schnieten beim Schweineschlachten verwendet, um ein fettes Stück Rückenfleisch das zum Ausbraten kommen soll, zu bezeichnen. Den Namen erhielt die Straße 1964. (IR3)

Schröderskamp (1956)
Der Schröderskamp im Stadtteil Wellenkamp, westlich der Bahnlinie zwischen Kamper Weg und Vorderem Reesiek, wurde 1956 zur besseren Unterscheidung von dem nordwestlichen Alsenskamp Schröderskamp genannt, und zwar nach dem früheren langjährigen Direktor der Alsenschen Portland-Cementfabrik. (IR3)

Schubertstraße
Nach Franz Schubert (*31.01.1797; +19.11.1828), einem österreichischen Komponisten. (BR)

Schulenburg
Straße und der Bezirk Schulenburg liegt weit außerhalb des Itzehoer Stadtkerns im Süden zwischen Wellenkamp und Münsterdorf, gehört aber seit dem Mittelalter politisch und wirtschaftlich zu Itzehoe. Im hohen Mittelalter gab es um die gräfliche Burg im Norden der Itzehoer Neustadt noch mehrere andere "Burgen". Es waren dies die Fackenburg in der nördlichen Feldschmiede, die Paaschburg, die Trotzenburg und die Schulenburg. Den stolzen Namen "Burg" erhielten diese befestigten Höfe wohl nur deshalb, weil auf ihnen Ministeriale, zu Rittern geschlagene Dienstmannen des Landesherrn, saßen. Es mag auch sein, so meint Detlef Detlefsen in seiner großartigen "Geschichte der holsteinischen Elbmarschen" (1891/92), daß die Paaschburg wie die Schulenburg zwei vorgeschobene Posten der Hauptburg in der Itzehoer Neustadt gewesen sind, "die einen Angriff und eine Umgehung von der Landseite her abzuwehren bestimmt waren." Über die Entstehung der Schulenburg ist leider nichts überliefert. Ob alle genannten Burgen sehr alt gewesen sind? Wenn ja, so würde das die strategische Bedeutung der Esesfeldburg unterstreichen. Sie hätte dann den Mittelpunkt eines starken Befestigungsgürtels an der mittleren Stör, wenn auch nur für kurze Zeit, gebildet. Die Quellen geben uns keinen Aufschluß über die Schulenburg. Nur der Name hat sich bis in unsere Zeit erhalten. Das Wort "Schulenburg" - 1340 wurde es "Sculenborch" geschrieben - kommt her von einem Eigennamen Sculo, hat nichts mit unserem Wort "Schule" zu tun. Allenfalls könnte man an das niederdeutsche "schuulen" = verstecken denken. (IR3)

Schulsteig
Ein alter Fußsteig zwischen dem Liethberg und der Dorfstraße in Sude. In seinem Verlauf folgt ihm heute die um 1960 verlängerte Brückenstraße nach Westen. (BR)

Schulstraße
Die Straße in Sude an der die örtliche Schule liegt. (BR)

Schumacherallee (10.02.1977)
Nach Kurt Schumacher (*13.10.1895; +20.08.1952), einem deutschen Politiker. Schumacher war von 1946 bis 1952 Parteivorsitzender der SPD. Er war von 1945 bis 1949 maßgeblich am Wiederaufbau der SPD in Westdeutschland beteiligt. Neben Konrad Adenauer gehörte er zu den Gründervätern der Bundesrepublik Deutschland. In der Neustadt zwischen Fischerstraße und der Reichenstraße folgt er dem Verlauf des alten Fußsteiges Feuerstieg. Neben der Adenauerallee ist die Schumacherallee die zweite im Rahmen der Flächensanierung der Neustadt angelegte Durchbruchstraße. Ursprünglich war die in den Ostteil der Stadt führende Straße weiter nördlich, dem Verlauf der Krämerstraße folgend geplant. (BR)

Schütterberg (1947)
Der Schütterberg ist neben dem Haidberg und Voßberg einer der drei Hügel gewesen die im Westen des Suder Gemeindegebietes lagen. Die Straße Schütterberg ist die südliche Parallelstraße zur westlichen Lindenstraße. Im Jahre 1910 ging der Schütterberg, damals noch eine markante Höhe, in den Besitz der Gemeinde Sude über. Diese begann sogleich mit der Abtragung und Einebnung des Hügels, um Bauplätze, zu gewinnen. Ein Prozeß, der sich zwischen den Gemeinden Bekmünde und Bekdorf einerseits und dem Dorf Sude bzw. der Stadt Itzehoe 1910 entwickelte, wurde durch einen Vergleich beendet, in dem sich Itzehoe verpflichtete, eine Barentschädigung zu zahlen. Der ganze Berg wurde planiert, und so ist heute kein Berg mehr zu sehen. Schütterberg hängt mit Schutt zusammen. Einst hat man den Hang des Berges wohl als Mülldeponie mißbraucht. (BR,IR3)

Schützenstraße (17.12.1891)
Ein Schütze ist die allgemeine Bezeichnung für einen Soldaten der Infanterie. Sie entstand westlich der Kaiserstraße zusammen mit dem Bau der Walderseekaserne in der Moltkestraße. (BR)

Sebastian-Kneipp-Straße
Nach Sebastian Kneipp (*17.05.1821; +17.06.1897), einem bayerischen Priester und Hydrotherapeut. Er ist der Namensgeber der Kneipp-Medizin und der Wasserkur mit Wassertreten. (BR)

Seilerbahn
Ein Durchgang von der nördlichen Kapellenstraße bis zur Fischerstraße der bis zur Flächensanierung der Neustadt um 1970 existierte. Hier wurden Seile und Tauwerk hergestellt. Eine weitere Seilerbahn gab es noch nördlich des Feldschmiedekampes entlang eines Feldweges, dem späteren Kreuzgang. (BR)

Siemensstraße
Nach Werner Siemens (*13.12.1816; +06.12.1892), einem deutscher Erfinder, Begründer der Elektrotechnik und Industriellen. (BR)

Sieversbek
Benannt nach dem gleichnamigen Sieversbach, über den die Straße führt. Der Bach selbst entspringt an der östlichen Oberen Dorfstraße in Edendorf und führt über die Edendorfer Tonkuhle und den Sieversteich in südwestlicher Richtung durch Sude-West nach Heiligenstedten und bildete lange die Grenze zwischen den Gemeinden Sude und Heiligenstedten. Der Bach ist seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Es handelt sich sicherlich um eine Familie Sievers, die einst Besitzerin der umliegenden Wiesen gewesen ist. Sie ist schon lange in Edendorf ausgestorben. (BR,RA,IR3)

Sieversstraße
Nach Julius Sievers (*; +1909), einem Landbesitzer im Osten des Itzehoer Stadtgebietes. Er war Gründer des Sieversstiftes im Jahr 1875. (BR)

Sihistraße (1949)
Die Sihistraße bezeichnet die älteste Siedlung im Stadtteil Tegelhörn. Als der Raum des heutigen Tegelhörn weit und breit noch Heide und Feld war, bauten sich Angestellte und Arbeiter der Pumpenfabrik von Siemen & Hinsch mit tatkräftiger Unterstützung des Betriebs ihre ersten Eigenheime; das war im Jahre 1938. Sie nannten die neu entstehende Straße "Tegelhörn”, also soviel wie Ziegelhöhe. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zur Sihistraße schnell einige andere Namen. Freilich ging es mit der Namengebung noch eine Zeitlang durcheinander. Um Ordnung in den Wirrwarr zu bringen, beschloß die Itzehoer Ratsversammlung am 31. Mai 1948, mit Wirkung vom 1. August 1949 die Siedlung von Siemen & Hinsch "Sihistraße” und den ganzen Stadtteil nördlich des Klosterbrunnens "Tegelhörn” zu nennen. (IR3)

Sophienstraße (08.05.1901)
Nach Sophia Lempher (*1848; +1920) (auch Sophie Lempfert (HA), verw. Jepse, geb. Diers), verheiratet mit Johann Lempfer(t), erbte den Besitz ihres Mannes im Bereich Lübscher Kamp. Die Stadt Itzehoe kaufte Land in diesem Bereich. Sie trug viel zur Erschließung und Bebauung in dieser Gegend bei, im Jahr 1901 wurde die Straße nach ihr benannt. (BR,GL,HA,IR1)

Spökenweg
Ein Fußsteig zwischen den Kleingärten im südlichen Kratt und der Großen Paaschburg, er beginnt am südlichen Ende der Waldstraße und verläuft auf östlicher Seite parallel zum Freudental bis zur alten Stampfmühle an der Großen Paaschburg. (BR)

St.-Jürgen-Straße
Die St. Jürgen-Straße östlich des Sandbergs zählt mit zu den ältesten Straßen der Stadt. Ein kleiner gang der sogannte Ehebrechergang vebindet die Straße im unteren Drittel zusätzlich mit dem Sandberg. Das St. Jürgenstift, nach dem die Straße schon im Mittelalter ihren Namen erhielt, war nach der Überlieferung eine Stiftung des großen, schon mehrmals erwähnten Grafen Adolf IV. aus der Zeit um 1230. Es war dem alten und berühmten Märtyrer, dem ritterlichen Heiligen Georg oder Jürgen (gest. um 300), geweiht und diente in den Anfängen zur Aufnahme der Unglücklichen, die, in den Kreuzzügen des 13. Jahrhunderts an Aussatz (Lepra) erkrankt, wegen der großen Ansteckungsgefahr außerhalb der Stadtmauern ("extra muros") wohnen mußten. Damals lag das Stift also weit außerhalb der Stadt. Das St. Jürgenstift wurde schnell zum größten, angesehensten und reichsten der Stadt. Die Straße taucht gelegentlich auch unter den Namen Georgsgasse oder Jürgenstraße auf. (BR,IR3)

Starenweg
Die Stare sind eine artenreiche Vogelfamilie, die zu den Sperlingsvögeln gehört. (WI)

Stargarder Straße
Stargard in Pommern, polnisch Stargard Szczecinski ist eine Stadt in der heutigen polnischen Woiwodschaft Pommern. (WI)

Steilingsgang (L: 62 m)
Der Steilingsgang ist ein alter Fußsteig zwischen der Fischerstraße und der Kapellenstraße. Der Initiative der Grundstückseigentümer ist es zu verdanken, daß der kleine Gang mit seinen Häusern die Flächensanierung der Neustadt in den 1970er Jahren überlebt hat und bis heute existiert. Steiling, nach dem der Stieg benannt worden ist, war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein in Itzehoe geachteter Handwerksmeister und Hausbesitzer. (BR, WT1)

Steinbrückstraße (1909)
Nach Christoph Steinbrück (*?; +07.12.1915), Bürgermeister der Stadt Itzehoe von 1882 bis 1911. Die Steinbrückstraße zwischen Lornsenplatz und Dithmarscher Platz wurde schon vor ihrer ersten, 1926 begonnenen Bebauung im Jahre 1909 nach dem damals noch amtierenden Itzehoer Bürgermeister Christoph Steinbrück genannt. Der aus Erfurt stammende Steinbrück wurde 1882 Bürgermeister. Er hat hier dreißig Jahre gewirkt, ihm dankt Itzehoe zum guten Teil die Eingemeindung Sudes in die Stadt Itzehoe 1911. (BR,IR3)

Stettiner Straße
Stettin (polnisch Szczecin) ist die Hauptstadt der heutigen polnischen Woiwodschaft Westpommern und liegt rund 120 Kilometer nordöstlich von Berlin an der Odermündung zum Stettiner Haff.

Stiftstraße (vormals Bleiche und Bleichenstraße)
Nach dem in der Straße stehenden Julienstift, davor Bleiche und Bleichenstraße genannt. (BR)

Störfischer-Straße (2003, vormals Vossbarg-Ost und Vossbarg)
Die Störfischerstraße ist der Ostteil der ehemaligen Ringstraße Voßbarg, diese war durch eine Erweiterung der Druckerei Gruner nach Süden in zwei Teile getrennt worden. (BR)

Störgang
Der Störgang, der von der ehemaligen Störschleife zur Breiten Straße führende kleine Gasse hinter dem ehemaligen Karstadt, trägt den Namen schon seit dem Mittelalter. Die Ecke zur Bekstraße direkt an der Störschleife trug bis in das 19. Jahrhundert den Namen Neue Winde. (BR,IR3)

Stormarner Weg (20.08.1964)
Stormarn zählte als Gau neben Holstein und Dithmarschen zu den drei nordelbischen Sachsengauen. Der Gau Stormarn lag im Südosten Schleswig-Holsteins. Zu Stormarn gehörte neben dem heutigen Kreis Stormarn auch das Gebiet des heutigen Kreises Pinneberg, ein Teil des Kreises Steinburg, Teile des Kreises Segeberg und das heutige Gebiet der Hansestadt Hamburg nördlich der Elbe. (WI)

Stormstraße (1921, vormals Johann-Hinrich-Fehrs-Straße)
Nach Theodor Storm (*14.09.1817; +04.07.1888), einem deutschen Schriftsteller, der als Lyriker und als Autor von Novellen und Prosa des deutschen Realismus mit norddeutscher Prägung bedeutend war. Im bürgerlichen Beruf war Storm Jurist. (BR)

Struvestraße (06.11.1901)
Nach Wilhelm Ehler Struve (*?; +31.01.1917), Bäckermeister und Stadtverordneter Itzehoe 1896 bis 1908. Er war Mitglied der Land- und Wegekommission für dieses Gelände. An der Struvestraße lag einst der Richtplatz des Amtshauses von Steinburg für die Kremper- und Wilstermarsch, der Galgenberg. (HA,IR1, IR3)

Suder Allee (1950, vormals Holtweg)
Die Suder Allee entstand im Jahre 1950 im Gefolge der Erschließung des Westteils von Tegelhörn als Verbindung zwischen der Edendorfer Straße und der Königsberger Allee. Vorher hatte der Feldweg im Mittelteil hohe, buschige Ränder, durch die sich der "Holtweg" - so der alte Name - schmal und tiefsandig hinzog. Heute ist die Suder Allee eine stark befahrene Verkehrsstraße des Itzehoer Nordens und erinnert in nichts mehr an ihr einstiges verträumtes Aussehen. (IR3)

Suder Höhe
Ein Fußsteig auf dem langen Tegelhörner Südhang zwischen der Lehmwohldstraße und Suder Allee nördlich des Lehmwohldstadions. (BR)

Süderhang


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Talstraße (10.03.1888)
Die Talstraße ist die östlichste der von der Großen Paaschburg nach Norden abzweigenden Straßen, sie liegt am Rande der Freudenthalwiesen. (IR3)

Tannenweg
Die Tannen bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Kieferngewächse. (WI)

Theaterplatz (26.04.2007)
Aus dem Anlass "100 Jahre Theater in Itzehoe" wurde das Theater Itzehoe und sein Vorplatz 2007 aus dem Theodor-Heuss-Platz herausgelöst und erhielt den eigenständigen Namen Theaterplatz. (BR)

Theodor-Heuss-Platz (10.02.1977)
Nach Theodor Heuss (*31.01.1884; +12.12.1963), dem ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis 1959. Der südöstliche Teil des Platzes mit dem Theater Itzehoe und seinem Vorplatz erhielt 2007 den Namen Theaterplatz. (BR)

Thüringer Weg
Das Land Thüringen war ein Land des Deutschen Reiches in der Zeit der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus sowie ein Land der Sowjetischen Besatzungszone und der Deutschen Demokratischen Republik. Seit 1990 ist der Freistaat Thüringen ein Land der Bundesrepublik Deutschland. (WI)

Tilsiter Straße
Tilsit, Ostpreußen, russisch Sowetsk, ist eine Stadt in der heutigen russischen Oblast Kaliningrad, direkt an der litauischen Grenze am Fluß Memel. (BR)

Timm-Kröger-Straße (^1921 ausgebaut, Benennung 1924)
Nach Timm Kröger (*29.11.1844; +29.03.1918), einem deutschen Rechtsanwalt und Schriftsteller. Seine Werke schildern überwiegend das Bauern- und Landleben. (BR)

Timms Gang
Der westliche Verbindungsgang zwischen Feldschmiede und Feldschmiedekamp. Der Gang ist als einziger (zwischen den Häusern Feldschmiede 76 und 78) heute noch vorhanden. Christians Gang und Junges Gang existieren nicht mehr. (BR)

Trotzenburg
Siehe auch Trotzenburger Straße. Im Jahre 1818 kaufte die Stadt für 2000 Mark die Landstelle Trotzenburg. Zur ihr gehörten eine Kate für den Holzvogt, Garten und Koppel. So kam der Ostrand des heutigen Stadtgebiets in städtischen Besitz. Heute ist Trotzenburg Amts- und Wohnsitz des Stadtförsters. (IR3)

Trotzenburger Straße
Die Trotzenburger Straße ist eine verkehrsreiche Verbindung zwischen der Kieler Landstraße im Norden und der Oelixdorfer Straße im Süden. Was bereits bei der Schulenburg gesagt wurde, gilt auch von ihr. Das Grundwort Burg weist hin auf ein mittelalterliches Ministerialengeschlecht namens Trotz oder Trutz, das im Dienst des Grafen und Landesherrn von Holstein stand. Mag sein, daß die Trotzenburg einst die Aufgabe hatte, den östlichen Heer- und Handelsweg, der, von Itzehoe ausgehend, über Kellinghusen, Bramstedt, Segeberg nach Lübeck führte, zu überwachen und zu sichern. Leider geben die Quellen auch hier keine Auskunft über dies Geschlecht. Nur der Name Trotzenburg hat sich erhalten. (IR3)

Tulpenweg
Die Tulpen bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Liliengewächse. (WI)

Twietbergstraße (1949)
Die Twietbergstraße inmitten von Tegelhörn Ost hat ihren Namen erhalten nach den uralten, geschichtsumwobenen Twiedtbergen im Norden Tegelhörns an der Alten Landstraße. (IR3)


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Ulenhorst
Ulenhorst ist das niederdeutsche Wort für Eulennest. (BR)

Ulmenweg
Die Ulmen, auch Rüster, Rusten oder Effe genannt, bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Ulmengewächse. (WI)

Untere Dorfstraße
Neben der Oberen Dorfstraße war die Untere Dorfstraße eine der Hauptstraßen im Kern des alten Dorfes Edendorf. (BR)


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Viertkoppel (1949)
Die Viertkoppel im Nordostteil von Tegelhörn ist ein alter Flurname. (IR3)

Viktoriastraße (14.02.1881)
Nach Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (*22.10.1858; +11.04.1921), Gemahlin Wilhelms des II. und die letzte Deutsche Kaiserin und Königin von Preußen. Die Viktoriastraße im Zentrum der Innenstadt gehört zu den Gebieten, die erst mit Eröffnung der Marschenbahn Itzehoe-Heide im Jahre 1878 für den Verkehr erschlossen und durchgehend bebaut wurden. Auf der berühmten Schröderschen Karte von 1848 ist der Raum zwischen Prinzeßhof und Bahnhof noch Garten-, Weide und Ackerland. Vor 1878 wohnten dort nur 43 Menschen in Katen und "Buden". Aber nun, mit dem Bahnbau, kam Leben in die bisher so stille, abgelegene Gegend. Es galt, von der Stadt aus Zugänge zum Bahnhof zu schaffen. Die Fluchtlinienziehung der Viktoriastraße machte große Schwierigkeiten; eine Anzahl von Gebäuden im Bereich des Prinzeßhofes mußte aufgekauft und abgerissen werden. Die Straße erhielt ihre jetzige Form erst im Jahre 1909.
Und der Name? Im Sommer 1881 heiratete die Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg den preußischen Prinzen Wilhelm von Preußen. Gerade um diese Zeit berieten die städtischen Collegien über die Namengebung der in Erschließung befindlichen Straße zum Bahnhof. Die Itzehoer, stolz, daß der einstige preußische König und künftige deutsche Kaiser einer schleswig-holsteinischen Prinzessin den Vorzug gegeben hatte, die obendrein die Tochter "ihres" vielgeliebten Herzogs Friedrich VIII. war, konnten sich keinen schöneren Namen für die zum Bahnhof führende Straße denken als den der Prinzessin Auguste Viktoria. So wurde sie noch im Jahre der Hochzeit 1881 genannt. (BR,IR3)

Von-Stauffenberg-Weg (26.07.1978)
Nach Claus Schenk Graf von Stauffenberg (*15.11.1907; +21.07.1944), einem Offizier der deutschen Wehrmacht und während des Zweiten Weltkrieges einer der zentralen Persönlichkeiten des militärischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus in Deutschland. (BR)

Vor dem Delftor
Auch der "Platz vor dem Delftor" hat manch stadtgeschichtlich bedeutsames Schauspiel erlebt. Das mittelalterliche Stadtgebiet von Itzehoe umfaßte nur den Raum im Innern der Störschleife, die heutige Neustadt, noch nicht die Altstadt. Graf Adolf IV., der große Dänenbezwinger des 13. Jahrhunderts, verlieh im Jahre 1238 denjenigen Kaufleuten aus dem alten Dorf "Etzeho", die in dem schmalen Raum zwischen Langer Brücke und Kirche wohnten, das Recht, sich Bürger und ihren Ort Stadt zu nennen, d.h. ihr Gemeinwesen durch selbst gewählte Bürgermeister und Ratsherren verwalten zu lassen, wofern sie - die einzige Bedingung - bereit seien, ihre bisherigen Häuser aufzugeben, in der bis dahin menschenleeren Störschleife neu zu siedeln und dort Handel und Kaufmannschaft zu treiben. Die Stadtprivilegien galten also nur für das Gebiet der Neustadt; die ältere "Altstadt" war bis ins 17. Jahrhundert hinein nur "Vorstadt", ihre Bewohner erlangten erst spät das Bürgerrecht. Jede mittelalterliche Stadt war von Mauern umgeben; so auch die Neustadt. Ihre drei Tore waren das Altstädter Tor im Nordosten, das Delftor im Süden und das Schweinetor im Westen. Von ihnen war das Delftor die stärkste Bastion des gesamten Mauerrings. Es sperrte die Stadt nach dem Süden hin ab. Den Namen Delftor gab man der Maueröffnung nach dem unmittelbar vor ihr liegenden Stör-Delf, einem Durchstrich, der um 1200 etwas weiter nördlich des bisherigen Flußlaufes vorgenommen wurde, um eine bessere Durchflutung des Störschleifegewässers zu erzielen. Auf dem Platz vor dem Delftor haben Rat und Bürger der Stadt gestanden, wenn Herren aus fürstlichem Geblüt, wie der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg oder der Schwedenkönig Karl X. Gustaf oder Heerführer wie Wallenstein Einlaß in die Stadt begehrten. (IR3)

Vorderer Reesiek
Zum Namen Reesiek siehe Reesiekplatz.

Vorderholzweg
Das Vorderholz ist eine alte Flurbezeichnung des vorderen –zur Stadt gewandten- Klosterholzes. Er gehörte zur Gemeinde Klosterhof. Der Vorderholzweg beginnt am Ende des Juliengardeweges und führt durch das Tal der Itze bis zur ehemaligen Ziegelei an der Bekmannschen Tonkuhle am Paradies. (BR)

Voßbarg (1961)
Der Voßbarg (Voßberg) ist neben dem Haidberg und Schütterberg einer der drei Hügel gewesen die im Westen des Suder Gemeindegebietes lagen. Alle Hügel sind heute abgetragen. Der Voßbarg ist die niederdeutsche Schreibweise für Fuchsberg. Auf dem Voßbarg entdeckte um 1930 der Fabrikbesitzer Paul Schneider einen großen mittelsteinzeitlichen Wohnplatz. Diese Siedlung ist die früheste bisher bekannte Wohn- und Arbeitsstätte auf dem Boden des heutigen Itzehoe gewesen. Der Name wurde dem Berg, besser Hügel im Jahre 1961 gegeben. Damals begann man, den Voßbarg für eine neue Industriesiedlung zu planieren und aufzuteilen. Die ehemalige Ringstraße Voßbarg wurde durch die Erweiterung der Gruner-Druckerei in zwei Teile getrennt, der östliche Teil heißt heute Störfischer-Straße. (BR,IR3)


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Waldstraße (1911)
Über die Waldstraße im Kratt wurde bereits bei der Bachstraße einiges gesagt. Sie grenzt im Osten an das Breitenburger Gehölz. Der südliche Teil entlang der ehemaligen Gärtnerei Kossel hieß auch zeitweise Krattberg (04.11.1964). (BR,IR3)

Wallstraße
Nach dem alten Burgwall der (Schauenburger) Burg im Norden der Neustadt benannt. Das südwestliche Stück gehörte früher zur Schmiedestraße. Dieser Teil wurde später der Fischerstraße zugeschlagen, die Wallstraße endet heute im Westen wie im Osten an der Krämerstraße und führt im Norden als Ringstraße um den Burgbereich herum. (BR,HA)

Wellenkamper Chaussee (21.09.2009)
Verbindungsstraße nach Wellenkamp, beginnend an der Straße Vor dem Delftor. Die Namensgebung erfolgte zusammen mit der Eröffnung der Unterführung unter der Marschbahn im Jahr 2009. Die südliche Umgehung des Alsenwerkes wurde bereits am 14.12.1966 durch den damaligen Bürgermeister Joachim Schulz eingeweiht. Bis zu diesem Zeitpunkt führte der Weg nach Wellenkamp beginnend ab der Delftorbrücke -zunächst Vor dem Delftor und dann weiter Kremperweg genannt- mitten durch das Zementwerk. (BR)

Wenzel-Hablik-Weg
Nach Wenzel Hablik (*04.08.1881; +23.03.1934), einem deutschen Maler, Grafiker und Kunsthandwerker. Von 1908 bis zu seinem Tod war er in Itzehoe ansässig. (BR)

Widukindweg (20.08.1964)
Nach Widukind (Sachsen) (*743; +um 807), Herzog der Sachsen zur Zeit Karls des Großen. Der Widukindweg ist eine kleine Sackgasse parallel zur Eisenbahnstrecke ganz im Süden von Sude-West. Der Widukindweg gehört mit zu den Karolingerstraßen des Stadtteils. Wie sie, erhielt der Widukindweg den Namen im Jahre 1964. (BR,IR3)

Wiesengrund (1952)
Der Wiesengrund südlich des Fischdieks in Wellenkamp bekam seinen Landschaftsnamen im Jahre 1952. (IR3)

Wikingerstraße (20.08.1964)
Als Wikinger werden die Angehörigen von kriegerischen, zur See fahrenden Personengruppen aus meist germanischen, teils auch baltischen Völkern des Nord- und Ostseeraumes während der Wikingerzeit im Frühmittelalter von 800 bis 1050 n. Chr. bezeichnet. (WI)

Wilhelm-Biel-Straße
Nach Wilhelm Biel (*?; +?), Itzehoer Holz-Großhändler. (BR)

Wilhelm-Winkelmann-Platz
Inoffizieller Name für einen Platz neben einer Reifenwerkstatt in der Straße Vor dem Delftor, benannt nach Wilhelm Winkelmann (*?; +?). (BR)

Wilhelm-Leuschner-Weg (26.07.1978)
Nach Wilhelm Leuschner (*?; +?). (BR)

Wilhelmstraße (1902)
Nach Wilhelm Rusch (*?; +11.06.1905), Suder Gemeindevorsteher von 1873 bis 1902. Die Wilhelmstraße zwischen Lindenstraße und Lessingstraße hat gar nichts mit Kaiser Wilhelm I. zu tun, der durch einen Wochenbesuch bei dem Besitzer des Westerhofes, dem Kommerzienrat de Vos, während des Kaisermanövers im September 1881 in Itzehoe ganz besonders populär geworden war. (An Kaiser Wilhelm I. erinnert die Kaiserstraße.) Die Wilhelmstraße verdankt ihren Namen dem einmütigen Beschluß des Gemeinderats des Dorfes Sude, der durch die Namensgebung seinem Dank gegenüber dem langjährigen Suder Gemeindevorsteher, dem Bauern Wilhelm Rusch, Ausdruck geben wollte. Man hätte seinerzeit, um Verwechslungen zu vermeiden, besser getan, die Straße gleich "Wilhelm-Rusch-Straße" zu nennen. Wilhelm Rusch hat von 1873 bis 1902, volle 30 Jahre, Sudes Kommunalpolitik mit Umsicht und Weisheit geleitet. Alle Welt war mit ihm zufrieden. So gab man der neuentstehenden Straße den Namen Wilhelmstraße. Das war für einen noch Lebenden eine außergewöhnliche Ehrung, zumal wenn man bedenkt, daß Holsteiner Bauern Ihr Herz nicht so leicht auf der Zunge tragen.
Daß Wilhelm Rusch in Sude so beliebt und geschätzt war, war kein Wunder. Kommt doch da in den neunziger Jahren Hinrich Ploog in großer Aufregung zu seinem Brotherrn, eben unserem Wilhelm Rusch. Da ist ihm doch eine tolle Sache passiert. Wie er den Lehmwohld herunterkommt, sitzt da doch ein Mann in sich zusammengesackt am Wall vor dem klösterlichen Gehölz, gerade haarscharf noch auf Suder Gebiet ... tot, erschossen! Hinrich läuft, so schnell ihn seine Beine tragen, zu Wilhelm Rusch. Er ist ganz aus der Puste und berichtet voll Bestürzung, was er gesehen hat. Der "olle" Wilhelm stopft gerade "sien Piep", und das ist ja auch viel wichtiger, und sagt dabei in aller Seelenruhe: "Harrs em ni even över'n Wall setten kunnt; denn weer he op‘n Klosterland west." So war Wilhelm Rusch. Nur keine Aufregung! Mit Ruhe und Humor ging alles noch einmal so gut. Mir scheint, die alten Suder haben ihrem Wilhelm Rusch auch deshalb eine Straße geweiht.
Am 1. Januar 1903 erhielt Sude aufgrund des § 75 der neuen preußischen Landgemeindeordnung einen verwaltungsmäßig vorgebildeten, besoldeten Gemeindevorsteher, das bedeutete für Rusch das Ende seiner öffentlichen Tätigkeit. (BR,IR3)

Winkelkamp (1949)
Der Winkelkamp im Südosten von Tegelhörn ist reiner Flurname. (IR3)

Wolterskamp (1963)
Im äußersten Südwesten des Stadtteils Wellenkamp neben dem im Süden auslaufenden Kamper Weg entstand 1963 die Straße Wolterskamp. Wer war Wolter? Da müssen wir in die früheste Stadtgeschichte zurück. In der Stadtgründungsurkunde von 1238 ist von einem "Wolter de Welna” die Rede. Dieser Wolter von Welna war um 1230 der Großgrundbesitzer des ganzen mittleren Störtals zwischen Breitenberg und Kremperheide, ein vermögender und geachteter Mann. Der Landesherr, Graf Adolf IV., kaufte von ihm den Teil seines Landbesitzes, den er, der Graf, bei der Stadtgründung Itzehoes im Jahre 1238 den Itzehoer Neubürgern in der Neustadt schenkte, und zwar zur Viehweide und Torfgewinnung. Das Gelände war der heutige Lübsche Kamp im Süden der Stör, nunmehr das Itzehoer Stadtfeld. (IR3)


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Zeppelinplatz (22.06.1930)
Nach Ferdinand Graf Zeppelin (*08.07.1838; +08.03.1917), einem deutschen General der Kavallerie und Begründer des (Starr-) Luftschiffbaus. Der Zeppelinplatz am Nordwesthang des Wunderbergs wurde schon bei der Dürrstraße und dem Eckenerweg genannt. Die neuen Straßen nahmen ab 1928 / 1930 die ehemaligen Felder Düringskamp, Wunderberg und Winkelkoppel ein und wurden mit dem Bau des Langen Peter und der Friedrich-Ebert-Straße erschlossen. (BR,IR3)

Ziegelhof
Nach der Ziegelei Voigt, im Osten der Großen Tonkuhle an der Oelixdorfer Straße gelegen (Abbruch 1918/1919). (BR)

Zusestraße
Nach Konrad Zuse (*22.06.1910; +18.12.1995), einem deutschen Bauingenieur, Erfinder, Computerkonstrukteur und Unternehmer (Zuse KG). (BR)


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Park- und Grünanlagen

Cirencester-Park (Stadtpark, Adolf-Hitler-Park)
Zwischen Breitenburger Straße und der Großen Paaschburg im Osten der Stadt , wo sich jetzt der schöne, große und anmutig gelegene Cirencester-Park befindet, war Anfang der 1860iger Jahre noch wüstes Land. Der größte Teil des Gebietes war eine Sandgrube. Schlehdorn, Besenginster und Brombeergestrüpp stritten sich um den Platz. Mitte der 1860iger Jahre wurde dann der ganze Komplex eingeebnet und urbar gemacht, um als Ackerland genutzt zu werden. Dieses dauerte bis zum Jahre 1882, wo Kommerzienrat Charles von de Vos -vom benachbarten Westerhof- mit der Anlage des neuen Parkes begann. Es war ein Werk des Gartenbaudirektors Jürgens aus Ottensen und seines bewährten Schachtmeisters Knopp. Ungefähr 30 bis 40 Arbeiter sollen ein ganzes Jahr dazu gebraucht haben, um die Anlagen des Parkes herzustellen. An der Stelle der früheren de Vos’schen Villa, dem jetzigen Sitz des Straßenbauamtes, stand damals ein einfaches Wohnhaus, welches später zu seiner jetzigen Gestalt umgebaut wurde.
Man kann sich heute kaum eine Vorstellung davon machen, wie schwierig eine solche Arbeit zur damaligen Zeit war. Die Linden- und anderen Laubbäume wurden beim Schloß Breitenburg entnommen. Diese 15- bis 20jährigen Bäume wurden dort mit Erdbällen herausgenommen, auf besonders konstruierten Wagen abtransportiert und an Ort und Stelle im neuen Parkgelände wieder eingesetzt. Diese Arbeit erforderte viel Geschicklichkeit und Sachkenntnis; denn der Boden war sehr leichter Sand.
Um nun die Naturschönheit des Parkes noch zu heben, wurde an der tiefstgelegenen Stelle an der Ostseite zur Großen Paaschburg hin ein Teich angelegt. Doch die schwierigste Frage war, woher soll das Wasser bekommen? Bewässert wurde dann der Teich durch den Hühnerbach aus dem Freudental, der zu diesem Zweck an die Westseite der Osterhofer Wiese bis an die Gärten der Talstraße umgeleitet wurde. Sein ursprünglicher Lauf war in der Mitte der Wiese, wo er gleichzeitig Grenzbach zwischen Oelixdorf und Itzehoe war. Die Umleitung des Baches machte aber noch einige Schwierigkeiten, denn der neu angelegte Teich lag höher. Somit mußte der Unterlauf des Baches in einer ca. 100 Meter langen Holzrohrleitung bis zum oberen Ende der Großen Paaschburg umgeleitet werden, um dann unter der Straße hindurch mit Tonrohren zum Teich zu gelangen. Hier stellten sich wieder neue Schwierigkeiten ein. Wegen des durchlässigen Sandbodens konnte der Teich kein Wasser halten. Um diesem Übel abzuhelfen, wurde der ganze Teich mit Ton ausgestampft. Diese mühselige Arbeit mußte noch mehrmals wiederholt werden, bevor der erwünschte Wasserstand erreicht war. Der Ablauf des Teiches erfolgt über einen Mönch in den Osterhofer Teich. Durch diese Anlage eines Teiches erhöhte sich der landschaftliche Reiz des Parkes.
Im Jahre 1929 verkaufte der Kommerzienrat Charles von de Vos dann seinen Park der Stadt Itzehoe, um sicherzustellen, daß der schöne Park als Ganzes erhalten blieb. Von 1930 ab wurde er als Stadtpark bezeichnet und der Öffentlichkeit zugängig gemacht. Für einige Jahre hieß er dann mit dem benachbarten Parkgelände um das neue Landgericht -den ehemaligen Westerhof- bis 1945 dann Adolf-Hitler-Park.
Im Park befindet sich ein Gedenkstein von 1938 für Johann Hinrich Fehrs, den niederdeutschen Schriftsteller und Ehrenbürger der Stadt. Desweiteren befand sich das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus von 1957 bis 1993 ebenfalls im Stadtpark, welches zunächst 1946 anstelle des Kaiserdenkmals in der Breitenburger Straße angelegt worden war. Die Rückverlegung an die Malzmüllerwiesen erfolgte 1993.
Seinen heutigen Namen erhielt der Park zu Ehren der englischen Stadt Cirencester, mit der Itzehoe seit 1982 eine Städtepartnerschaft verbindet. [BE3,BR]

Generationenpark am Klosterforst
Klosterhof
Malzmüllerwiesen (Gartenkoppel)
Grünanlage am Kählerhof
Grünanlage am Germanengrab
Planschbecken
Prinzeßhof
Rosengarten
Seniorenpark


Denkmale

Adenauerallee - Heimatwegweiser
Der Heimatwegweiser stammt vom Künstler Martin Lassen (*22.01.1926; +1996). Er wurde 1978 zum 25jährigen Bestehen der Partnerschaft mit dem Kreis Preußisch Holland in der Adenauerallee errichtet.

Bahnhofstraße - Denkmal für die gefallenen Eisenbahner
Breitenburger Weg - Gedenkstein Wallensteineiche (Oelixdorf)
Breitenburger Fähre - Denkmal (Breitenburg)

Breitenburgerstraße - Das Kaiser- und Kriegerdenkmal (1890-1942)
Das Kaiserdenkmal (des Kaisers Wilhelms des I.) stand auf der Südwestseite der Breitenburger Straße gegenüber der Einmündung der Ritterstraße auf einer eigens geschütteten kleinen Anhöhe. Die Enthüllung fand am 18. Oktober 1890 statt. Das Denkmal zeigte die bronzene Kolossalstatue Wilhelms I. auf Postament und rotem Granitsockel. Auf der linken Seite des Postaments war eine Tafel mit dem Wappen der Stadt Itzehoe, auf der rechten Seite eine mit dem Wappen der Provinz Schleswig-Holstein angebracht. Die linke und rechte Seite des Sockels trugen auf Tafeln die Namen der 1848/50 und 1870/71 gefallenen Itzehoer. Auf der Vorderseite des Postaments standen die Worte: "Wilhelm I., dem Einiger des Vaterlandes, und den auf dem Felde der Ehre gefallenen Kriegern der Stadt Itzehoe." — Entwurf und Herstellung des Denkmals übernahm damals der junge Berliner Bildhauer Carl Günther, die Steinmetzarbeiten der Itzehoer Stein- und Bildhauer Fr. Kolbe. Die Kosten des Denkmals beliefen sich auf ca. 22.000 Mark. Die Stadtkasse stiftete davon 6.300 Mark, die Stadt 4.000 Mark, alles andere waren Spenden. Das Denkmal ist 1942 dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen, seine Metallteile wurden eingeschmolzen. [IR2, S. 393, BR]

Brückenstraße - Gedenkstein Geburtstag Bismarck
Brunnenstieg - Jahn-Denkmal (1952-1957, 2008-)
Burg - Erinnerungsrelief Burg
Fehrsstraße - Fehrs-Eek (Eiche, 12.05.1912-?)
Freudenthal - Gedenkstein Holsteinischer Krieg
Friedrich-Ebert-Straße - Friedrich-Ebert-Stein
Gasstraße - Gedenkstein Eingemeindung Sude
Große Paaschburg - Friedrich-Wilhlem-Stein
Jahnstraße - Jahn-Denkmal (1913-1941)
Kaiserberg - Hindenburg-Eiche
Kirchenstraße - Friedensstein vor der St.-Laurentii-Kirche
Kirchenstraße - Neuner-Denkmal
Kirchenstraße - St.-Laurentii-Kirche: Sopraporte Ottilien-Stift
Kirchenstraße - Ehrenmale Waldersee und von Fritsch [am Neuner-Denkmal]
Kirchweg - Ehrenmal Edendorf
Klosterhof - Denkmal Äbtissin Juliane Prinzessin von Hessen (1773-1860)
Lornsenplatz - Berlin-Stein
Lornsenplatz - Brandenburger Tor (Nachbau, 1960-1965(?))
Lornsenplatz - Ehrenmal für die Opfer des Krieges
Lornsenplatz - Germanengrab
Lornsenplatz - Preußisch-Holland-Eiche
Lübscher Kamp - Peter-Kölln-Stein (1933-1945)
Malzmüllerwiesen - Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. [Gyula Trebitsch, Fritz Höger, 1957-1993 im Stadtpark]
Markt - Denkmal Georg Löck.
Markt 3, Ständesaal - Gedenktafel für die Opfer des Nationalsozialismus

Markt 3, Ständesaal - Standbild Karls des Großen
In den Anfangsjahren des 1. Weltkrieges gab es in Itzehoe den Wunsch, wie in anderen Orten, ein Kriegswahrzeichen zu besitzen. Dies veranlaßte den Kommerzienrat von de Vos zur Stiftung eines riesigen Standbildes Karls des Großen aus Eichenholz, das von dem Professor Schwindrazheim entworfen und von dem Bildhauer Behrmann, beide in Altona, modelliert wurde. Die Weiherede vor der Propstei Kirchenstraße 6, wo das Denkmal zunächst Aufstellung fand, hielt am 19. Dezember 1915 der gerade auf Urlaub weilende Bürgermeister Hauptmann d. R. Salomon. Die Stadt stiftete für die Kaiserkrone sieben "goldene" Nägel zu je 100 Mark mit der Aufschrift "Städtische Kollegien". Schulen, Vereine, Verbände, ganze Betriebe und viele Einzelpersonen schlossen sich an. Die Schlußnagelung fand am 19. Dezember 1916, genau ein Jahr nach der Einweihung, statt. Der Reinerlös von ca. 24.000 Mark wurde wohltätigen Zwecken zugeführt. Im Jahre 1917 brachte man den "Eisernen Karl" im Rathaus unter und stellte ihn nach dem Krieg 1925 an der Stirnseite des Ständesaals am Markt auf, wo er noch heute steht. [IR2, S. 409, BR]

Nordoer Heide - Gedenkstein Bahnstrecke Itzehoe - Lägerdorf (Breitenburg-Nordoe)
Oelixdorfer Straße, Bocksberg - Gedenkstein Kaiserbergsiedlung
Ostlandplatz - Pommernlinde
Potthofstraße - Jahn-Denkmal (1957-2008)
Stadtforst (Lübsches Gehölz) - Bismarckturm
Stadtpark - Erinnerung Städtepartnerschaft Cirencester
Stadtpark - Fehrs-Gedenkstein
Stolpersteine [Breite Straße 11, Breite Straße 29, Kirchenstraße 18, Sandberg 11, 09.10.2006-]
Theodor-Heuss-Platz - Gedenkstein "Deutsche Einheit"
Theodor-Heuss-Platz - Mahnmal gegen Atomwaffen
Theodor-Heuss-Platz - Gedenkplatte für die Schauspielerin Sabine Sinjen (18.08.2014)
Viktoriastraße - Mahnmal für die Gefangenen des Zweiten Weltkriegs. (1953-1955)


Literatur und Autoren:
[AIG] Arbeitskreis Itzehoer Geschichte (Hrsg.): Itzehoe - genauer hingesehen. Wege durch die Stadt. Itzehoe 2000.
[BR] Carsten Brecht, Itzehoe.
[DW] Dithmarschen-Wiki, http://www.dithmarschen-wiki.de/ .
[FÜ] Volkmar Fürböter, Itzehoe.
[GL] Gleichstellungsbeauftragte versch. Gemeinden des Kreises Steinburg (Hrsg.): Kalender 1996 - Straßen, Wege und Plätze im Kreis Steinburg, die einen Frauennamen tragen. Itzehoe 1995.
[GR] Karin Gröwer: Zuckerraffinerie Chs. de Vos & Co. Itzehoe 2004.
[HA] Reimer Hansen: Geschichte der Stadt Itzehoe. Itzehoe 1910, S. 242ff.
[BE1] Hugo Berg: Der Holzkamp und seine Vergangenheit. Unveröffentlichter Artikel, Itzehoe, um 1965.
[BE2] Hugo Berg: Die frühere Fackenburg in Alt-Itzehoe. Unveröffentlichter Artikel, Itzehoe, um 1965.
[BE3] Hugo Berg: Über die Entstehung des Itzehoer Stadtparks. In: Heimatverband Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 1963. Itzehoe 1962, S. 31f.
[IR1] Rudolf Irmisch: Persönlichkeiten und Geschichten aus Itzehoes Vergangenheit. Itzehoe 1956, S. 179-193.
[IR2] Rudolf Irmisch: Geschichte der Stadt Itzehoe. Itzehoe 1960.
[IR3] Rudolf Irmisch: Die Namen der Itzehoer Straßen. In: Norddeutsche Rundschau: Artikelserie der Itzehoer Straßennamen. Itzehoe 1972.
[RA] Johann Rathmann, Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Edendorf (Hrsg.): Edendorfer Chronik. Itzehoe 1969, (2. Aufl. 1987), Anhang S. 11-13.
[ST] Hans Staack: Die Ahnen des Fabrikanten Otto Friedrich Alsen. In: Heimatverband Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 1965. Itzehoe 1964, S. 122-136.
[WI] Wikipedia, http://de.wikipedia.org/ .
[WT1] Wolfgang Thomsen: Gruß aus Itzehoe.Schleswiger Druck- und Verlagshaus, Schleswig, 1977.
[WT2] Wolfgang Thomsen: Itzehoe in alten Ansichten. Zaltbommel (NL), 1981.


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Letzte Änderung: 01.05.2018 11:22 CEST